Willkommen beim Isabis Old Garden Observatory
Verfasst: 01.01.2026, 14:31
Hallo alle zusammen!
War schon länger nicht mehr hier aktiv mit schreiben, aber immer brav am mitlesen. Astrofotografisch sind wir nach wie vor sehr aktiv, nur die Zeit für Bildbearbeitung leidet etwas - warum, möchte ich euch in nachfolgendem, längeren Text beschreiben.
Astronomie – Namibia
Namibia als Eldorado für Sternfreunde ist in der Astroszene gut bekannt und auch „Nicht-Astros“ berichten nach Namibia-Urlauben begeistert vom dunklen Himmel, der durch keine irdische Beleuchtung aufgehellt wird. Über die Jahre haben sich einige Farmen mit einem Angebot speziell auf Amateurastronomen zugeschnitten etabliert. Zumindest drei Farmen haben auch Angebote für Astrofotografen, die ihrer Leidenschaft ferngesteuert („remote“) nachgehen möchten. Alle drei Farmen haben gemeinsam, dass der Kunde eine ganze Sternwarte mietet oder auf seine Kosten errichten lässt und sich auch um die Steuerung des Daches, teilwiese um die Wetterbeobachtung und dergleichen kümmert.
Seit 01. September 2025 gibt es auf der Farm Isabis von Joachim Cranz im Khomas Hochland, etwa 2 Stunden südwestlich von Windhoek gelegen, ein neues Angebot für alle, die Astrofotografie remote betreiben möchten.
Willkommen beim Isabis Old Garden Observatory!
Die Idee des Anbieters DeepSkySafaris ist es, Teleskopsäulen in einer großen Sternwarte anzubieten. Für den Sternfreund liegt der Vorteil darin, dass nur eine Säule und nicht gleich ein ganzes Gebäude gemietet werden muss, dass die gesamte für den Betrieb nötige Infrastruktur zur Verfügung steht und bestimmte Vorgänge wie zum Beispiel die Dachsteuerung zentralisiert sind.
Wir bieten zwei verschiedene Säulengrößen an - nicht nur für große Geräte, sondern auch für kompaktere Setups zu einem günstigeren Preis. Warum? Wir freuen uns, den wunderbaren Himmel über Namibia für möglichst viele Astrobegeisterte zugänglich zu machen und glauben, dass “remote-Astro” nicht immer extrem kostspielig sein muss.
Nebenbei – wer ist „wir“? Betreiber der Sternwarten sind Faried Abu-Salih und Markus Blauensteiner. Wir bekommen hinter den Kulissen noch viel Unterstützung von begabten Bastlern, Baumeistern, deren Helfer und IT-Profis..
Wir freuen uns, dass sich seit Inbetriebnahme am 1. Oktober 2025 bereits einige sehr schöne Bilder angesammelt haben:
Bildgalerie 1
Bildgalerie 2
Bildgalerie 3


(Bild verwendet mit freundlicher Genehmigung von: Felix Ecker)

Was beinhaltet das Angebot?
Neben der Teleskopsäule sind im Mietpreis der Internetzugang und der Stromanschluss inkludiert. Die Anschlussplatte zwischen Säule und Montierung ist grundsätzlich vorhanden und flexibel für verschiedene Montierungstypen geeignet, eine Absprache im Vorfeld wird dennoch dringend empfohlen. Die Sternwarten verfügen über ein eigenes, gesichertes Netzwerk. Bei den passenden Einstellungen für PC, LAN-Steckdosen, LAN-switches und Co helfen wir gerne. Weiters haben Mieter Zugang zu diversen Überwachungskameras, Wetterdaten können für das eigene Setup genutzt werden, ebenso ist eine all-sky-Kamera vorhanden. Nicht kümmern müssen sich die Sternfreunde um die Dachsteuerung und auch dem Teleskop kann einfach beigebracht werden, bei Schlechtwetter die Arbeit zu unterbrechen und später fortzusetzen.
Zur einfachen Kommunikation wurde ein Discord-Server eingerichtet. In dessen Kanälen kommuniziert die Sternwarte mit den Fotografen, die Mieter ausschließlich mit den Betreibern im „Säulen-eigenen“ Kanal oder auch alle miteinander. Der Vorteil liegt darin, dass alle Angesprochenen alle Informationen gleichzeitig bekommen und die Informationen auch erhalten bleiben.
Es ist möglich, das Equipment mit Spedition nach Isabis liefern und nach individueller Vereinbarung aufbauen zu lassen. Voraussetzung für diesen Service ist nur, dass es sich um einen „plug and play“ Aufbau handelt, was nichts anderes bedeutet als dass das Setup nach Möglichkeit beim Sternfreund zu Hause schon aufgebaut war, zumindest das Trockentraining bestanden hat und spätestens beim Abbau alles so beschriftet wurde, dass jeder Stecker wieder seinen Anschluss findet.
Zusätzlich inkludiert sind Serviceleistungen vor Ort, die wir mit verschieden Levels beschreiben möchten. Mit jeder Miete sind 10 Servicepunkte für Level 1 und 2 inkludiert und jede begonnene halbe Stunde Serviceleistung entspricht einem Servicepunkt. Servicepunkte sind von Jahr zu Jahr übertragbar und können bei Bedarf um 20 € pro Punkt nachgekauft werden.
- Level 1, wird so schnell wie nur irgendwie möglich erledigt:
Service, der einen drohenden Schaden vom Equipment abwenden soll, welcher sonst mit hoher Wahrscheinlichkeit eintritt. Darunter fällt z.B. eine Kamera, die nicht mehr ansprechbar ist, aber noch kühlt und daher tagsüber bei hohen Temperaturen sehr wahrscheinlich der Kühler Schaden nimmt. Ein weiteres Beispiel wäre ein Anbauteil, das sich gelockert hat und droht zu Boden zu fallen. Nach Maßgabe der verfügbaren Mitarbeiter vor Ort kann sich hier die Serviceleistung zunächst auch nur auf die Abwendung des Schadens beschränken („Stecker ziehen“).
- Level 2:
Hier handelt es sich um Service, der den Fortbetrieb des Systems ermöglicht. Typischerweise fielen hier Geräte hinein, die aus- und eingesteckt werden müssen, Deckel die sich nicht mehr korrekt öffnen und schließen, defekte Lüfter an Computern, oder auch den Austausch von Anbauteilen wie Kameras, Filterrädern, Nachführkameras und dergleichen mehr. Voraussetzung ist, dass das betroffene Gerät / Teil zumindest einen Teildefekt aufweist bzw. nicht mehr nutzbar ist. Müssen Geräte getauscht werden, dann kann Vieles auch in Namibia erworben werden und zählt das Suchen eines Lieferanten ebenso zur Servicezeit. Gut funktionieren Postsendungen aus Europa und auf Isabis gibt einen Fundus an verschiedenen Kabeln, Steckern, Schrauben bis hin zu LAN-switches und Ähnlichem.
- Level 3:
Hier handelt es sich um Service, der nicht inkludiert ist und individuell vereinbart werden kann. Darunter fallen zum Beispiel das Reinigen der Optik (ohne zerlegen), der Tausch einer funktionsfähigen Kamera gegen ein anderes Modell, Montage einer zweiten Optik („huckepack“), verbessern der Polausrichtung und dergleichen mehr. Kurz gesagt: es ist ein funktionierendes Setup vorhanden, welches verbessert / ausgebaut werden soll.
Wie verhält sich das mit dem Internet in der Steppe?
Wir Europäer sind verwöhnt davon, nahezu jederzeit zumindest guten Internetzugang zu günstigen Preisen zu haben und zwischen einer Vielzahl an Anbietern wählen zu können. Naturgemäß verhält sich das in fast menschenleeren Gegenden Namibias etwas anders: die Anzahl der nutzbaren Anbieter beschränkt sich häufig auf einen oder zwei. Isabis hat einen Anschluss der Namibischen Telecom, welcher unbegrenztes Datenvolumen bietet. Die Geschwindigkeit wiederrum ist nicht vergleichbar mit Anschlüssen. Aktuell im Aufbau ist ein zweiter Anschluss bei einem anderen Anbieter, welcher bei Ausfall der Telecom einspringt. Es soll nämlich nicht verschwiegen werden, dass es gerade in der Regenzeit (und wenn es mal regnet, dann richtig!) zu Ausfällen kommen kann.
Und – das Geschriebene stellt immer nur eine Momentaufnahme dar: schnell können sich Türen öffnen und plötzlich ergeben sich andere Möglichkeiten – so auch am Internet-Sektor. Wir sind bestrebt, immer die besten Optionen zu bieten.
Was kostet das und wie groß darf mein Teleskop sein?
Der Preis für eine Säule mitsamt den oben beschriebenen Leistungen beträgt € 3300.- pro Jahr.
Die Mindest-Mietdauer beträgt ein Jahr, die Kündigungsfrist 3 Monate vor Ablauf.
Auf den "großen Säulen" darf das Teleskop mit allen Anbauten einen Radius von 1 m nicht überschreiten.
Für größere Instrumenten können individuelle Vereinbarungen getroffen werden!
Das Isabis Old Garden Observatory kommt im Normalfall auf über 250 klare Nächte im Jahr. Unser Tipp angesichts dieser großen Zahl ist “Teambuilding”!
Die Zukunft, ein Exkurs und geht es auch günstiger?
Die Fertigung der zweiten Sternwarte ist weit fortgeschritten, diese wird voraussichtlich Ende Februar 2026 in Betrieb gehen, gegen Ende Mai 2026 wird eine dritte Sternwarte fertiggestellt. Ab der zweiten Sternwarte wird es ein besonders auf kleinere Teleskope ausgerichtetes Angebot geben: die mögliche Größe der Teleskope ist limitiert, daraus ergibt sich die Möglichkeit mehr Geräte in der Sternwarte unterzubringen und die einzelne Säule günstiger anzubieten.
Was bedeutet „kleinere Teleskope“ oder wie lässt sich der Raumbedarf eines Teleskops beziffern, wo es doch eine Vielzahl an Bauformen gibt? Dazu ein kleiner Exkurs zum Thema „Sicherheit im Remotebetrieb“: man ist nie davor gefeit, dass etwas nicht so funktioniert wie gedacht und das Teleskop in einer merkwürdigen Lage endet. Das gilt für alle Teleskope gleichermaßen und so muss gewährleistet sein, dass sich benachbarte Teleskope nie berühren können, egal in welchem unwahrscheinlichen Zustand sie sich auch befinden mögen. Das umfasst auch Teleskopdeckel, die in einer unüblichen Position stehen bleiben könnten. Selbstverständlich dürfen ein Teleskop oder Anbauteile auch nie das Dach oder die Wände berühren können.
Daraus ergibt sich, dass zunächst das Teleskop auf der Montierung vermessen werden muss, und zwar korrekterweise mit allen Anbauteilen im ausbalancierten Zustand. Vom Drehpunkt der RA-Achse zum am weitest entfernten Punkt des Teleskops gemessen findet sich der gesuchte Radius. Der am angesprochene Punkt ist von Teleskop zu Teleskop ein anderer: es kann die Kamera an der Teleskop-Rückseite sein, vielleicht die Kabel, die zur Kamera führen, vielleicht ein Deckel, wenn er halbgeöffnet stehen bliebt, vielleicht ist es ein huckepack montiertes Leitrohr. Die Abbildungen 5-7 zeigen das Prinzip:

Abbildung 5 - 108 mm APO auf AZ EQ 6 (eigene Zeichnung)

Abbildung 6 - 108 mm APO auf ZWO AM5 (eigene Zeichnung)

Abbildung 7 - TAK Epsilon 130ED auf ZWO AM5 (eigene Zeichnung)
In den Beispielen wurden eine Skywatcher AZ EQ6, eine ZWO AM5, ein APO mit 108 mm Öffnung, Blende 4.8 und ein Takahashi Epsilon 130ED näherungsweise nach-konstruiert. Abb. 5 und 6 zeigen einen Deckel in zwei Positionen, in denen er eine große Ausladung erzeugt. Die Abbildungen sollen nur das Prinzip der Messung verdeutlichen und dürfen nicht als fixe Maße für die angegebenen Teleskope angenommen werden!
Je nach Anbauteilen ändert sich der Schwerpunkt und das Messergebnis fällt anders aus – geschickt verteilt, lässt sich das Zusatzgewicht durch Mini-PC, Stromverteiler etc. durchaus nutzen, um Platz zu sparen. Tipp: am Markt gibt es mittlerweile nicht nur wegklappbare Deckel, sondern auch solche, die sich von der Teleskopöffnung wegdrehen und damit den Platzbedarf nicht erhöhen.
In den neuen Sternwarten ist angedacht, Plätze für Teleskopsysteme mit einem maximalen Radius von 60 cm anzubieten. Wiederum zur Orientierung: dieses Kriterium wird wohl von vielen gängigen APOS im Bereich bis knapp 110 mm Öffnung, ungefähr Blende 5, mit einer modernen harmonic-drive Montierung erfüllt werden.
Der Mietpreis für eine solche Säule wird € 2200.- betragen.


Kontakt
Wir freuen uns, wenn ihr bei Interesse mit uns unter info@deepskysafaris.com in Kontakt tretet!
Schöne Grüße,
Markus & Faried
War schon länger nicht mehr hier aktiv mit schreiben, aber immer brav am mitlesen. Astrofotografisch sind wir nach wie vor sehr aktiv, nur die Zeit für Bildbearbeitung leidet etwas - warum, möchte ich euch in nachfolgendem, längeren Text beschreiben.
Astronomie – Namibia
Namibia als Eldorado für Sternfreunde ist in der Astroszene gut bekannt und auch „Nicht-Astros“ berichten nach Namibia-Urlauben begeistert vom dunklen Himmel, der durch keine irdische Beleuchtung aufgehellt wird. Über die Jahre haben sich einige Farmen mit einem Angebot speziell auf Amateurastronomen zugeschnitten etabliert. Zumindest drei Farmen haben auch Angebote für Astrofotografen, die ihrer Leidenschaft ferngesteuert („remote“) nachgehen möchten. Alle drei Farmen haben gemeinsam, dass der Kunde eine ganze Sternwarte mietet oder auf seine Kosten errichten lässt und sich auch um die Steuerung des Daches, teilwiese um die Wetterbeobachtung und dergleichen kümmert.
Seit 01. September 2025 gibt es auf der Farm Isabis von Joachim Cranz im Khomas Hochland, etwa 2 Stunden südwestlich von Windhoek gelegen, ein neues Angebot für alle, die Astrofotografie remote betreiben möchten.
Willkommen beim Isabis Old Garden Observatory!
Die Idee des Anbieters DeepSkySafaris ist es, Teleskopsäulen in einer großen Sternwarte anzubieten. Für den Sternfreund liegt der Vorteil darin, dass nur eine Säule und nicht gleich ein ganzes Gebäude gemietet werden muss, dass die gesamte für den Betrieb nötige Infrastruktur zur Verfügung steht und bestimmte Vorgänge wie zum Beispiel die Dachsteuerung zentralisiert sind.
Wir bieten zwei verschiedene Säulengrößen an - nicht nur für große Geräte, sondern auch für kompaktere Setups zu einem günstigeren Preis. Warum? Wir freuen uns, den wunderbaren Himmel über Namibia für möglichst viele Astrobegeisterte zugänglich zu machen und glauben, dass “remote-Astro” nicht immer extrem kostspielig sein muss.
Nebenbei – wer ist „wir“? Betreiber der Sternwarten sind Faried Abu-Salih und Markus Blauensteiner. Wir bekommen hinter den Kulissen noch viel Unterstützung von begabten Bastlern, Baumeistern, deren Helfer und IT-Profis..
Wir freuen uns, dass sich seit Inbetriebnahme am 1. Oktober 2025 bereits einige sehr schöne Bilder angesammelt haben:
Bildgalerie 1
Bildgalerie 2
Bildgalerie 3
(Bild verwendet mit freundlicher Genehmigung von: Felix Ecker)
Was beinhaltet das Angebot?
Neben der Teleskopsäule sind im Mietpreis der Internetzugang und der Stromanschluss inkludiert. Die Anschlussplatte zwischen Säule und Montierung ist grundsätzlich vorhanden und flexibel für verschiedene Montierungstypen geeignet, eine Absprache im Vorfeld wird dennoch dringend empfohlen. Die Sternwarten verfügen über ein eigenes, gesichertes Netzwerk. Bei den passenden Einstellungen für PC, LAN-Steckdosen, LAN-switches und Co helfen wir gerne. Weiters haben Mieter Zugang zu diversen Überwachungskameras, Wetterdaten können für das eigene Setup genutzt werden, ebenso ist eine all-sky-Kamera vorhanden. Nicht kümmern müssen sich die Sternfreunde um die Dachsteuerung und auch dem Teleskop kann einfach beigebracht werden, bei Schlechtwetter die Arbeit zu unterbrechen und später fortzusetzen.
Zur einfachen Kommunikation wurde ein Discord-Server eingerichtet. In dessen Kanälen kommuniziert die Sternwarte mit den Fotografen, die Mieter ausschließlich mit den Betreibern im „Säulen-eigenen“ Kanal oder auch alle miteinander. Der Vorteil liegt darin, dass alle Angesprochenen alle Informationen gleichzeitig bekommen und die Informationen auch erhalten bleiben.
Es ist möglich, das Equipment mit Spedition nach Isabis liefern und nach individueller Vereinbarung aufbauen zu lassen. Voraussetzung für diesen Service ist nur, dass es sich um einen „plug and play“ Aufbau handelt, was nichts anderes bedeutet als dass das Setup nach Möglichkeit beim Sternfreund zu Hause schon aufgebaut war, zumindest das Trockentraining bestanden hat und spätestens beim Abbau alles so beschriftet wurde, dass jeder Stecker wieder seinen Anschluss findet.
Zusätzlich inkludiert sind Serviceleistungen vor Ort, die wir mit verschieden Levels beschreiben möchten. Mit jeder Miete sind 10 Servicepunkte für Level 1 und 2 inkludiert und jede begonnene halbe Stunde Serviceleistung entspricht einem Servicepunkt. Servicepunkte sind von Jahr zu Jahr übertragbar und können bei Bedarf um 20 € pro Punkt nachgekauft werden.
- Level 1, wird so schnell wie nur irgendwie möglich erledigt:
Service, der einen drohenden Schaden vom Equipment abwenden soll, welcher sonst mit hoher Wahrscheinlichkeit eintritt. Darunter fällt z.B. eine Kamera, die nicht mehr ansprechbar ist, aber noch kühlt und daher tagsüber bei hohen Temperaturen sehr wahrscheinlich der Kühler Schaden nimmt. Ein weiteres Beispiel wäre ein Anbauteil, das sich gelockert hat und droht zu Boden zu fallen. Nach Maßgabe der verfügbaren Mitarbeiter vor Ort kann sich hier die Serviceleistung zunächst auch nur auf die Abwendung des Schadens beschränken („Stecker ziehen“).
- Level 2:
Hier handelt es sich um Service, der den Fortbetrieb des Systems ermöglicht. Typischerweise fielen hier Geräte hinein, die aus- und eingesteckt werden müssen, Deckel die sich nicht mehr korrekt öffnen und schließen, defekte Lüfter an Computern, oder auch den Austausch von Anbauteilen wie Kameras, Filterrädern, Nachführkameras und dergleichen mehr. Voraussetzung ist, dass das betroffene Gerät / Teil zumindest einen Teildefekt aufweist bzw. nicht mehr nutzbar ist. Müssen Geräte getauscht werden, dann kann Vieles auch in Namibia erworben werden und zählt das Suchen eines Lieferanten ebenso zur Servicezeit. Gut funktionieren Postsendungen aus Europa und auf Isabis gibt einen Fundus an verschiedenen Kabeln, Steckern, Schrauben bis hin zu LAN-switches und Ähnlichem.
- Level 3:
Hier handelt es sich um Service, der nicht inkludiert ist und individuell vereinbart werden kann. Darunter fallen zum Beispiel das Reinigen der Optik (ohne zerlegen), der Tausch einer funktionsfähigen Kamera gegen ein anderes Modell, Montage einer zweiten Optik („huckepack“), verbessern der Polausrichtung und dergleichen mehr. Kurz gesagt: es ist ein funktionierendes Setup vorhanden, welches verbessert / ausgebaut werden soll.
Wie verhält sich das mit dem Internet in der Steppe?
Wir Europäer sind verwöhnt davon, nahezu jederzeit zumindest guten Internetzugang zu günstigen Preisen zu haben und zwischen einer Vielzahl an Anbietern wählen zu können. Naturgemäß verhält sich das in fast menschenleeren Gegenden Namibias etwas anders: die Anzahl der nutzbaren Anbieter beschränkt sich häufig auf einen oder zwei. Isabis hat einen Anschluss der Namibischen Telecom, welcher unbegrenztes Datenvolumen bietet. Die Geschwindigkeit wiederrum ist nicht vergleichbar mit Anschlüssen. Aktuell im Aufbau ist ein zweiter Anschluss bei einem anderen Anbieter, welcher bei Ausfall der Telecom einspringt. Es soll nämlich nicht verschwiegen werden, dass es gerade in der Regenzeit (und wenn es mal regnet, dann richtig!) zu Ausfällen kommen kann.
Und – das Geschriebene stellt immer nur eine Momentaufnahme dar: schnell können sich Türen öffnen und plötzlich ergeben sich andere Möglichkeiten – so auch am Internet-Sektor. Wir sind bestrebt, immer die besten Optionen zu bieten.
Was kostet das und wie groß darf mein Teleskop sein?
Der Preis für eine Säule mitsamt den oben beschriebenen Leistungen beträgt € 3300.- pro Jahr.
Die Mindest-Mietdauer beträgt ein Jahr, die Kündigungsfrist 3 Monate vor Ablauf.
Auf den "großen Säulen" darf das Teleskop mit allen Anbauten einen Radius von 1 m nicht überschreiten.
Für größere Instrumenten können individuelle Vereinbarungen getroffen werden!
Das Isabis Old Garden Observatory kommt im Normalfall auf über 250 klare Nächte im Jahr. Unser Tipp angesichts dieser großen Zahl ist “Teambuilding”!
Die Zukunft, ein Exkurs und geht es auch günstiger?
Die Fertigung der zweiten Sternwarte ist weit fortgeschritten, diese wird voraussichtlich Ende Februar 2026 in Betrieb gehen, gegen Ende Mai 2026 wird eine dritte Sternwarte fertiggestellt. Ab der zweiten Sternwarte wird es ein besonders auf kleinere Teleskope ausgerichtetes Angebot geben: die mögliche Größe der Teleskope ist limitiert, daraus ergibt sich die Möglichkeit mehr Geräte in der Sternwarte unterzubringen und die einzelne Säule günstiger anzubieten.
Was bedeutet „kleinere Teleskope“ oder wie lässt sich der Raumbedarf eines Teleskops beziffern, wo es doch eine Vielzahl an Bauformen gibt? Dazu ein kleiner Exkurs zum Thema „Sicherheit im Remotebetrieb“: man ist nie davor gefeit, dass etwas nicht so funktioniert wie gedacht und das Teleskop in einer merkwürdigen Lage endet. Das gilt für alle Teleskope gleichermaßen und so muss gewährleistet sein, dass sich benachbarte Teleskope nie berühren können, egal in welchem unwahrscheinlichen Zustand sie sich auch befinden mögen. Das umfasst auch Teleskopdeckel, die in einer unüblichen Position stehen bleiben könnten. Selbstverständlich dürfen ein Teleskop oder Anbauteile auch nie das Dach oder die Wände berühren können.
Daraus ergibt sich, dass zunächst das Teleskop auf der Montierung vermessen werden muss, und zwar korrekterweise mit allen Anbauteilen im ausbalancierten Zustand. Vom Drehpunkt der RA-Achse zum am weitest entfernten Punkt des Teleskops gemessen findet sich der gesuchte Radius. Der am angesprochene Punkt ist von Teleskop zu Teleskop ein anderer: es kann die Kamera an der Teleskop-Rückseite sein, vielleicht die Kabel, die zur Kamera führen, vielleicht ein Deckel, wenn er halbgeöffnet stehen bliebt, vielleicht ist es ein huckepack montiertes Leitrohr. Die Abbildungen 5-7 zeigen das Prinzip:
Abbildung 5 - 108 mm APO auf AZ EQ 6 (eigene Zeichnung)
Abbildung 6 - 108 mm APO auf ZWO AM5 (eigene Zeichnung)
Abbildung 7 - TAK Epsilon 130ED auf ZWO AM5 (eigene Zeichnung)
In den Beispielen wurden eine Skywatcher AZ EQ6, eine ZWO AM5, ein APO mit 108 mm Öffnung, Blende 4.8 und ein Takahashi Epsilon 130ED näherungsweise nach-konstruiert. Abb. 5 und 6 zeigen einen Deckel in zwei Positionen, in denen er eine große Ausladung erzeugt. Die Abbildungen sollen nur das Prinzip der Messung verdeutlichen und dürfen nicht als fixe Maße für die angegebenen Teleskope angenommen werden!
Je nach Anbauteilen ändert sich der Schwerpunkt und das Messergebnis fällt anders aus – geschickt verteilt, lässt sich das Zusatzgewicht durch Mini-PC, Stromverteiler etc. durchaus nutzen, um Platz zu sparen. Tipp: am Markt gibt es mittlerweile nicht nur wegklappbare Deckel, sondern auch solche, die sich von der Teleskopöffnung wegdrehen und damit den Platzbedarf nicht erhöhen.
In den neuen Sternwarten ist angedacht, Plätze für Teleskopsysteme mit einem maximalen Radius von 60 cm anzubieten. Wiederum zur Orientierung: dieses Kriterium wird wohl von vielen gängigen APOS im Bereich bis knapp 110 mm Öffnung, ungefähr Blende 5, mit einer modernen harmonic-drive Montierung erfüllt werden.
Der Mietpreis für eine solche Säule wird € 2200.- betragen.
Kontakt
Wir freuen uns, wenn ihr bei Interesse mit uns unter info@deepskysafaris.com in Kontakt tretet!
Schöne Grüße,
Markus & Faried