Beobachtungsbericht vom 2. April 2011
Verfasst: 09.04.2011, 00:35
Ehrlich, dies ist wieder ein echter Bericht. Sollten die Angaben euch dennoch Kopfzerbrechen bereiten, so wendet euch bitte an euren Arzt oder Apotheker.
Also meine Frau war diesmal nicht gerade erbaut darüber, daß ich mich dieses Wochenende auf die Alm vertschüßte, immerhin war es das erste ganze Wochenende seit längerer Zeit, an dem sie wieder mal zu Hause war. Sagen wir, Gerald war der schuldige, er rief mich am Nachmittag an, ob ich mit auf den Haberg fahre und das obwohl er es eigentlich auch nicht vorhatte. Er hatte aber was bei Michael bestellt und da sie sich sowieso deswegen treffen wollten, verabredeten sie sich zum Sternschau und ich wurde unschuldig mit rein gezogen. Ich sagte Gerald also zu und schlug vor, gleich auf die Alm zu fahren, immerhin war Neumond gerade mal vorbei und das Wetter war Supa.
Natürlich wurden auch andere gefragt und noch laungem griasln gab mir meine Frau ein grimmiges OK. Gerald wollte eigentlich selber fahren aber ich konnte ihn überreden, mit mir mitzufahren und so verstaute er seine Sachen bei mir im Auto und gegen ½ 9 waren wir auf der Alm.
Michael und Raffael, sein Nachbar, Freund, Arbeitskollege, wer weiß - waren schon hier. Michael hatte mitten auf dem Platz einen 4“ Refraktor aufgebaut und wartete, daß es dunkel wird. Er hatte sich mit zwei Freunden verabredet und hoffte, ihnen durch Kurt´s Dobson die Weiten des Universums näher bringen zu können. Als er hörte, daß er nicht kommen würde, weil er immer noch angeschlagen war, war sein Frohsinn auf einen Schlag verflogen und er raunzte den Rest des Abends nur noch herum.
Rasch hatten Gerald und ich unsere Geräte aufgebaut und Raffael platzierte seine Kamera bei der Stiege, um ein paar Widfield Aufnahmen zu machen. Fürs einstimmen suchte ich mir erst mal M 42 aber es sollte diesmal nicht der Abend der Standartkerzen werden. Ich vergrößerte bis auf 200 fach und da blitze, trotz der tiefen Stellung zeitweise sogar Komponente-E auf. M 51 sollte als nächstes in mein Okular leuchten, übrigens sehr beeindruckend, bevor ich mich über meine Wunschliste hermachte, die ich vor ein paar Wochen erstellt hatte.
An erster Stelle steht da NGC 2841 im Großen Bärn, eine Galaxie bei der hinteren Tatze. Leider stand sie im Zenit und war für mein Teleskop momentan nicht erreichbar. Egal wie ich es drehte, ich stand immer irgendwo an, noch ehe ich sie im Visier hatte. Das gleiche galt für einen Doppelstern in ihrer Nähe, weshalb ich die Suche nach meinen Wunschobjekten auf einen späteren, genickfreundlicheren Termin, verschob.
Ich nahm meinen Atlas her, schlug den Großen Bärn auf und suchte nach anderen Objekten, die in besserer Position stehen. M 101? – na, die kenn i, ahh M 102, die hab ich mir noch nie gesucht. Okay, die liegt im Drachen, bitte nicht gleich steinigen, aber sie war eine der wenigen, die sich in diese Richtung anbot und ich nahm mir einen anderen Atlas her, um mich besser orientieren zu können. Sie liegt im oberen Viertel einer gedachten Linie vom Benetnas, dem vorderen Deichselstern und Jota Draco. Also die war relativ rasch gefunden. Beobachtet hatte ich die Galaxie schon mal, aber durch ein anderes Teleskop und daher nicht selbst gesucht.
So, jetzt war aber erst mal Saturn angesagt. Bei längerer Betrachtung konnte ich sogar die Cassini Teilung und ein paar Wolkenbänder erkennen. Monde konnte ich aber nur zwei sehen, Tian und Rhea links von ihm.
Raffael machte mich auf den Löwen neugierig, den er gerade ablichtete. Ich blätterte im Atlas und schaute, was da alles zu entdecken sei, großteils durchforstet hatte ich ihn ja schon mal. R Leo stach mir ins Auge, ein Veränderlicher, der gut ein Jahr für eine gesamte Schwankung braucht. Er liegt etwas vor Regulus und leuchtete mir bald schön rot ins Okular.
Gerald hielt wieder mal nach der Rosette Ausschau, fand zwar den Sternhaufen, konnte den Nebel aber nicht sehn. Da er mich nervte, weil er immer wieder raunzte; „i sich de Rosettn net!“ – suchte ich mir das Objekt auch mal. Der Haufen war schön zu sehn aber kein Nebel.
„Do brauchst woascheinlich an Füta“ – meinte Michael. Da ich schon mal in der Gegend war, schaute ich auch gleich mal, ob es noch Weihnachtsbäume gibt und hatte tatsächlich einen gefunden und das fast 9 Monate vor Weihnachten.
Zurück zum Löwen. NGC 3607 und 08 weckten meine Aufmerksamkeit. Die beiden Galaxien liegen zwischen Delta und Theta Leo und waren, zwar schwach aber deutlich, rasch gefunden. Es könnten auch NGC 3599 und 3632 im Blickfeld gewesen sein, nur hab ich auf die zu wenig geachtet. Ich glaub, die Gruppe muß ich mir noch mal suchen.
Okay, vorerst mal genug herumgesucht, mal wieder was Bekanntes. Das Trio und das Quartett sollten die nächsten sein. Beide Gruppen waren schön anzusehn. Aber in der Nähe der beiden „Haufen“ muß ich mir auch noch ein paar anderen Sternenwelten suchen die da ihre Bahnen ziehn und in Sichtweite meines Gerät´s liegen müßten. Anschließend suchte ich mir die beiden Gruppen und den offenen Coma-Haufen im Feldstecher.
In der Zwischenzeit hatten uns Michael und Raffael verlassen. Das Seeing war diesmal echt brauchbar, sagen wir eine +2. Die Grenzgröße lag bei 5,5 mag. direkt und bei 5,7 indirekt. Die Temperatur lag etwas unter 10° und es wehte uns ein leichtes Lüftchen um die Nase.
Gerald war noch immer im Winter unterwegs. Er suchte und zeigte mir den Eskimonebel. Der Smiler war zwar nicht zu sehn aber das Robbenfell rundherum und Gerald wollte mir sogar weis machen, er könnte den Zentralstern sehn. Najo, entweda bin i Schaßaugad oda Gerald hod a blühende Phantasie. Warum grundl´d jemand zwa Wochn noch Frühlingsbeginn stoisch im Winta umadum, owa da Gerald is ebm da Gerald.
Und dann machte er mich mit Hubbles Variablen verrückt. Er brauchte dafür natürlich seine Zeit und obwohl ich es nicht glaubte, hatte er ihn doch gefunden. Ich hatte ihn einmal durch Kurtls Dobson gesehn und der meinte damals, das wäre schwierig. Und dann forderte er mich auf, ich sollte ihn auch suchen. Er würde gern wissen, ob dieses Objekt auch durch meinen 4“er zu sehen ist. Natürlich machte ich mich, trotz tiefer Stellung, auf die Suche. Sagen wir mal, die Hexe, die mich zwei Wochen vorher geschoßen hatte, war schuld daran, daß ich die Suche nach ihm aufgab und sie Gerald überließ. Er hatte den Kometenhaften Nebel tatsächlich rasch im Okular und ich war erstaunt, daß ich ihn selbst bei mir mit 120 facher Vergrößerung noch gut erkennen konnte.
Und während sich Gerald immer noch am „Winterhimmel“ austobte baute ich ab. Allein für Saturn konnte er mich noch begeistern. Bei ihm waren neben Titan und Rhea auch über Rhea, Dione und rechts von Saturn, Tethys zu sehn. Das zeigt eben, ohne Neid, den Unterschied zwischen einem fast 5“ Doppel-Apo und einem 4“ Fh.
Kurz vor ½ 1 beendeten wir unsere Beobachtung und fuhren nach Hause. Auch auf den nach Hause Weg ging er mir noch auf die Nerven: „Paß auf auf die Eadkrodn, de san grod beim schn…., foatpflaunzn!“
Etwas später: „Jetzt host ane dafiad!“
Wißt´s, wia an des auf d´Neavm gehd, de schaun in da Finstan aus wia Blalln; - „scho wida ane!!“ „Jo, jo.“
Zum Glück waren wir nach der 4ten zu Hause, sonst hätte die nächste Gerald geheißen.
Beobachtet hatte Gerald mit seinem 120 mm Apo mit 900 mm Brennweite
Michael mit einem Teleskop gleicher Bauart wie meines mit 102 mm Durchmesser und 1000 mm Brennweite, womit sich meines erübrigt.
Raffael fotografierte mit einer Kamera, nona – aber fragt mich nicht mit welcher
Also meine Frau war diesmal nicht gerade erbaut darüber, daß ich mich dieses Wochenende auf die Alm vertschüßte, immerhin war es das erste ganze Wochenende seit längerer Zeit, an dem sie wieder mal zu Hause war. Sagen wir, Gerald war der schuldige, er rief mich am Nachmittag an, ob ich mit auf den Haberg fahre und das obwohl er es eigentlich auch nicht vorhatte. Er hatte aber was bei Michael bestellt und da sie sich sowieso deswegen treffen wollten, verabredeten sie sich zum Sternschau und ich wurde unschuldig mit rein gezogen. Ich sagte Gerald also zu und schlug vor, gleich auf die Alm zu fahren, immerhin war Neumond gerade mal vorbei und das Wetter war Supa.
Natürlich wurden auch andere gefragt und noch laungem griasln gab mir meine Frau ein grimmiges OK. Gerald wollte eigentlich selber fahren aber ich konnte ihn überreden, mit mir mitzufahren und so verstaute er seine Sachen bei mir im Auto und gegen ½ 9 waren wir auf der Alm.
Michael und Raffael, sein Nachbar, Freund, Arbeitskollege, wer weiß - waren schon hier. Michael hatte mitten auf dem Platz einen 4“ Refraktor aufgebaut und wartete, daß es dunkel wird. Er hatte sich mit zwei Freunden verabredet und hoffte, ihnen durch Kurt´s Dobson die Weiten des Universums näher bringen zu können. Als er hörte, daß er nicht kommen würde, weil er immer noch angeschlagen war, war sein Frohsinn auf einen Schlag verflogen und er raunzte den Rest des Abends nur noch herum.
Rasch hatten Gerald und ich unsere Geräte aufgebaut und Raffael platzierte seine Kamera bei der Stiege, um ein paar Widfield Aufnahmen zu machen. Fürs einstimmen suchte ich mir erst mal M 42 aber es sollte diesmal nicht der Abend der Standartkerzen werden. Ich vergrößerte bis auf 200 fach und da blitze, trotz der tiefen Stellung zeitweise sogar Komponente-E auf. M 51 sollte als nächstes in mein Okular leuchten, übrigens sehr beeindruckend, bevor ich mich über meine Wunschliste hermachte, die ich vor ein paar Wochen erstellt hatte.
An erster Stelle steht da NGC 2841 im Großen Bärn, eine Galaxie bei der hinteren Tatze. Leider stand sie im Zenit und war für mein Teleskop momentan nicht erreichbar. Egal wie ich es drehte, ich stand immer irgendwo an, noch ehe ich sie im Visier hatte. Das gleiche galt für einen Doppelstern in ihrer Nähe, weshalb ich die Suche nach meinen Wunschobjekten auf einen späteren, genickfreundlicheren Termin, verschob.
Ich nahm meinen Atlas her, schlug den Großen Bärn auf und suchte nach anderen Objekten, die in besserer Position stehen. M 101? – na, die kenn i, ahh M 102, die hab ich mir noch nie gesucht. Okay, die liegt im Drachen, bitte nicht gleich steinigen, aber sie war eine der wenigen, die sich in diese Richtung anbot und ich nahm mir einen anderen Atlas her, um mich besser orientieren zu können. Sie liegt im oberen Viertel einer gedachten Linie vom Benetnas, dem vorderen Deichselstern und Jota Draco. Also die war relativ rasch gefunden. Beobachtet hatte ich die Galaxie schon mal, aber durch ein anderes Teleskop und daher nicht selbst gesucht.
So, jetzt war aber erst mal Saturn angesagt. Bei längerer Betrachtung konnte ich sogar die Cassini Teilung und ein paar Wolkenbänder erkennen. Monde konnte ich aber nur zwei sehen, Tian und Rhea links von ihm.
Raffael machte mich auf den Löwen neugierig, den er gerade ablichtete. Ich blätterte im Atlas und schaute, was da alles zu entdecken sei, großteils durchforstet hatte ich ihn ja schon mal. R Leo stach mir ins Auge, ein Veränderlicher, der gut ein Jahr für eine gesamte Schwankung braucht. Er liegt etwas vor Regulus und leuchtete mir bald schön rot ins Okular.
Gerald hielt wieder mal nach der Rosette Ausschau, fand zwar den Sternhaufen, konnte den Nebel aber nicht sehn. Da er mich nervte, weil er immer wieder raunzte; „i sich de Rosettn net!“ – suchte ich mir das Objekt auch mal. Der Haufen war schön zu sehn aber kein Nebel.
„Do brauchst woascheinlich an Füta“ – meinte Michael. Da ich schon mal in der Gegend war, schaute ich auch gleich mal, ob es noch Weihnachtsbäume gibt und hatte tatsächlich einen gefunden und das fast 9 Monate vor Weihnachten.
Zurück zum Löwen. NGC 3607 und 08 weckten meine Aufmerksamkeit. Die beiden Galaxien liegen zwischen Delta und Theta Leo und waren, zwar schwach aber deutlich, rasch gefunden. Es könnten auch NGC 3599 und 3632 im Blickfeld gewesen sein, nur hab ich auf die zu wenig geachtet. Ich glaub, die Gruppe muß ich mir noch mal suchen.
Okay, vorerst mal genug herumgesucht, mal wieder was Bekanntes. Das Trio und das Quartett sollten die nächsten sein. Beide Gruppen waren schön anzusehn. Aber in der Nähe der beiden „Haufen“ muß ich mir auch noch ein paar anderen Sternenwelten suchen die da ihre Bahnen ziehn und in Sichtweite meines Gerät´s liegen müßten. Anschließend suchte ich mir die beiden Gruppen und den offenen Coma-Haufen im Feldstecher.
In der Zwischenzeit hatten uns Michael und Raffael verlassen. Das Seeing war diesmal echt brauchbar, sagen wir eine +2. Die Grenzgröße lag bei 5,5 mag. direkt und bei 5,7 indirekt. Die Temperatur lag etwas unter 10° und es wehte uns ein leichtes Lüftchen um die Nase.
Gerald war noch immer im Winter unterwegs. Er suchte und zeigte mir den Eskimonebel. Der Smiler war zwar nicht zu sehn aber das Robbenfell rundherum und Gerald wollte mir sogar weis machen, er könnte den Zentralstern sehn. Najo, entweda bin i Schaßaugad oda Gerald hod a blühende Phantasie. Warum grundl´d jemand zwa Wochn noch Frühlingsbeginn stoisch im Winta umadum, owa da Gerald is ebm da Gerald.
Und dann machte er mich mit Hubbles Variablen verrückt. Er brauchte dafür natürlich seine Zeit und obwohl ich es nicht glaubte, hatte er ihn doch gefunden. Ich hatte ihn einmal durch Kurtls Dobson gesehn und der meinte damals, das wäre schwierig. Und dann forderte er mich auf, ich sollte ihn auch suchen. Er würde gern wissen, ob dieses Objekt auch durch meinen 4“er zu sehen ist. Natürlich machte ich mich, trotz tiefer Stellung, auf die Suche. Sagen wir mal, die Hexe, die mich zwei Wochen vorher geschoßen hatte, war schuld daran, daß ich die Suche nach ihm aufgab und sie Gerald überließ. Er hatte den Kometenhaften Nebel tatsächlich rasch im Okular und ich war erstaunt, daß ich ihn selbst bei mir mit 120 facher Vergrößerung noch gut erkennen konnte.
Und während sich Gerald immer noch am „Winterhimmel“ austobte baute ich ab. Allein für Saturn konnte er mich noch begeistern. Bei ihm waren neben Titan und Rhea auch über Rhea, Dione und rechts von Saturn, Tethys zu sehn. Das zeigt eben, ohne Neid, den Unterschied zwischen einem fast 5“ Doppel-Apo und einem 4“ Fh.
Kurz vor ½ 1 beendeten wir unsere Beobachtung und fuhren nach Hause. Auch auf den nach Hause Weg ging er mir noch auf die Nerven: „Paß auf auf die Eadkrodn, de san grod beim schn…., foatpflaunzn!“
Etwas später: „Jetzt host ane dafiad!“
Wißt´s, wia an des auf d´Neavm gehd, de schaun in da Finstan aus wia Blalln; - „scho wida ane!!“ „Jo, jo.“
Zum Glück waren wir nach der 4ten zu Hause, sonst hätte die nächste Gerald geheißen.
Beobachtet hatte Gerald mit seinem 120 mm Apo mit 900 mm Brennweite
Michael mit einem Teleskop gleicher Bauart wie meines mit 102 mm Durchmesser und 1000 mm Brennweite, womit sich meines erübrigt.
Raffael fotografierte mit einer Kamera, nona – aber fragt mich nicht mit welcher