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IC1805 mit Pentax75 u. QHY8

Verfasst: 23.10.2010, 15:39
von rhess
Hallo,

Jetzt bin ich auch endlich dazugekommen meine Aufnahmen der letzten Neumondphase im Oktober zu bearbeiten.
Ich hatte mir damals den Herznebel vorgenommen, insgesamt hatte ich 2 Nächte investiert (42x15min).
Leider hatte ich in einer Nacht die Kamera etwas anders positioniert, das wurde dann ein eigenartiges Mosaik :wink:

Die Herausforderung bei dieser Aufnahme war für mich einerseits den Charakter des Sternreichen Gebietes wenn möglich zu erhalten aber andererseits auch nicht den Nebel im Sternenmeer "untergehen" zu lassen.

Ich hoffe natürlich das ich das hinbekommen habe und das Euch die Aufnahme gefällt !

Aufnahmedaten:
Pentax 75SDHF
QHY8
42x15min. bei Gain 20 und Offset 122
Datenreduzierung mit Theli

Bild

Hier in grösseren Versionen !

http://astrofotografie-hess.heimat.eu/g ... pentax.htm

Über Euer Feedback würde mich sehr freuen !

Grüße
Rocky

Verfasst: 23.10.2010, 16:08
von starhopper62
Hallo Rocky,

ich finde deine Aufnahme als sehr gelungen, denn wie du sagst, ist es nicht einfach den Nebel nicht in der Flut von Sternen untergehen zu lassen.
Außerdem muss man auch bei deiner Aufnahme in Betracht ziehen, dass auch du mit der hohen Luftfeuchtigkeit zu kämpfen hattest, denn der Oktober war in den Nächten mehr als nur nass.

Verfasst: 24.10.2010, 02:44
von prokyon
Hallo Rocky,

also farblich finde ich die Aufnahme 1a. Was ich etwas vermisse, sind die Details im Nebel. Ich hab den mal mit dem Canon EF200 aufgenommen, da war dann mindestens gleich viel an Details zu erkennen. Aber ich kämpfte tagelang gegen die Flut an Sternen an.

Deshalb glaube ich, dass ein Könner der EBV wie du da vielleicht mehr rausholen könnte. Versuch doch, die Sterne so weit wie möglich zurück zu drängen, von denen bleibt in der Region immer noch zu Hauf übrig. :wink:

Dieser Nebel hat ein so tolles Zentrum, ich denke, dass du das sicher besser rausarbeiten kannst.

Du lieferst so viele atemberaubende Aufnahmen ab, da wird dann halt auf hohem Niveau kritisiert. :wink:


cs

Werner

Verfasst: 24.10.2010, 09:53
von thewhiterabbit
Hallo Rocky,

Ich habe mir deine Aufnahme in der 80% Version genau angeschaut. Du hast sehr viele Details und feinste Strukturen auf deinem Foto. Außerhalb der Kernregionen hast du auch feinste Nebelstrukturen. Leider gehen die bei der Dominanz der Sterne unter.
Kann es sein, daß der Gain doch etwas zu hoch eingestellt ist für eine Belichtungszeit von 15min?

Was mir besonders gut gefällt ist, daß feinste Strukturen im Nebel farblich differenzieren, sodaß sie deutlich hervortreten.

Grüße und CS
Bruno

Verfasst: 24.10.2010, 11:00
von PatrickPinzgau
Hallo Rocky,

ein sehr feines Ergebnis hast du eingefahren,die Differenzierung im Nebel ist sehr gut,wie schwer da die Bearbeitung ist kann ich gut nachvollziehen ;-)
Die Sternenflut zu bannen ist sehr schwierig,aber dein Ergebnis wirkt sehr natürlich und harmonisch!

Über 10 Stunden im Feld, gratuliere zum Durchhaltevermögen!

LG Patrick

__________________
Patrick Hochleitner

www.photonhunter.at

Verfasst: 24.10.2010, 11:34
von rhess
Hallo Dieter, Werner, Bruno und Patrick

Ich danke Euch für den Zuspruch und für die konstruktive Kritik bzw. für die Anregungen zur Aufnahme !

Wie im anderen Forum schon angekündigt werde ich nochmal eine Version mit "unterdrückten" Sternen machen, passt eh ganz gut für die Vollmond bzw. Schlechtwetterphase !

@Bruno,
Die Idee mit den Gaineinstellungen ist ein guter Hinweis, das schaue ich mir auch nochmal an !

Grüße
Rocky

Verfasst: 24.10.2010, 19:39
von tommy_nawratil
hallo Rocky,

deine Aufnahme ist wie gewohnt feinste Klinge, wenn man von den Sternen absieht. Ich hatte bei meiner canon aufnahme keinerlei Probleme mit den Sternen, und auch die aufnahme aus dem Waldviertel die ich kürzlich gesehen habe war nicht mit Sternen überflutet. Ausserdem musste ich neidvoll feststellen, dass dort der Hintergrund im unbearbeiteten Rohbild 15/15/15 war, also so wie ich es NACH bearbeitung zsammbring. Vielleicht liegt es also wirklich an den Einstellungen der AlCCD6 dass da irgendwas nicht linear abläuft.

lg Tommy

Verfasst: 26.10.2010, 10:58
von rhess
Hallo Tommy,

Vielen Dank für's anschauen und für deine Nette Antwort zur Aufnahme !

Es deutet wohl wirklich einiges auf die Einstellungen bei der QHY8 hin, ich muss ich da mit den Gain und Offseteinstellungen mal genauer beschäftigen !

Beim nächsten mal probier ich es jedenfalls mal mit anderen Einstellungen !

Da hätte ich gleich auch eine Frage an Dieter, wie machst du das Einmessen dieser Einstellungen, wie sind deine Erfahrungen dazu ?

Grüße
Rocky

Verfasst: 26.10.2010, 12:55
von starhopper62
Hallo Rocky,

die Einmessung der ALccd6c nehme ich folgendermaßen vor:

1. die grobe Einstellung des GAIN kannst du bei Tageslicht oder mit Zimmerbeleuchtung vornehmen. Belichtungszeit ca. 2 - 3 Sekunden und den GAIN so einstellen, dass die Pixel noch nicht den ADU von 65535 erreichen. Der OFFSET spielt hier nur eine Nebenrolle und somit belasse ihn bei deinem Grundwert von ca. 120.

2. Genaue GAIN und OFFSET Einstellung mittels BIAS. Beim BIAS nehme ich eine Belichtungszeit von 1 Sekunde, da das Auslesen durch die Elektronik länger braucht und ich das Ausleserauschen mitberücksichtigen will.
Wähle die erworbene GAIN-Einstellung vom Tageslicht und mache mehrere BIAS-Aufnahmen mit verschiedenen OFFSET-Werten.

3. Ermittlung der Optimal-werte mittels MAXIM oder Astroart.
Wenn das Ansteigen der Lichtkurve im Stretch-Window eine schöne Kurve ergibt ohne Ausreißer an den Seiten und der ADU zwischen 300 und 800 (bei Astroart) liegt, solltest du alles richtig gemacht haben.

Es kann aber auch sein, dass der ermittelte GAIN doch noch einem Feintuning bedarf um mit dem OFFSET eine schöne Kurve zu ergeben.
Bei mir waren die GAIN-Einstellungen bei Tageslicht 120 und nach der Ausmessung des BIAS hatte ich die besten Werte bei GAIN - 118 und OFFSET - 120.

Dies sollte in der Regel zumindest einmal jährlich gemacht werden, da sich auch diese Werte mit der Zeit verändern können.

Hoffe die Erklärung habe ich verständlich verfasst.
Bin gespannt welche Werte sich bei dir ergeben, denn jeder hat verschiedene Werte, wenn man sie mit Anderen vergleicht.