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NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 31.03.2017, 03:21
von tommy_nawratil
hallo,
NGC4214 in den Jagdhunden ist eine sehr aktive Starburst Galaxie, und nur ca. 10 Mio.Lichtjahre entfernt.
Also ca. 4x Andromeda. Sie wird als irreguläres System oder Balkensprirale gewertet, und
was sie derart zerfranst hat ist nicht bekannt. Mit einer Größe von 8x6arcmin gerade recht,
mal kleine Pixel mit längerer Brennweite zu probieren - ASI1600MMC am 250/1250 Quarznewton.
Im Feld tummeln sich jede Menge Hintergrundgalaxien
100% auf Astrobin:
http://cdn.astrobin.com/images/thumbs/a ... ermark.jpg
http://www.astrobin.com/289288/
ein 100% Ausschnitt mit der NGC4214
Es sind 98x3min Subframes, die ASI1600 bei unity gain, und der Hintergrund war tatsächlich bereits zu ca. 7% gesättigt.
Also unnötig, längere Frames zu machen, dafür aber mehr

Der erste Abend hatte gutes Seeing, die Lumi Daten hab ich der Decon unterzogen, und das sind die Details.
Der zweite Abend war eher turbulent, und mit der Summe hab ich den Hintergrund beruhigt.
lg Tommy
Re: NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 31.03.2017, 15:11
von tommy_nawratil
hallo,
wollte mal was aktuelles bearbeiten, und sehen wie weit ich komme mit dem oversampling.
Südhimmel kommt noch
@ Horst: Den Treiber der ASI kann man konfigurieren hinsichtlich gain und offset, entweder höchste Dynamik
oder höchste Empfindlichkeit. Unity ist, wo der Verstärker nix macht (interpretiere ich mal so).
Hintergrund messen - einfach die Helligkeit im linearen Bild. Das Dunkelbild müsste man abziehen,
hat hier ca. 0.7% Helligkeit.
lg Tommy
Re: NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 31.03.2017, 16:35
von Josef
Hammer, wieder mal ein echter "Tommy" Kracher.
Sehr gut Objektwahl, die Galaxie muss ich mir merken!
Re: NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 31.03.2017, 17:15
von klausbaerbel
Hallo Tommy,
Das Bild habe ich Gestern schon auf Astrobin bewundert für schön befunden und sogleich notiert.
Ich finde diese ausgefranselte Galaxie einfach hochinteressant und war mir bisher noch garnicht zu Augen gekommen.
Zu Deiner Ausarbeitung braucht man ja nicht mehr viel zu sagen. Rummosern kann man da ja nichts mehr.
tommy_nawratil hat geschrieben:
Hintergrund messen - einfach die Helligkeit im linearen Bild. Das Dunkelbild müsste man abziehen,
hat hier ca. 0.7% Helligkeit.
Kannst Du das vielleicht noch etwas genauer erklären?
Besonders wie Du auf die %e kommst.
Wenn ich es richtig sehe, geht das aber erst nach der ersten Aufnahmenacht am PC.
Liebe Grüße
Heiko
Re: NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 31.03.2017, 20:17
von tommy_nawratil
hallo,
danke für eure Anmerkungen, das freut mich!
Ich war nicht sicher bez. Rauschen, ich bin normal nicht bei 0,62arcsec/pixel.
Das war ein Versuchsballon, jetzt bin ich bei 0,78 und f/4.
Das ist vielleicht gut für die Details in Galaxien, denk ich.
Heiko, in PI hast du die Helligkeiten von 0 bis 1 beziffert. Dieser Wert x100 und du hast die Prozent.
Du misst einfach am Rohbild die Helligkeit des Hintergrundes aus, und fertig.
Man will ja nicht den Hintegrund bei 0,5 haben, bleibt kein Raum für die Sterne.
0,07 ist in etwa die Helligkeit, welche man beim gestreckten Bild anstrebt.
Das im linearen Bild reicht deftig.
lg Tommy
Re: NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 31.03.2017, 20:57
von klausbaerbel
Hallo Tommy,
Aha, jetzt kann ich es nachvollziehen.
Sogleich nachgemessen, gerechnet und kombiniert, daß bei meinem Himmel 8min ISO400 das Maximum sind.
Vielen Dank für diesen wertvollen Tip. Der wird mir zukünftig viel helfen die richtige Belichtungszeit zu ermitteln.
Liebe Grüße
Heiko
Re: NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 01.04.2017, 00:15
von tommy_nawratil
hallo Heiko,
das ist aber kein Gesetz, nur was ich mir so denke in diesem Fall!
lg Tommy
Re: NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 01.04.2017, 06:49
von TONI_B
Klassischer Tommy!
Wie kommst du zu solch kleinen Sternen bei 1200mm? Bei mir sind das immer riesige Patzen...

Re: NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 01.04.2017, 15:24
von Ephemeris
Servus Tommy,
Traumhaft, die Aufnahme. Du hast mich motiviert und so hatte ich sie gestern auch aufgenommen. Nur habe ich nach dem Meridianflip, nach 5h, eine Testaufnahme mit ISO 10000 gemacht um den Bildausschnitt zu prüfen. Und was mache ich Tepp. ich vergiss die ISO wieder zurückzusetzen

Und nun habe ich 3 Stunden versemmelt

Re: NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 01.04.2017, 18:41
von Tommy
Hallo Tommy
Sehr schöne und tiefe Aufnahme. Mir war diese Gx auch unbekannt, scheint aber sehr interessant zu sein.
LG
Thomas
Re: NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 02.04.2017, 02:01
von tommy_nawratil
hallo,
dankeschön für eure Kommentare!
@ Toni: Das Seeing war recht gut in der einen Nacht, und ich habe die Sterne mit Decon verkleinert.
Das RC hat von Haus aus etwas fettere Sterne wegen der großen Obstruktion, aber das müsste man auch
mit Decon zumindest mildern können
@ Hans: Hui, da bin ich gesoannt, hast den CDK genommen?
@ Horst: Da gehts natürlich um die Frage der Hintergrund Limitierung. Es gibt keine verbindliche Formulierung.
Hier zB findet sich eine sehr informative Diskussuion dazu:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPI ... hichpage=1
Deine Bilder, neben der 891 gemessen, haben Hintergrund Helligkeiten von 8,8% fürs Light und 0,2% beim Summenbild.
Das Dark hat 0,05% also wirklich sehr dunkel. Relevant ist das Light, das Summenbild ist bereits verwurschtet
durch irgendwelche Prozesse. Das Light ist damit sehr weit über dem Dark und dem Hintergund Limit.
Das könnte man je nach Gutdünken bei 3x oder 10x Dark ansetzen.
Eine Canon hat zb ein sehr helles Dark (und auch Bias) von ca. 3%, weil dort der offset hoch ist.
Da wird man nicht x10 rechnen. weil sonst kein headroom für Signal mehr bleibt.
Eine Nion hat ein extrem kleines offset, das sogar ganz schwarze Pixel im Dark verursachen kann.
Die sind eben nicht für Astro konzipiert., Aber m,achen trotzdem schöne Bilder
lg Tommy
Re: NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 02.04.2017, 12:40
von Ephemeris
Servus Tommy,
Ja ich hatte die D5500 am CDK,.Und ziemlich genau die selbe Belichtungszeit. Nur ich habe 6 min Frames gemacht. Jetzt warte ich auf die Muse für die EBV. Im Moment viel Arbeit auf anderen Gebieten

Re: NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 02.04.2017, 12:44
von tommy_nawratil
hallo Horst,
fürs Summenbild ist das völlig egal, es ist ein 32bit Bild und selbst wenn es 10x dunkler als das
Dark wäre, ist das nur eine Folge einer mathematischen Skalierung und hat nichts mit Hintergrund Sättigung zu tun.
Da gehts ausschliesslich um die Lights! Wichtig ist, dass dieses HG limitiert ist, besonders im Schmalband
wo wenig Signal kommt soll man aufpassen. Bei vielen kurzen Lights kriegt man auch mehr Ausleserauschen
rein, da wäre es gut wenn der Abstand zum Dark (bzw. dem Noise Sigma desselben, wo es hauptsächlich ein Sockelbetrag ist)
recht hoch ist.
lg Tommy
Re: NGC4214 im Feld und closeup
Verfasst: 02.04.2017, 15:05
von tommy_nawratil
servus,
wenn du deine Lights Hintergrund limitiert belichtest, hast du die Hauptaufgabe erfüllt.
Alle Versuche die ich kenne, was dann mit Anzahl versus Dauer der Lights noch zu holen ist,
haben keine gravierenden Unterschiede ergeben. Darum waren auch keine Formeln abzuleiten,
so folgere ich spitzbübisch daraus
Ähnlich die Iso Diskussion bei DSLR, es gibt Leute die 3min Iso 1600 belichten und andere
welche 20min Iso200 nehmen, gleich lange Gesamtbelichtungszeit.
Beide machen super Fotos, vorhandene Unterschiede sind auch
durch unterschiedliche Standorte und Instrumente erklärbar.
Hintergrund limitiert arbeiten ist das Wichtigste.
In PI hätte man beim Stacken mit mehr als 15-20 Bildern einen gewissen Vorteil,
weil man Linear Fit rejection verwenden kann. Ist der beste Algorithmus.
Auch das wird aber keine entscheidende Verbesserung sein, nur ein etwas
saubereres Summenbild ergeben. Wenn man sonst nix vergeigt.
lg Tommy