Beobachtungsbericht vom 1. April 2011
Verfasst: 02.04.2011, 00:03
Ich hatte eigentlich gar nicht damit gerechnet, heute beobachten zu können, immerhin hat es tagsüber zeitweise geregnet und am Abend war es noch stark bewölkt. Außerdem atmete mein roter schon lange genug im Dekanter aber mein Hund gab keine Ruhe, weil er mal raus mußte und so gab ich mir einen Stoß und ging mit ihm in den Garten. Natürlich schweifte mein Blick über den Himmel und was sich mir zeigte war Wahnsinn. Der Himmel war mit Sternen übersät und sie funkelten kein bisschen.
Es war fast ½ 9 und dennoch war der Himmel ungewöhnlich dunkel. Um mir die Sache mal genauer anzusehn holte ich meinen Feldstecher. Auch dadurch zeigte sich kein flackern. Sirius, Beteigeuze, der Polarstern, sie alle standen da als würde man ein Foto betrachten, absolut keine Regung.
Es war kühler als in den letzten Tagen um diese Zeit und was mir erst jetzt auffiel, die Straßenlaternen leuchteten nicht. Die Straße, ja die ganze Siedlung, selbst der Umdasch Parkplatz, alles war dunkel. Es dürften aber nur die Straßenlaternen ausgefallen sein, denn die Häuser waren beleuchtet.
So beschloß ich kurzfristig, mir alles noch ein wenig genauer anzusehn und so stellte ich meinen großen auf den Feldherrnhügel. Es war kurz vor 9 als ich mir den Orionnebel ins Okular holte, sehr schön, die Trapetzsterne waren deutlich zu sehn. Ich steckte das 8mm Okular in den Auszug, immer noch alles schön zu sehn, sogar Komponente E konnte ich direkt erkennen. Mal sehn was mit dem 5mm Okular zu erkennen ist. Immer noch alles wie ausgestochen und sogar Komponente F blitzte immer wieder auf. Das war Premiere und absoluter Wahnsinn. Leider wanderte der Himmelsjäger sehr rasch nach Westen und verschwand allmählich hinter den Dächern der Nachbarschaft.
Als nächstes folgten die Plejaden. Die standen zwar auch schon sehr tief, waren aber ebenso ein wahrer Augenschmaus. Auch in der Krippe wurrelte es nur so von Sternen.
Nun wollte ich aber tiefer ins All blicken. M51 in den Jagdhunden sollte der erste sein, so hab ich den mit meinen Geräten auch noch nie gesehn, ich konnte einige Strukturen und die Gezeitenbrücke erkennen. M81 und M82 kamen ebenso gut rüber.
Kurz vor 10 stand Saturn endlich hoch genug um ihn auch mal auf´s Korn zu nehmen. Wau – so hatte ich den Ringträger selten gesehn. Die Cassiniteilung war deutlich zu erkennen, auch der Schatten auf den Ringen und ein paar Wolkenbänder waren zu erkennen. Titan stand direkt unter ihm, Dione und Rhea rechts und Tethys links unterhalb der Ringebene. Ganz weit links oberhalb blitzte sogar Japetus in den Tubus. Ich konnte mich einfach nicht sattsehn. Je länger ich Saturn ansah, umso mehr Details schälten sich heraus.
Das Seeing war wirklich ein Traum, es bekommt diesmal eine Eins, die Beugungsringe waren Rasiermesserscharf, naja fast. Es zogen zwar immer wieder ein paar Wolken durch, aber niemand ist perfekt. Wer würde schon Cindy Crowford von der Bettkante stoßen, nur weil sie schielt! Die Grenzgröße lag direkt bei 5,5 mag, den Stern zwischen Zeta und Eta Ursa Minor konnte ich halten, der in Höhe von Epsilon, 5,7 mag. hell, blitzte auch immer wieder auf. Es hatte nur ein bis zwei Grad über Null aber dafür hielt sich der Wind im Zaum.
Jetzt wollte ich es aber wissen. Mir fiel mein Wunschzettel ein, wo ich vor kurzem ein paar Objekte notiert hatte, die ich mir unbedingt mal suchen wollte. NGC 2841 im Großen Bärn stand ganz oben. Sepp hatte sie vor kurzen fotografiert und im Forum veröffentlicht und ich dachte mir, die müßte im Sichtbereich meines Geräts sein. Die Galaxie ist in der vorderen Tatze zu finden und ich hatte sie relativ rasch. Nur 10,5 mag hell aber dennoch war sie schön zu erkennen.
STF 1321, ein Doppelstern in der Nachbarschaft war der nächste. 17“ sind die beiden weißen Punkte voneinander entfernt und waren schön zu trennen.
NGC 2683, eine Galaxie im Luchs, sollte mein nächster Wunschkanditat sein. Die Galaxie, mit 11 mag., bei der man auf die Kante blickt, war ebenso schön anzusehn.
19 Lynx, ein Doppelstern, dessen Komponenten gelb und blau leuchten waren die nächsten. Die zu finden war in dem Sternengewimmel aber nicht so einfach, sind es aber auf jeden Fall Wert, sie mal zu suchen.
Für den Abschluß suchte ich mir noch NGC 3184, noch eine Galaxie in der hinteren Tatze des großen Bärn. Die war zwar nicht so gut zu sehn, wahrscheinlich aus dem Grund, weil man da direkt auf die Scheibe schaut und mit 10,4 mag ist sie nicht gerade die hellste.
Nun aber genug, es war bereits 11 Uhr und mein roter ging auch schon zur Neige, mir wurde auch schon kalt. Immerhin hatte ich mir diesmal die Zeit genommen und mir fast jedes Objekt
+/- 10 Minuten angesehn. Schnell noch ein Blick auf Saturn und dann packte ich zusammen. Immerhin wollen wir übers Wochenende wegfahren und da muß ich morgen früh raus und vorher sollte der Bericht über das Sensationsseeing noch ins Netz.
Ein solches Seeing hatte ich noch nie, wenn ich vom Garten aus beobachtete und so dunkel war es auch noch nie. Die Straßenlaternen leuchteten zwar mittlerweile wieder, aber nur jede zweite, der Parkplatz war aber noch dunkel. Da wird aber die Beleuchtung jede Nacht ab einer bestimmten Zeit abgedreht.
Ob ich jemals wieder solche Bedingungen haben werde weiß ich zwar nicht, aber eins bin ich mir sicher, ich werde dann schneller in meinem Garten sein als ich Schippertikricket sagen kann.
Beobachtet hab ich mit meinem Fh 102 mit 1000 mm Brennweite und meinem Feldstecher
Es war fast ½ 9 und dennoch war der Himmel ungewöhnlich dunkel. Um mir die Sache mal genauer anzusehn holte ich meinen Feldstecher. Auch dadurch zeigte sich kein flackern. Sirius, Beteigeuze, der Polarstern, sie alle standen da als würde man ein Foto betrachten, absolut keine Regung.
Es war kühler als in den letzten Tagen um diese Zeit und was mir erst jetzt auffiel, die Straßenlaternen leuchteten nicht. Die Straße, ja die ganze Siedlung, selbst der Umdasch Parkplatz, alles war dunkel. Es dürften aber nur die Straßenlaternen ausgefallen sein, denn die Häuser waren beleuchtet.
So beschloß ich kurzfristig, mir alles noch ein wenig genauer anzusehn und so stellte ich meinen großen auf den Feldherrnhügel. Es war kurz vor 9 als ich mir den Orionnebel ins Okular holte, sehr schön, die Trapetzsterne waren deutlich zu sehn. Ich steckte das 8mm Okular in den Auszug, immer noch alles schön zu sehn, sogar Komponente E konnte ich direkt erkennen. Mal sehn was mit dem 5mm Okular zu erkennen ist. Immer noch alles wie ausgestochen und sogar Komponente F blitzte immer wieder auf. Das war Premiere und absoluter Wahnsinn. Leider wanderte der Himmelsjäger sehr rasch nach Westen und verschwand allmählich hinter den Dächern der Nachbarschaft.
Als nächstes folgten die Plejaden. Die standen zwar auch schon sehr tief, waren aber ebenso ein wahrer Augenschmaus. Auch in der Krippe wurrelte es nur so von Sternen.
Nun wollte ich aber tiefer ins All blicken. M51 in den Jagdhunden sollte der erste sein, so hab ich den mit meinen Geräten auch noch nie gesehn, ich konnte einige Strukturen und die Gezeitenbrücke erkennen. M81 und M82 kamen ebenso gut rüber.
Kurz vor 10 stand Saturn endlich hoch genug um ihn auch mal auf´s Korn zu nehmen. Wau – so hatte ich den Ringträger selten gesehn. Die Cassiniteilung war deutlich zu erkennen, auch der Schatten auf den Ringen und ein paar Wolkenbänder waren zu erkennen. Titan stand direkt unter ihm, Dione und Rhea rechts und Tethys links unterhalb der Ringebene. Ganz weit links oberhalb blitzte sogar Japetus in den Tubus. Ich konnte mich einfach nicht sattsehn. Je länger ich Saturn ansah, umso mehr Details schälten sich heraus.
Das Seeing war wirklich ein Traum, es bekommt diesmal eine Eins, die Beugungsringe waren Rasiermesserscharf, naja fast. Es zogen zwar immer wieder ein paar Wolken durch, aber niemand ist perfekt. Wer würde schon Cindy Crowford von der Bettkante stoßen, nur weil sie schielt! Die Grenzgröße lag direkt bei 5,5 mag, den Stern zwischen Zeta und Eta Ursa Minor konnte ich halten, der in Höhe von Epsilon, 5,7 mag. hell, blitzte auch immer wieder auf. Es hatte nur ein bis zwei Grad über Null aber dafür hielt sich der Wind im Zaum.
Jetzt wollte ich es aber wissen. Mir fiel mein Wunschzettel ein, wo ich vor kurzem ein paar Objekte notiert hatte, die ich mir unbedingt mal suchen wollte. NGC 2841 im Großen Bärn stand ganz oben. Sepp hatte sie vor kurzen fotografiert und im Forum veröffentlicht und ich dachte mir, die müßte im Sichtbereich meines Geräts sein. Die Galaxie ist in der vorderen Tatze zu finden und ich hatte sie relativ rasch. Nur 10,5 mag hell aber dennoch war sie schön zu erkennen.
STF 1321, ein Doppelstern in der Nachbarschaft war der nächste. 17“ sind die beiden weißen Punkte voneinander entfernt und waren schön zu trennen.
NGC 2683, eine Galaxie im Luchs, sollte mein nächster Wunschkanditat sein. Die Galaxie, mit 11 mag., bei der man auf die Kante blickt, war ebenso schön anzusehn.
19 Lynx, ein Doppelstern, dessen Komponenten gelb und blau leuchten waren die nächsten. Die zu finden war in dem Sternengewimmel aber nicht so einfach, sind es aber auf jeden Fall Wert, sie mal zu suchen.
Für den Abschluß suchte ich mir noch NGC 3184, noch eine Galaxie in der hinteren Tatze des großen Bärn. Die war zwar nicht so gut zu sehn, wahrscheinlich aus dem Grund, weil man da direkt auf die Scheibe schaut und mit 10,4 mag ist sie nicht gerade die hellste.
Nun aber genug, es war bereits 11 Uhr und mein roter ging auch schon zur Neige, mir wurde auch schon kalt. Immerhin hatte ich mir diesmal die Zeit genommen und mir fast jedes Objekt
+/- 10 Minuten angesehn. Schnell noch ein Blick auf Saturn und dann packte ich zusammen. Immerhin wollen wir übers Wochenende wegfahren und da muß ich morgen früh raus und vorher sollte der Bericht über das Sensationsseeing noch ins Netz.
Ein solches Seeing hatte ich noch nie, wenn ich vom Garten aus beobachtete und so dunkel war es auch noch nie. Die Straßenlaternen leuchteten zwar mittlerweile wieder, aber nur jede zweite, der Parkplatz war aber noch dunkel. Da wird aber die Beleuchtung jede Nacht ab einer bestimmten Zeit abgedreht.
Ob ich jemals wieder solche Bedingungen haben werde weiß ich zwar nicht, aber eins bin ich mir sicher, ich werde dann schneller in meinem Garten sein als ich Schippertikricket sagen kann.
Beobachtet hab ich mit meinem Fh 102 mit 1000 mm Brennweite und meinem Feldstecher