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Meridianswitch für perfekte Sterne? Eine Erfahrung...
Verfasst: 26.08.2011, 10:49
von Daniel_Guetl
Hallo Sternfreunde,
etwas was mir in den letzten zwei Nächten aufgefallen ist. Man nehme ein Teleskop und eine Kamera, nimmt mal ordentlich auf, und ärgert sich dass in 1-2 Ecken die Sterne nicht absolute perfekt sind, weil irgendwas im Image train verkippt ist oder der Korrektorabstand net ganz passt etc...Jetzt ist das bei meinem Apo sehr leicht der fall, wie man beim Bild von Sharpless 171 sieht.
Die Nächsten zwei Nächte, habich mich an ein Objekt gemacht dass um Mitternacht einen Merdianswitch benötigt, damit ich durchbelichten kann, also Teleskop um Mitternacht von West nach Ost umgeschlagen, und weiterfotografier. Hierbei entspricht das einer Bildfelddrehung von 180°. Oben ist unten und umgekehrt. Abbildungsfehler wieder leicht zu sehen. Anschließend, zuhause am Computer, alle Bilder ausgerichtet, gestacked, und ZACK, perfekte Sterne bis in die äußerste Chipecke.
Mittelt sich alles raus
Bisher habich immer versucht den Merdianswitch zu umgehen, weil ich die Belichtungszeit nicht verlieren wollte und hab dann lieber ein anderes Objekt in der zweiten Nachthälfte aufgenommen. Na wenn das so ist, mach ich das in Zukunft wohl öfter
@Bernhard: DAS geht auch mit deinem Newton
Viele Grüße
Daniel
Verfasst: 26.08.2011, 11:27
von BernhardH
Hehe nicht auf meinem Balkon, aber danke für deinen Tipp wenn ich mal wieder ins Freie komme:)
cs Bernhard
Verfasst: 26.08.2011, 13:16
von PetziK
Ach Meridianswitch nennt Ihr das - und ich hab mich letztlich gewundert warum mein CAM plötzlich wie wild begann zu rotieren um erst recht wieder dasselbe Objekt anzuvisieren - das ist die Erklärung dazu! Vielen Dank!
Verfasst: 26.08.2011, 15:50
von prokyon
Hi Daniel,
das klingt ineressant und irgendwie plausibel. Werde das bei meinem Aufnahmen beobachten. Wenn man wirklich viel Belichtungszeit sammel will kommt man um das Switchen eh nicht drum rum. Zumindest wenn man hochstehende Objekte aufnimmt. Bei mir ist das halt so.
cs
Werner
Verfasst: 26.08.2011, 18:23
von Johann_M
Wenn man aber nicht in Meridiannähe fotografiert weil das begehrte Objekt sich woanders befindet, dann dreht man einfach nur die Kamera um 180 Grad.
Oder lieg ich da falsch?
Viele Grüße,
Johann
Nachtrag:
Beim Newton muß man aufpassen, daß die Kamera wirklich genau um 180 Grad gedreht wird, sonst hat man zusätzliche Spikes
Verfasst: 26.08.2011, 21:24
von PetziK
es könnte noch besser werden, wenn man in 90° schritten dreht und dann stackt, oder?
ich nehme an, dem PC ist es egal, er findet schon die richtigen Kugerln die aufeinander passen.
Verfasst: 27.08.2011, 00:02
von Tommy
Hallo
@Daniel, deine Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Deswegen hab ich auch (zumindest meistens) runde Sterne.
Das funktioniert allerdings nur bei kleinen Fehlern, bei ordentlichen Eiersternen hilft das auch nicht mehr.
@Johann, zusätzliche Spikes erhält man nur, wenn man den Newton zwischendurch in den Rohrschellen verdreht, nicht wenn man die Kamera verdreht (gilt zumindest wenn man Theli verwendet)
LG
Thomas
Verfasst: 27.08.2011, 00:06
von Johann_M
Hallo Thomas,
hast Recht, das Primärbild bleibt ja gleich.
Vielen Dank,
Johann
Verfasst: 30.08.2011, 16:46
von prokyon
Ich hab bei den letzten beiden Aufnahmen jeweils Meridianswaps durchgeführt und kann nur bestätigen, dass sich das positiv auf die Abbildung der Sterne am Bildrand ausgewirkt hat.
Das Umschlagen der Monti war eigentlich immer ein Feind von mir, jetzt kann ich dem was abgewinnen.
cs
Werner
Verfasst: 13.09.2011, 22:49
von tommy_nawratil
hallo,
das ist aber schön dass sich dann nicht überall verzogene Sterne einstellen. Ist Dr.Murphy etwa auf Urlaub?
lg Tommy
Verfasst: 14.09.2011, 06:13
von Daniel_Guetl
Hallo Tommy,
ich konnte einen positiven Aspekt der Pulsar 2 und des hypergenauen Polsuchers der G53F feststellen: der semi-automatische Meridianswitch ist so präzise dass ich das Bild anschließend nur mehr um ca. 50 pixel verschieben muss. Na das ist mal was! So macht der Meridianswitch spaß und dauert nur mehr 3 Minuten
@Werner: das sollte eigentlich bei deiner G42 auch funktionieren, probiers mal aus!
Viele Grüße
Daniel
Verfasst: 14.09.2011, 15:10
von tommy_nawratil
aber Daniel,
das ist für eine Montierung die mit ungarischer Präzision arbeitet doch selbstverständlich und braucht nicht extra erwähnt zu werden
lg Tommy
Verfasst: 15.09.2011, 18:51
von rhess
Hallo Daniel und Tommy,
Das beruhigt mich sehr mit dem Meridianswitch
Dem habe ich bisher immer versucht aus dem Weg zu gehen
Kann von euch beiden vielleicht jemand kurz Erklären wie das mit dem Semi-Automatisch funktioniert ?
Grüße
Rocky
Verfasst: 15.09.2011, 19:04
von prokyon
Hi Daniel,
dass du den semi wählst wird wohl seinen Grund haben. Denn der volle klappt bei mir nicht. Ich bin deshalb einfach die Koordinaten angefahren. Da war ich auch recht gut dort. Aber gibt es eine semi Funktion?
cs
Werner
Verfasst: 15.09.2011, 19:05
von prokyon
tommy_nawratil hat geschrieben:hallo,
das ist aber schön dass sich dann nicht überall verzogene Sterne einstellen. Ist Dr.Murphy etwa auf Urlaub?
Wenn leicht oval mit rund gemittelt wird, entsteht noch weniger oval

Das funktioniert ja nur, wenn die Elongationen gering sind.
cs
werner
Verfasst: 16.09.2011, 08:37
von Daniel_Guetl
prokyon hat geschrieben:tommy_nawratil hat geschrieben:hallo,
das ist aber schön dass sich dann nicht überall verzogene Sterne einstellen. Ist Dr.Murphy etwa auf Urlaub?
Wenn leicht oval mit rund gemittelt wird, entsteht noch weniger oval

Das funktioniert ja nur, wenn die Elongationen gering sind.
cs
werner
Hallo Werner,
naja, theoretisch funktioniert dass zuverlässig, wenn mindestens 50% der Bilder "nicht Oval" sind, was bei einem Meridianswitch der zur Hälfte der Nacht durchgeführt wird, der Fall ist. CCD Stack hatja einen Sigma Reject Algorithmus, es verwirft also die Pixel die nicht so sind wie auf den anderen Bildern. So konnte ich zb Glocknerfotos mit schlechtestem Seeing, aber grandioser Tiefe, in meinen Irisnebel mit Traum Seeing von Laßnitzhöhe ohne Probleme einarbeiten, CCD Stack schneidet einfach bei den fetten Sternen das was zu fett ist gegenüber den Aufnahmen mit gutem Seeing weg. Diese abgeschnittenen Pixel werden dann einfach nicht mit gestacked, in diesem Bereich kommen dann nur die "guten Pixel" der anderen Bilder zu tragen. Jetzt ist der Schwellenwert, ab wann ein Pixel gut/böse ist, händisch einstellbar, was die Sache des "Data reject" zu einer wichtigen Amateur-gesteuerten Arbeitstechnik macht. Daten werden nicht einfach in ein Programm gehaut und gestacked und man hofft dass was brauchbares rauskommt, sondern du kannst aktiv steuern was im Bild ist und was nicht.
Zum Meridianswitch: warum funktioniert bei dir die E/W Taste nicht? bei mir geht das damit einwandfrei...
@Rock
"semin-automatisch" bezeichne ich es nur, weil ich dazu eine Taste drücken muss und anschließend die Aufnahmen wieder Starten. Den Rest macht die Montierung von allein.
Ein "automatischer" Meridianswitch, wäre für mich, wenn die Montierung selbsständig erkennt wann sie ansteht, dann mit Maxim DL kommuniziert, das Guiding und die aufnahmen beendet, den switch macht, das objekt wieder genau mit einem plate solve programm astrometrisch löst, das bild positioniert, und anschließend wieder mit meiner aufnahmesequenz weitermacht.
Das ist wohl noch zukunftsmusik
Viele Grüße
Daniel