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Ringnebel, heiss und aufgeblasen
Verfasst: 17.07.2010, 23:00
von tommy_nawratil
hallo,
bei einer Nachttemperatur von 28°C kann man mit einer Canon eh keine vernünftigen Aufnahmen machen, aber die Sternlein funkeln, es muss doch sein. Also nutzte die ich die Gunst der Stunde und probierte, wie sich eine 2x Powermate in einem 10" Newton auf EQ6 macht, schon ohne Barlow als eher grenzwertig geltend.
An sich ist ne Canon mit 1200mm Brennweite ja schon etwas oversampled, und ich war neugierig ob da mit 2x mehr Details am Foto waren, und ob der MGEN Guider das mit einem 80/400 Leitrohr nachführen kann.
Fazit: Ja und ja - es sind deutlich mehr Details zu sehen, und bei 20x5 Aufnahmen war keine einzige dabei, wo die Sterne auch nur eirig waren.
Das Rauschen am Foto lässt sich nicht leugnen, aber die Kombi scheint vielversprechend!
Tommy der Ungekühlte grüsst euch
Verfasst: 18.07.2010, 09:07
von Josef
Respekt Tommy!
Mit 400mm Brennweite geguidet, das kann sich sehen lassen!
Schöne Detail die Du da rausbearbeitet hast.
Verfasst: 18.07.2010, 12:18
von Christoph K.
Hi Tommy
Das Teil sticht regelrecht heraus. Super Aufnahme.
lg. Christoph
Verfasst: 18.07.2010, 14:01
von Daniel_Guetl
Hallo Tommy,
wieso meinst du das das zuviel oversampled wäre? Mit 2400mm Brennweite bist bei 5,4my pixel und einem seeing von 1,5" genau im empfohlenen bereich, selbst wennst nur 2" Seeing hattest ist das immernoch anzustreben. 2000mm wären wohl ideal gewesen.
Super aufnahme btw!
Viele Grüße
Daniel
Verfasst: 18.07.2010, 14:22
von prokyon
Super Bild, die Kombi ist vielversprechen! Vor allem im Hinblick auf kühlere Nächte.
cs
Werner
Verfasst: 18.07.2010, 15:36
von tommy_nawratil
hallo,
danke für eure netten Rückmeldungen! Ich hatte keinen Komakorr drin, das scheint mit Powermate zu klappen, die Sterne ganz am Rand hatten sogar etwas "antikomatische Überkorrektur" und ich habe ein wenig abgeschnitten.
Oversampled, weil Martin/Koch in ihrem an sich guten Buch für die Eos 450 eine Brennweite von 540mm empfehlen (2" Seeing, Nyquistkriterium). Man soll also nicht alles glauben, selbst wenn erfahrene Leute schreiben.
Die Vignette war wesentlich geringer als ohne Barlow, denn mein FS ist eigentlich zu klein und leuchtet schlecht aus.
Ich muss mal vergleichen wie Aufnahmen mit SCT/ACFs sich dagegen machen. Dann zeigt sich, ob es Sinn macht so viel Gewicht und Hebel auf ne EQ6 zu setzen. Trotz Keller-Korrektor hatte ich im C5 ja recht fette Sterne, wie auch Johann aus Graz am C8 festgestellt hat. Von den EdgeHD sieht man noch nicht viel, Rolf Geissinger hat mit Gutes berichtet, aber selber schauen ist immer besser. Die GSO RCs sind mir wegen der Justage und des Bastelbedarfs nicht recht geheuer.
Hier zB eine schöne Aufnahme mit C11, wenn einer ein gutes Händchen hat geht da schon recht viel:
http://www.astro-koop.de/bilder/m57_th.jpg
lg Tommy
Verfasst: 18.07.2010, 18:56
von Daniel_Guetl
Hallo Tommy,
das ist aber schon doof wenn die so einen Schmarrn in einem Buch schreiben. Lt. Whittaker-Shannon Abtasttheorem ist ja min. die doppelte Abtastfrequenz für ein Signal von Nöten um es ausreichend zu samplen. Somit hast du bei 540mm und 5,4my pixel ca. 2"/pixel, also eine effektive Auflösung von 4".
Die Faustregel ist dasma in die FWHM 3 Pixel packen soll, ab dann werden die Sterne schön rund und man spricht von richtigem Sampling für unsere Pretty Pictures, kritisches Sampling, also 2 Pixel im FWHM bringt natürlich ein bessers S/N aber eben eckige Sterne.
Wenn du jetzt sagst du hast in Wien durchschnittlich 2" FWHM und willst dein System darauf auslegen schöne Bilder bei gleichzeitig maximaler Auflösung zu machen, solltest dir ein Kamera/Teleskopsystem mit 0,7"/pixel zulegen.
Viele Grüße
Daniel
ps: Achja, vorsicht mit dem Begriff Nyquistkriterium, das ist eigentlich ein Begriff für Stabilität im Regelkreis, das Abtastetheorem für die Signalverarbeitung wird in neuer Literatur meistens als Whittaker-Shannon Theorem bezeichnet.
Verfasst: 18.07.2010, 21:03
von Alrukaba
Servus Tom!
Tolles Bild
Alex
Verfasst: 19.07.2010, 16:43
von tommy_nawratil
hallo Reinhard,
genau, 2400mm mit 400mm geguidet, also 6:1. Der MGEN kann derzeit bis 10:1 guiden, in der nächsten Firmware-Version 1.22 wird es 30:1 sein, natürlich immer die Frage obs die Monti gewichtsmässig packt. Das Plätzchen ist mein Garten, leider habe ich Wien in 5km im Süden, dafür muss ich nicht den ganzen Kramuri ins Auto packen, bei meinem Hirn vergesse ich praktisch immer etwas.
Ivan Eder ist bereits sehr erfolgreich beim Guiden mit Standard Skywatcher Sucher 9x50 (in Standard-Sucherhalterung!). Der Sucheradapter ist seine Entwicklung, er wird binnen ein oder zwei Wochen erhältlich sein.
Schau was Lajos ankündigt, mit Testfoto:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbt ... Post728016
30:1 braucht natürlich fast niemand, höchstens jemand will ein C14 mit einem 6x18 Minispektiv guiden

aber der Algorithmus ist eben auf 0,03 Pixel genau. In der Praxis lass ich den MGEN ein paar Minuten guiden und spiel mit den Parametern rum dass die Driften am geringsten werden. Es gibt nicht nur einen PEC, es gibt auch Sub-PECs vom Getriebe, und je nachdem wohin das Scope zeigt, und wie die Austarierung ist, ändern sich die Eigenheiten der Monti. Da kann ich live sehr schön anpassen, und in der Auswertung später kann ich jede einzelne Korrekturbewegung sehen, wenn ich einzoome. Ein Anwender hat ein knackiges Progrämmchen geschrieben... Siehst du alles im verlinkten Thread.
lg Tommy
Verfasst: 19.07.2010, 16:57
von tommy_nawratil
hallo Reinhard,
vielleicht war ich mit AlCCD5/Guidemaster nur zu faul zum Rumspielen, aber seit dem MGEN habe ich einfach runde Sterne. Wenns mal nicht klappt, dann rutscht etwas durch oder der Kater zieht heimlich am Kabel. Du kannst ihn, wie immer, gerne antesten und bei Nichtgefallen retournieren - aber bis jetzt hatten wir keine Rückläufer, er läuft offenbar immer (ca 200 Stück). Wir haben immer zuwenig, aber es kommt jetzt eine neue Charge
lg Tommy
Verfasst: 19.07.2010, 19:05
von tommy_nawratil
hallo,
noch eine Hintergrundgeschichte zum MGEN:
Es gab tatsächlich einen Fall wo er nicht funktionierte, und das war ausgerechnet das Testexemplar das der bekannte Astrofotograf Jerry Lodriguss erhielt, er sollte es für das Onlinemagazin "astrophoto insight" testen. Wir wussten recht bald, dass Losmandy-Montis als einzige nicht imstande sind, gleichzeitig ankommende RA und DEC Autoguidersignale zu verarbeiten. Daher gibts auch ab Version 1.20 einen Schalter um die Signale etwas zeitversetzt auszugeben. Jerry kontaktierte uns jedoch nicht, offenbar verwendet er ausschliesslich Losmandy und konnte keinen Erfolg damit erzielen, und Al Degutis, der Editor-in-chief, gab ihn dann nach Rücksprache mit uns an einen anderen Tester weiter. Wir sind gespannt, wie der Bericht nun ausfallen wird!
lg Tommy