Über den Wolken
Verfasst: 18.10.2009, 00:15
Nach etwa 20 Minuten langweiligen Anstehens war es endlich soweit. Ich trat durch die Sicherheitskontrolle am Frankfurter Fluhafen. Was der Zollbeamte allerdings noch nicht wußte: Er wird gleich Bekanntschaft mit meinen Füßen machen, die ich zuvor 13 Stunden lang feinsäuberlich in meinen Schuhen versteckt hatte. Dementsprechend war dort das Klima: subtropisch.
Artig folgte ich der Aufforderung in die kleine, für solche Zwecke vorgesehene Kabine zu gehen. Als ich die Schnürsenkel öffnete, musste ich sofort an die Geox-Werbung im Fernsehen denken (Ihr wißt schon: da wo alle umfallen, wenn die Schuhe geöffnet werden). Sobald der schweißnasse Fuß inkl. Socken den wohltuend-warmen Schuh verließ entfaltete sich ein Aroma, das mir heute noch peinlich ist. Aber der Zollbeamte wollte das so, also sollte er auch seinen Spaß haben. Mein Vorteil: ich verschwand nach der Kontrolle im nächsten Duty-Free Shop und verzog mich in die Parfüm-Abteilung. Nach 10 Minuten waren alle Sinne beisammen, der Gruchssin völlig intakt und dann kam dieser Moment. Der Moment, wo alles einen Sinn ergab.
Mein Hirn setzte Informationen zusammen. Vollautomatisch. Kostenlos. Ohne Werbeunterbrechung:
Die Information war folgende:
Flugzeug + Fensterplatz + Dunkel + 10.000 Höhenmeter = Astronomie.
Völlig erregt begab ich mich zum Flugsteig D21 und schaute mir die ganzen kleinen lustigen Fortbewegungsmittel an, die auf nem Flughafen so herumschwirren, und dachte noch lang drüber nach, warum sich de Propellermaschinen so anders wie Turbinen anhörten, und wie die Leute am Rollfeld das den ganzen Tag aushalten. Plötzlich meldete sich weider mein Hirn: "Die rechte Sitzreihe ist die bessere."
Ich dachte: "Häh? Was will ich von mir?"
Und da kam wieder die Information:
Flugrichhtung nach Osten + Fensterplatz rechts = Blickrichtung Süden = Interessanter als Blickrichtung Norden
Ich war beeindruckt. Und gespannt.
Etwas später und mit lauter Magazinen, die man sich nur im Flugzeug anschaut um die Zeit totzuschlagen, setzte ich mich also auf meinen Sitzplatz auf der rechten Seite der Maschine. Ein kleines "Olé!" zuckte stumm durch mein Sprachzentrum.
In Reiseflughöhe und einem nach Nichts schmeckenden Billigsandwich später riskierte ich einen Blick aus dem Fenster. Schwarz. Komplett. Fast! Denn da schob sich ein ganz helles Lichtpünktchen von links in mein Gesichtsfeld: Jupiter. Und ich war wieder freudig erregt. Aber nur kurz, denn es stellte sich bald heraus, dass da sonst nichts war. Nur dieser eine kleine, miese Punkt, der so vielversprechend war. Ich presste Hände und Nase an die Scheibe und konzentrierte mich auf "schwarz". Und es war schwarz, sehr schwarz sogar. Schwärzer als sonst aber halt nicht ganz weil da war ja der eine grelle Lichtpunkt aber das wars schon.
Abgesehen vom Piloten war ich der einzige Idiot der bei dem Flug 15 Minuten am Stück ausm Fenster geschaut hat, und hab nix gesehen.
Ich dachte sofort an Wolken die die Sicht verdecken, aber in 10.000m Höhe? Seeehr unwarscheinlich, zumal es da oben keine Wolken gibt.
Warum sieht man da oben keine Sterne? Liegts an den doppelten Fensterscheiben? An dem grauslichen Essen? An den Stewardessen? An meinen Schuhen?
Fragen über Fragen.
Eines steht fest: beim nächsten Flug werd ich wieder an der Scheibe kleben - hoffentlich. Bei Nacht.
LG Clemens
Artig folgte ich der Aufforderung in die kleine, für solche Zwecke vorgesehene Kabine zu gehen. Als ich die Schnürsenkel öffnete, musste ich sofort an die Geox-Werbung im Fernsehen denken (Ihr wißt schon: da wo alle umfallen, wenn die Schuhe geöffnet werden). Sobald der schweißnasse Fuß inkl. Socken den wohltuend-warmen Schuh verließ entfaltete sich ein Aroma, das mir heute noch peinlich ist. Aber der Zollbeamte wollte das so, also sollte er auch seinen Spaß haben. Mein Vorteil: ich verschwand nach der Kontrolle im nächsten Duty-Free Shop und verzog mich in die Parfüm-Abteilung. Nach 10 Minuten waren alle Sinne beisammen, der Gruchssin völlig intakt und dann kam dieser Moment. Der Moment, wo alles einen Sinn ergab.
Mein Hirn setzte Informationen zusammen. Vollautomatisch. Kostenlos. Ohne Werbeunterbrechung:
Die Information war folgende:
Flugzeug + Fensterplatz + Dunkel + 10.000 Höhenmeter = Astronomie.
Völlig erregt begab ich mich zum Flugsteig D21 und schaute mir die ganzen kleinen lustigen Fortbewegungsmittel an, die auf nem Flughafen so herumschwirren, und dachte noch lang drüber nach, warum sich de Propellermaschinen so anders wie Turbinen anhörten, und wie die Leute am Rollfeld das den ganzen Tag aushalten. Plötzlich meldete sich weider mein Hirn: "Die rechte Sitzreihe ist die bessere."
Ich dachte: "Häh? Was will ich von mir?"
Und da kam wieder die Information:
Flugrichhtung nach Osten + Fensterplatz rechts = Blickrichtung Süden = Interessanter als Blickrichtung Norden
Ich war beeindruckt. Und gespannt.
Etwas später und mit lauter Magazinen, die man sich nur im Flugzeug anschaut um die Zeit totzuschlagen, setzte ich mich also auf meinen Sitzplatz auf der rechten Seite der Maschine. Ein kleines "Olé!" zuckte stumm durch mein Sprachzentrum.
In Reiseflughöhe und einem nach Nichts schmeckenden Billigsandwich später riskierte ich einen Blick aus dem Fenster. Schwarz. Komplett. Fast! Denn da schob sich ein ganz helles Lichtpünktchen von links in mein Gesichtsfeld: Jupiter. Und ich war wieder freudig erregt. Aber nur kurz, denn es stellte sich bald heraus, dass da sonst nichts war. Nur dieser eine kleine, miese Punkt, der so vielversprechend war. Ich presste Hände und Nase an die Scheibe und konzentrierte mich auf "schwarz". Und es war schwarz, sehr schwarz sogar. Schwärzer als sonst aber halt nicht ganz weil da war ja der eine grelle Lichtpunkt aber das wars schon.
Abgesehen vom Piloten war ich der einzige Idiot der bei dem Flug 15 Minuten am Stück ausm Fenster geschaut hat, und hab nix gesehen.
Ich dachte sofort an Wolken die die Sicht verdecken, aber in 10.000m Höhe? Seeehr unwarscheinlich, zumal es da oben keine Wolken gibt.
Warum sieht man da oben keine Sterne? Liegts an den doppelten Fensterscheiben? An dem grauslichen Essen? An den Stewardessen? An meinen Schuhen?
Fragen über Fragen.
Eines steht fest: beim nächsten Flug werd ich wieder an der Scheibe kleben - hoffentlich. Bei Nacht.
LG Clemens