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 Betreff des Beitrags: Beobachtungsbericht vom 27. Mai 2017
BeitragVerfasst: 08.11.2017, 10:55  
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Austronom
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Nach über eineinhalb Jahren ist es wieder mal Zeit, einen Beobachtungsbericht zu schreiben. Wie kam es zu der langen Durststrecke. Nun, in erster Linie die raren Beobachtungsnächte, in den letzten eineinhalb Jahren. Einen zum Merkurtransit, im Mai des Vorjahres, hatte ich zwar begonnen, als der aber im August immer noch nicht fertig war, ließ ich es bleiben. Es gab zwar seit dem noch ein paar andere Beobachtungen, aber sagen wir, ich hatte keinen Löffel dazu, einen Bericht zu schreiben.
Schon am Freitag hatten wir eine Wandergruppe auf der Alm. Aber denen konnten wir, außer der Unterseite einer geschloßenen Wolkendecke, leider nichts zeigen. Dafür hatten sie am Samstag einen strahlend blauen Himmel, um runter zum Trefflingfall zu wanden.
Dieser Tag sollte, vom Wetter her, das genaue Gegenteil vom Vortag werden. Am späten Nachmittag waren Theresa und ich auf der Alm. Wir waren die ersten, zumindest auf der Station. Wir trugen die mitgebrachten Stühle hinunter und gingen rüber ins Almhaus.
Da traf ich einen alten Bekannten. David, ein Freund von Gerald, der uns Seinerzeit auf der Rudolfshöhe bei Steinakirchen mit Buckelspeck vom Mangalitzaschwein, Bauernbrot und Schremser Bier verköstigte. Er war hier mit seiner Familie und bedauerte, daß er schon lange nicht mehr zum Beobachten gekommen ist. Wir plauderten ein wenig, während wir uns mit einem köstlichen Zwetschkensaft erfrischten und ließen Erinnerungen aufleben, ehe er sich verabschiedete und bedauerte, daß er am Abend keine Zeit hätte, um nochmals zu kommen.
Theresa und ich machten und auf den Weg zum Aussichtsturm, wo wir Franz begegneten. Er kam gerade mit einer Wandergruppe, die später bei uns zum Beobachten vorbeischauten, zum Almhaus zurück. Wir plauderten ein wenig und er zeigte uns einen Zustieg zum Aussichtsturm, den ich noch nicht kannte. Dieser war zwar kurz, dafür aber auch steiler, als der mir Bekannte und zog von der Mittelstation der beiden Schlepplifte, der Kante folgend, direkt hinauf zum Aussichtsturm, wo wir, bevor wir übers Hag stiegen, mit einem herrlichen Tiefblick in die Tormäuer belohnt wurden.
Nachdem wir das Hag überklettert hatten, erklommen wir den Aussichtsturm, von dem sich ein noch grandioserer Ausblick bot, als vom Geheimtipp, den mir Franz verraten hat!
Nachdem wir den Ausblick langer genug genossen und einige Fotos geschossen hatten, stiegen wir über den Alpengarten wieder ab und gingen aber erst mal rüber zur Station, wo nun auch Kurt, Roman und Daniel waren und ihre Geräte aufbauten. Roman hatte die Sonne im Visier, auf der sich am Rande eine kleine Fleckengruppe zeigte. Auch den noch jungen Mond holte er uns vom Himmel. Anschließend gingen wir alle wieder zum Almhaus, wo wir uns eine Bretteljause bestellten, der eine leckere Mehlspeise folgte.
Nach einem Plausch mit Franz war es schließlich dunkel genug, um alles für eine Beobachtung vorzubereiten. Werner hielt gerade für unsere Gäste einen Vortrag. Wir sagten kurz „Hallo“ und spazierten wieder zur Station. Ich stellte mein Teleskop am Parkplatz vor der Station auf, um ein Gedränge unten zu vermeiden und machte schnell ein paar Fotos vom untergehenden Mond.
Ich wollte hier einen Teil unserer Gäste den Sternenhimmel erklären und nebenbei einige Objekte zeigen. Aber die Kinder, die dabei waren, waren zu klein, um durch mein Teleskop schaun zu können und so gingen sie mit ihren Eltern runter zu den anderen und der Rest folgte ihnen. Das hatte zur Folge, daß Theresa und ich bald allein auf weiten Fluor waren und so zogen wir uns alleine einige Objekte rein.
Jupiter war der erste. Hoch stand er am Himmel. Io war links von ihm zu sehen, Europa und Callisto rechts. Ganymed zog gerade vor dem Gasriesen vorüber. Danach zeigte ich Theresa M44, den offenen Sternhaufen im Krebs, auch bekannt als die Krippe. Es folgten ein paar Objekte im Löwen, das ihr Sternzeichen ist. Das Leo Triplett, bestehend aus M65, M66 und NGC3628, zeigte sich ganz gut. Dasselbe galt für M95, M96 und M105 etwas südwestlich davon.
Anschließend schauten wir mal runter zu den anderen. Da wurden gerade alle möglichen Objekte quer über den Himmel präsentiert. Wir mischten uns unter die Leute, plauderten ein wenig, schauten durch die verschiedenen Teleskope und genossen die Nacht.
Schon bald verabschiedeten sich unsere Gäste und es wurde nach M104 in der Jungfrau gefragt. Kurt suchte mit seinem Dobson eine Weile herum, konnte ihn aber nicht finden. Also ging ich wieder rauf zu meinem Gerät und machte mich auch auf die Suche nach dem Sombrero. Schon bald hatte ich im Tubus. Da hatte ihn Kurt aber auch schon gefunden.
Das Seeing war diesmal nicht gerade vom feinsten. Es bekommt die Note 2-3. Die Grenzgröße lag bei 5,6 mag. Dafür wehte kaum ein Lüftchen und die Temperaturen lagen bei 13°.
Zum Abschluß zeigte ich Theresa noch Epsilon Lyra, die zwei Sternenpärchen in der Leier und Saturn, der nun auch schon hoch genug stand, um ihn auf´s Korn zu nehmen. Titan war links von ihm zu erkennen. Anschließend baute ich meinen Refraktor ab und wir schauten bei den anderen noch ein wenig mit.
Da konnten wir nochmal einen Blick auf den Ringträger werfen. Außerdem wurde uns M101, eine Spiralengalaxie im Großen Bären, M106, noch eine Galaxie in den benachbarten Jagdhunden und M27, der Hantelnebel im Füchschen, das halbhoch über dem Osthorizont stand, gezeigt.
Als Schlußpunkt zeigte uns Kurt nochmal Jupiter. Diesmal war Ganymed auch zu sehen, sein Schatten streifte allerdings noch über die Wolkenbänder des Göttervaters. Dafür fehlten Io, der sich gerade daran schickte, vor Jupiter vorbeizuwandern, und Europa, die hinter dem Gasriesen seine Bahnen zog.
Nun war es doch Zeit, sich von den anderen zu verabschieden und nach Hause zu fahren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beobachtungsbericht vom 27. Mai 2017
BeitragVerfasst: 08.11.2017, 21:55  
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Austronom
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Sehr gut Alex!

Kannst den Bericht als Auftakt für Dein 2. Buch nehmen! :mrgreen:

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Josef
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 Betreff des Beitrags: Re: Beobachtungsbericht vom 27. Mai 2017
BeitragVerfasst: 09.11.2017, 17:06  
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Austronom
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Nein, weil es einige andere aus den Jahren 2014 und 15 gibt! :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Beobachtungsbericht vom 27. Mai 2017
BeitragVerfasst: 28.02.2018, 14:21  
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Hallo Alex,

bei mir ähnlich, rare Beobachtungsnächte (Letzte Beobachtung März 2015!!!!!!!!), Scheidung, neues Haus.
Für die Zukunft bin ich aber zuversichtlich, da meine neue Lebenspartnerin ebenfalls sehr an der Astronomie interessiert ist.

LG Andreas

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 Betreff des Beitrags: Re: Beobachtungsbericht vom 27. Mai 2017
BeitragVerfasst: 01.03.2018, 19:42  
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Austronom
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Servus Andreas!

Bei mir war es ja ähnlich! Ich hab mir vorgenommen, heure, mit neuem Teleskop, wieder durchzustarten!

Alex

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