NGC 7626 and friends

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Überläufer
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NGC 7626 and friends

Beitrag von Überläufer » 12.11.2017, 22:09

Ein selten gezeigter Ausschnitt des Himmelsteils, den ich im Herbst von meinem Standpunkt aus ablichten kann.
Eines der Hauptziele war es, etwas mit meiner Ausrüstung zu experimentieren. Ich hatte vor etwa einem Jahr einen ASA Komakorrektor erstanden, der zugleich eine 1,8-fach Barlow ist. Das Ungute daran ist, dass er einen Backfokus von ca. 122 mm verlangt. Wenn man mit einer Moravian G2 8200 mit Filterrad drangeht, dann kommt schon eine schöne Hebelwirkung zustande. Da bleibt auch von der Kollimation nicht viel übrig. Deshalb war ich auch hauptsächlich damit beschäftigt, durch diese Kombination halbwegs runde Sterne zu bekommen. Zwei Tage lang hatte ich quasi Glück: Die Sterne waren rund. Allerdings maß PI ein FWHM von 10 (sonst habe ich 3-4, an guten Tagen steht ein 2er vor dem Komma). Da säuft also jeder Fehler im Seeing ab (bzw. dürfte es weniger Seeing als Cirren gewesen sein - aber Ihr wisst, was ich meine). Trotzdem wollte ich die mühsam erlangten Daten nicht wegwerfen. Deshalb sind die Sterne kleine Ballons.

Bild


Nach der ganzen Aktion habe ich mir ein Mikrometer besorgt, denn ich wollte so oder so einmal genau den Backlash meiner Auszüge messen. Das Ding hat einen Magnethalter, den ich auf einem Gegengewicht befestigt habe. Die Backlashmessung hat gut funktioniert. Da dachte ich, messe ich gleich mal mit, wie stabil die ganze Sache bei einem Schwenk ist. Die Kamera zeigt sich sehr entgegenkommend: Sie kommt dem Mikrometer auf der GGS um mehr als 250 µm entgegen und geht wieder zurück, wenn man in die Waagrechte schwenkt. OAZ ist der Octo noch mit dem USB_Focuser_v2. Ich habe beide Stellungen (nur hinausfahren und hinaus-, dann etwas hineinfahren ausprobiert - kein Unterschied). Dafür scheint der Auszug nach meiner Messung "richtungsstabil" zu sein. Theoretisch kann es auch sein, dass sich der gesamte Tubus verbiegt. Aber das konnte ich mangels Befestigung nicht ausmessen. Vielleicht ist es ja tatsächlich der Tubus, denn Unschärfen sind mir während der Nächte weniger aufgefallen als immer stärker verzognene Sterne (die Montierung ist perfekt eingenordet).

Wie dem auch sei. Die Gegend selbst, so unscheinbar sie ist, zeigt Details, mit denen man sich beschäftigen kann. Zum einen konnte ich zwei Low-surface-brightness-Galaxien aufs Bild bringen (z.B. rechts unten, links vom Spike des großen Sterns, der gerade nicht im Bild ist (HD219949). Zum anderen gehören die Galaxien auf dem Bild offenbar unterschiedlichen Clustern an. Offenbar gibt es einige Versuche, diese zu gruppieren, wenn man sich etwas im SIMBAD umsieht. Dabei ist mir so nebenbei etwas unter Astronomen ganz Selbstverständliches aufgefallen. Zu Gruppen werden nur jene Galaxien zusammengefasst, zu denen ein Wert der Rotverschiebung bekannt ist, was klar ist, denn damit misst man ja die Entfernung. Vom überwiegenden Teil der Galaxien auf dem Bild ist keine Rotverschiebung bekannt. Was mich doch überrascht hat. Es gibt also noch etwas zu tun. Wenn nur ein Spektrometer nicht mehr kosten würde, als meine gesamte optische Ausrüstung, wüsste ich, was ich tun müsste ;-).
Übrigens zeigt die Annotation in PI zwei Galaxien an, bei denen es bei mir komplett schwarz ist. Entweder sind sie Opfer der DBE geworden, oder sie sind tatsächlich eine besondere Herausforderung, denn am entsprechenden DSS-Bild war da auch nichts.
Die Beschäftigung mit den Inhalten des Bildes hat mich jedenfalls wieder etwas versöhnt mit den technischen Problemen bzw. mit meiner Ausrüstung.

-Erich

Überläufer
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Re: NGC 7626 and friends

Beitrag von Überläufer » 14.11.2017, 09:41

Danke Reinhard. Ja, momentan bin ich mehr am Messen als am Aufnehmen. So genau wollte ich meine Ausrüstung gar nicht kennen ;-)!

-Erich

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