Outters 4 "Giant Squid" & Sh2-129 "Flying Bat"
Verfasst: 08.01.2017, 20:40
Liebe Leute,
Ich zeige Euch ein Bild aus dem Spätsommer – der erst vor Kurzem entdeckte, extrem lichtschwache Outters 4 im Sh2-129 Nebel. Eigentlich wollte ich alles nochmal überarbeiten, mir fehl aber momentan der Biss dafür und viele weitere Daten warten noch auf meiner Festplatte. Daher … et voilà.
Mit einer Gesamtintegrationszeit von mehr als 32 Stunden, über sechs verschiedene Nächte verteilt, ist dies meine bisher am längsten belichte Aufnahme. Das Canon EF 200mm wurde bei f2.8 für den [OIII]-Kanal und bei f2.8 und f4 (mit Blendenmaske) für Ha betrieben.
Outters 4 ist zweifellos auch das schwächste Objekt, das ich bisher abgebildet habe. Er ist auf einzelnen 15 min [OIII]-Frames nahezu unsichtbar. Auch das integrierte [OIII]-Bild von fast 17 Stunden erforderte ein starkes, maskengestütztes Strecken. Verarbeitung mit verschiedenen Methoden in Pixinsight (Tonemaps und NBRGB Script). Die Sternfarben kommen von einigen RGB Aufnahmen. Endgültige Bearbeitung erfolgte in PS.

Details auf Astrobin: http://www.astrobin.com/279540/E/?real=&nc=herwig_p
Größer: Sh2-129 "Flying Bat" and Outters 4 "Giant Squid" Nebulae
Unlängst haben ja auch Jens und Arno dieses Objekt hier gezeigt.
Objektbeschreibung:
Der Emissionsnebel Sharpless 129 in Sternbild Cepheus befindet sich in der Nähe des helleren und bekannteren IC 1396 (Elefantenrüsselnebel). Sh2-129 wird aufgrund der Form auch als "Fliegender Fledermaus" -Nebel bezeichnet, dargestellt durch die roten Ha-Anteile.

Der türkisfarbene Nebel innerhalb von Sh2-129 ist als Outters 4 bekannt, auch "Giant Squid" bezeichnet. Er ist extrem schwach und ist nur auf [OIII] gefilterten Bildern ersichtlich.

Obwohl über 1 Grad groß am Himmel, wurde Ou4 erst vor kurzem vom französischen Amateur-Astronomen Nicolas Outters entdeckt, nachdem er Sh2-129 im Juni 2011 ablichtete. Zuerst für einen planetarischen Nebel gehalten, schlussfolgerten Corradi et al. (2014), dass Ou4 ein bipolarer Ausfluss ist, der vor etwa 90.000 Jahren aus dem massiven Triple-Star-System HR 8119 im Inneren der Sh 2-129 Hii Region gestartet wurde. HR 8119 befindet sich in einer Entfernung von 2300 Lichtjahren und ist auch verantwortlich für die Ionisierung des roten Emissionsnebels Sh2-129.
Ou4 besteht hauptsächlich aus zwei bipolaren Loben mit bogenförmigen frontalen Stoßfronten verstärkter [O iii] -Emissionen, die bei stellaren Ausflüssen beobachtet werden, sowie interne „Blasen“ und komplexe Filliamentbögen. Das Gas in den Loben wird durch Shock ionisiert, die durch Kollision mit dem Umgebungsgas der Hii-Region erzeugt werden. Die bipolaren Loben sind 47 × 8 Lichtjahre groß.
Die Beschreibung wurde aus folgenden Publikationen entnommen:
Romano Corradi, Nicolas Grosso, Agnes Acker, Robert Greimel, Patrick Guillout, “Gas physical conditions and kinematics of the giant outflow Ou4”, Astronomy & Astrophysics, 570, A105, (2014).
Acker, A., Boffin, H. M. J., Outters, N., et al., “Discovery of new faint northern galactic Planetary Nebulae”, Rev. Mexicana Astron. Astrofis., 48, 223, (2012).
Ich zeige Euch ein Bild aus dem Spätsommer – der erst vor Kurzem entdeckte, extrem lichtschwache Outters 4 im Sh2-129 Nebel. Eigentlich wollte ich alles nochmal überarbeiten, mir fehl aber momentan der Biss dafür und viele weitere Daten warten noch auf meiner Festplatte. Daher … et voilà.
Mit einer Gesamtintegrationszeit von mehr als 32 Stunden, über sechs verschiedene Nächte verteilt, ist dies meine bisher am längsten belichte Aufnahme. Das Canon EF 200mm wurde bei f2.8 für den [OIII]-Kanal und bei f2.8 und f4 (mit Blendenmaske) für Ha betrieben.
Outters 4 ist zweifellos auch das schwächste Objekt, das ich bisher abgebildet habe. Er ist auf einzelnen 15 min [OIII]-Frames nahezu unsichtbar. Auch das integrierte [OIII]-Bild von fast 17 Stunden erforderte ein starkes, maskengestütztes Strecken. Verarbeitung mit verschiedenen Methoden in Pixinsight (Tonemaps und NBRGB Script). Die Sternfarben kommen von einigen RGB Aufnahmen. Endgültige Bearbeitung erfolgte in PS.
Details auf Astrobin: http://www.astrobin.com/279540/E/?real=&nc=herwig_p
Größer: Sh2-129 "Flying Bat" and Outters 4 "Giant Squid" Nebulae
Unlängst haben ja auch Jens und Arno dieses Objekt hier gezeigt.
Objektbeschreibung:
Der Emissionsnebel Sharpless 129 in Sternbild Cepheus befindet sich in der Nähe des helleren und bekannteren IC 1396 (Elefantenrüsselnebel). Sh2-129 wird aufgrund der Form auch als "Fliegender Fledermaus" -Nebel bezeichnet, dargestellt durch die roten Ha-Anteile.
Der türkisfarbene Nebel innerhalb von Sh2-129 ist als Outters 4 bekannt, auch "Giant Squid" bezeichnet. Er ist extrem schwach und ist nur auf [OIII] gefilterten Bildern ersichtlich.
Obwohl über 1 Grad groß am Himmel, wurde Ou4 erst vor kurzem vom französischen Amateur-Astronomen Nicolas Outters entdeckt, nachdem er Sh2-129 im Juni 2011 ablichtete. Zuerst für einen planetarischen Nebel gehalten, schlussfolgerten Corradi et al. (2014), dass Ou4 ein bipolarer Ausfluss ist, der vor etwa 90.000 Jahren aus dem massiven Triple-Star-System HR 8119 im Inneren der Sh 2-129 Hii Region gestartet wurde. HR 8119 befindet sich in einer Entfernung von 2300 Lichtjahren und ist auch verantwortlich für die Ionisierung des roten Emissionsnebels Sh2-129.
Ou4 besteht hauptsächlich aus zwei bipolaren Loben mit bogenförmigen frontalen Stoßfronten verstärkter [O iii] -Emissionen, die bei stellaren Ausflüssen beobachtet werden, sowie interne „Blasen“ und komplexe Filliamentbögen. Das Gas in den Loben wird durch Shock ionisiert, die durch Kollision mit dem Umgebungsgas der Hii-Region erzeugt werden. Die bipolaren Loben sind 47 × 8 Lichtjahre groß.
Die Beschreibung wurde aus folgenden Publikationen entnommen:
Romano Corradi, Nicolas Grosso, Agnes Acker, Robert Greimel, Patrick Guillout, “Gas physical conditions and kinematics of the giant outflow Ou4”, Astronomy & Astrophysics, 570, A105, (2014).
Acker, A., Boffin, H. M. J., Outters, N., et al., “Discovery of new faint northern galactic Planetary Nebulae”, Rev. Mexicana Astron. Astrofis., 48, 223, (2012).