hallo Reinhard,
die Eigenschaften von Linsen und Spiegeln sind wissenschaftlich wirklich hinreichend untersucht worden.
Sehr empfehlenswert dazu sind Bücher wie "Telescope Optics" von Harrie Rutten und "Startesting astronomical Telescopes"
von H.R.Suiter - beides Bücher die verständlich und gut zu lesen sind. Hab ich immer im shop.
Jetzt hast du mich übertölpelt weil ich hab Sky&Telescope erst seit Jan 1990 vollständig im Regal
Dein Zitat ist vollkommen korrekt, bezieht sich aber lediglich auf die Kontrastübertragung bei Planetenbeobachtung,
und dazu als Beispiel noch Schmidt-Cassegrain also nicht Newtons.
Dein Zitat bezieht sich nicht auf die Fähigkeit Licht zu sammeln. Ein durchschnittlich reflektierender Spiegel hat heute 91% bis 99% Reflektion,
70% waren es vor einem Jahrhundert ohne Alu und Coating. Wesentlich für die Lichtsammeleigenschaft, und die wächst proportional zur Fläche
des lichtsammelnden Elements, also des Objektivs.
Bei einem Newton von 10" also 25,4cm haben wir eine Fläche von (25,4/2)^2xPi = 507cm2
mit 91% Reflektivität also 507x0,91 = 461cm2 effektiv
dann ein Fangspiegel von 6,3cm der kostet (6,3/2)^2xPi = 31cm2
also abgezogen 461-31= 430cm2 effektive Objektivfläche 10" Newton
Bei einem Apo von sagen wir 15cm (15/2)^2xPi = 177cm2
mit 97% Reflektivität 177x0,97 = 172cm2 effektive Oberfläche Apo
Nur damits jeder der mitliest auch für sein Teleskop nachrechnen kann.
Der 150mm Apo kostet in der günstigen Version 5000.- der Newton 500.-
gibt aber auch teurere Newtons...
Ein 190mm Vollapo der am Planeten das leistet was der 10" Newton kann vielleicht 20000.-
Der braucht aber auch den entsprechende Montierung, weil der ist viel schwerer und länger
als der Newton, kann in f/5 nicht gebaut werden. Also nicht EQ6 sondern Fornax100 oder GM2000 oder 4000.
Ein 240mm Apo der soviel farbreines Licht sammelt wie der Newton.... auf Anfrage
Da ein Apo mit Zenitspiegel betrieben wird, hebt sich das mit dem Lichtverlust durch die Reflektivität Newton Fangspiegel auf.
Ich kann ja einen FS mit hoher Reflektivität nehmen. Ist aber eh peanuts.
Die Wirkung einer zentralen Obstruktion lässt sich sehr gut mit der Kontrastübertragungsfunktion (oder MTF)
darstellen, dabei kommt auch zum Vorschein dass der Kontrastverlust durch eine höhere Öffnung ausgeglichen
werden kann. Für Planetenbeobachtung gilt die Faustformel von William Zmek welche er in Sky&Telescope July 1993 veröffentlicht hat
als allgemein von den Beobachtern ausser Streit gestellt. Kann ich dir per mail zukommen lassen, hier darf ich nicht reinstellen
wegen copyright. Sie gilt für Hochauflösung von planetaren Details bei 20% Kontrastunterschied.
Sie besagt: Um einen Newton mit einem absolut perfekten (also komplett farbreinen) Apo zu vergleichen muss man
nur den Durchmesser des Fangspiegels von der Öffnung abziehen (linear).
Für den 10" Newton mit 63mm FS also 254-63 = 191mm
Die Airy Disk des 150mm Apos hat 1,86" Durchmesser, die des 254mm Newtons 1,10" (bei 550nm) er löst also entsprechend besser auf, aber
die 25% lineare Obstruktion des Newtons bewirkt dass 73% des Lichts in der Airy Disk landet und 18% im ersten Beugungsring.
Statt 84% und 7% beim idealen Apo. Diesen Kontrastverlust beschreibt die Zmek Formel.
Aus diesen Gründen, und in Übereinstimmung mit den beobachteten Tatsachen, kann ein 10" Newton bei Deepskybeobachtung
wesentlich mehr zeigen als ein kleinerer Apo. Es geht nur um die Lichtsammelkraft. Und er kann am Planeten soviel zeigen
wie ein 191mm Vollapo. Justiert und temperiert müssen natürlich beide sein, der Apo und der Newton.
Um die Wirkung von Abschattung und diversen Fehlern bei Hochvergrösserung am Stern zu simulieren, gibts ein kleines Programm,
gratis zum runterladen und Sterntest üben - Aberrator:
http://aberrator.astronomy.net/
ich hoffe dass wir da wo weiterführend diskutieren können, hier missbrauchen wir ein bissl den Thread vom Roman, SORRY Roman!
lg Tommy
PS: Ich hab gar nichts gegen Apos, habe selber 7 Stück davon die ich alle liebe und deren Vorzüge ich schätze
und nur 5 Newtons
nur um zu erklären warum viele Leute zu Newtons greifen.