Hallo Spiderfreak,
um deine Begriffsverwirrung etwas zu mindern mal ein wenig Erklärung:
.) Stativ
Die Beine deines Teleskops - das Stativ trägt die Montierung. Damit das Zeug auch stabil steht und das Teleskop dann nicht wackelt muß das Stativ auch entsprechen massiv sein.
.) Montierung
Das ist das Teil zwischen Stativ und dem Teleskop und dafür verantwortlich das die optische Achse des Teleskops auf dein Zielobjekt ausgerichtet werden kann und - wenn mit Nachführung versehen - auch dort bleibt also das Teil das die Erdrotation ausgleicht.
.) Für die Astrofotografie werden üblicherweise Montierungen verwendet die nur in einer Achse nachgeführt werden müssen - d.h. eine Achse ist auf den Himmelspol (Rektaszensionsachse oder RA) ausgerichtet und die andere Achse (Deklinationsachse DA) wird durch die Nachführung bewegt.
Ein Beispiel dafür ist die
Deutsche Montierung
.) Guiding
Das integrierte Nachführen einer Montierung ist fehlerbehaftet - dafür gibts eine Menge Ursachen. Z.B. um ein perfektes Nachführen zu ermöglichen MUß die RA exakt auf den Himmelsnordpol gerichtet sein - das Ausrichten mit einer so hohen Genauigkeit ist aber extra schwer, realistischerweise wirst bei einer Montierung kaum exakt genug sein um mehr als ein paar Minuten nachführen zu können. Bei ein paar Stunden wirds dann unmöglich

Weil das ja nicht genug ist kommen jetzt mechanische Toleranzen und der s.g. Schneckenfehler ins Spiel. Dabei handelt es sich um Fehler im Antrieb - wenn eine Schnecke ein Zahnrad treibt dann muss, um eine Bewegung zu ermöglichen, ein Spiel vorhanden sein. Wenn sich die Schnecke nun also dreht dann ruckelt es ein klein wenig - das reicht aber um einen Fehler bei der Genauigkeit zu haben und damit ist die Nachführung nicht exakt.
Beim Guiding wird mit Hilfe einer 2. Kamera (Webcam) die Nachführung korrigiert. Das passiert entweder mit Hilfe eines Leitrohres (2. Fernrohr das parallel zum Hauptfernrohr montiert ist) oder eines Off Axis Guiders OAG (Das ist ein Teil das mit Hilfe eines Spiegels oder Prismas einen Teil des Lichtes aus dem Hauptrohr verwendet um einen Leitstern zu finden - quasi eine Möglichkeit das Hauptrohr auch als Leitrohr zu benutzen).
In jedem Fall gibt es eine 2. Kamera die ein Bild eines Sterns in der Nähe des Objekts liefert - mit Hilfe einer Software wird dann ein Korrektursignal erzeugt das die Montierung dazu bringt dem Leitstern exakt zu folgen. Das ganze nennt sich dann Autoguiding - beim manuellen Guiding übernimmt die Rolle der Kamera und der Software ein Mensch der mit einem Fadenkreuzokular den Lauf der Montierung überwacht und manuell auf den Tasten der Steuerung die Korrekturen vornimmt. Meinereiner hat lieber keine Kreuzschmerzen und läßt das autoguiding werkeln als manuell nachzuführen.
.) Was brauchst für Astrofotos
a.) Leidensfähigkeit (Zitat: Dietmar Hager

)
b.) noch mehr Leidensfähigkeit.....
c.) eine Kamera - hast ja
Damit kannst du bereits Strichspuraufnahmen ohne Probleme machen und auch erste Versuche mit Widefield Aufnahmen machen.
Planeten und Mondfotos werden auch mit dem Dobson gelingen - Mond geht dabei sicher leichter weil du dabei gar nicht nachführen mußt (kleiner Hinweis: der Mond ist eine sonnenbeschienene Fläche und braucht daher nur kurze Belichtungszeiten) und dein Zielobjekt schön groß ist.
Hier:
http://hatschie.de/EBV/Astro_gross/start.html findest eine Menge darüber zum nachlesen - interessant sind z.b. Belichtungszeiten die ohne Nachführen gehen.
Wenns aufwendiger werden soll dann kommen viele Dinge dazu:
d.) Eine Möglichkeit zum Nachführen der Kamera
Dabei kommst um eine gute Montierung nicht herum. Ohne Guiding kannst hier bereits Aufnahmen bis zu wenigen Minuten machen (rechne aber lieber mit 30'

)
dazu kommt:
e.) Bildbearbeitungssoftware
Die Nachbearbeitung der Bilder ist dann der meiste Aufwand - das beginnt bei wenigen Handgriffen und kann dann auch durchaus mal ein paar Tage dauern.
Die Liste läßt sich fast beliebig verlängern aber für den Anfang denke ich das reicht.
Ich würde dir vorschlagen erst mal mit stehender Kamera zu beginnen und ein paar Planetenfotos mit dem Dobson zu machen. Wenn du dann richtig Blut geleckt hast kommt dann haufenweise Ausrüstung und der dringende Wunsch dazu mehr zu machen. Nicht zu vergessen der Frust über das Wetter das dich dann davon abhält die ganzen neuen Spielzeuge auszuprobieren
lg
Hans