Seite 1 von 1

Venus-Uranus am 09. und 10. Februar 2012

Verfasst: 18.02.2012, 10:27
von Karl-Heinz Bücke
Hallo Sternfreunde,

bereits mit einfachen Kameras kann man interessante Aufnahmen machen. Ich habe meine Kadak EasyShare Z712 IS auf ein Stativ gestellt und den Modus Nachtaufnahmen für Landschaften gewählt. Damit belichtet diese Kamera etwa 8 Sekunden. Die Venus war sofort auf dem Display zu erkennen. Bei den Aufnahmen habe ich etwas Zoom verwendet. Von mehreren Bildern suchte ich die besten Bilder aus, einige waren verwackelt.
Die Sterne sind etwas strichförmig abgebildet. Während der 8 Sekunden ist von der täglichen Bewegung der Sterne infolge der Erdrotation schon etwas zu merken. Unsicher bin ich mir, ob der zuschaltbare Bildstabilisator vorteilhaft ist.
Es gibt sicherlich einige Kameras mit ähnlichen Möglichkeiten, die man für solche Aufnahmen verwenden kann.
Bei den Aufnahmen habe ich das Histogramm und Kontrast/Helligkeit verändert und invertiert auf ein negatives S/W-Bild. Damit kann man die Sterne besser erkennen. Die Linien zwischen den Sternen habe ich eingezeichnet, um die Bilder besser vergleichen zu können. Die Zahlen an den Sternen geben deren Helligkeit in Größenklassen an.

Am 09. Februar 2012 fand eine seltene Begegnung von Venus und Uranus statt. Ich habe an diesem und folgenden Abend diese Region fotografiert, um die Bewegung der Venus darzustellen.
Am 09. war Uranus nur 0.5° von der Venus entfernt und Uranus dadurch gut aufzufinden. Die realen Entfernungen sind natürlich ganz anders: Die Venus war ca. 1.05 und Uranus 20.8 AE von der Erde entfernt. Wie Groß diese Entfernungen sind, kann man sich vielleicht so verdeutlichen:
Das Licht benötigte von Uranus 2.9 Stunden und von der Venus 8.7 Minuten! während Venus mit -4.1 Größenklassen strahlt, bringt es Uranus nur auf 5.9 Größenklassen.

Bild

Viele Grüße
Karl-Heinz

Re: Venus-Uranus am 09. und 10. Februar 2012

Verfasst: 19.02.2012, 10:18
von herwig
Hallo Karl-Heinz,

schöner Vergleich, die Bewegung der Venus ist schon eindrucksvoll.

cs herwig

Re: Venus-Uranus am 09. und 10. Februar 2012

Verfasst: 19.02.2012, 11:04
von ilkr
Hallo Karl-Heinz,

zu Deiner Frage zur Bildstabilisierung, das funktioniert für diese Fälle nicht, denn ein Bildstabilisator korigiert nur die Bewegungsunschärfe, die durch mechanisches Verwackeln, d.h. durch beschleunigte Bewegung des Objektivs bzw. der Kamera entsteht.

Wenn Du die Kamera auf ein Stativ moniert hast, hast Du ausgeschöpft, was ohne Nachführung geht.

Trotzdem, ein interessantes Bildpaar, man sieht, wer sich schnell bewegt und wer langsam. Hast Du vielleicht daran gedacht, die Bilder übereinanderzulegen, und zwar mit den Hintergrundsternen überlagert? Es wäre interessant, ob die Uranusbewegung nachweisbar ist...

LG
Reinhard

Re: Venus-Uranus am 09. und 10. Februar 2012

Verfasst: 19.02.2012, 11:44
von herwig
Hallo Reinhard,

die gleiche Frage hat mich auch beschäftigt und ich habe versucht, zu überlagern. Der Bildmaßstab ist nicht ganz ident und mit den kurzen Strichspuren verschwindet glaube ich die Bewegung. Wenn ich nicht ganz falsch kalkuliert habe, sollte eine Bewegung von ca 8sec zwischen den Bildern liegen, ist allerdings nicht gerechnet, sondern nur nach CDC geschätzt.

lg herwig

Re: Venus-Uranus am 09. und 10. Februar 2012

Verfasst: 21.02.2012, 20:42
von Karl-Heinz Bücke
Hallo Reinhard und herwig,

vielen Dank für eure Bermerkungen und Gedanken. Meine Originalbilder habe ich mit Fitswork übereinander gelegt. Die Sterne und auch Uranus liegen genau übereinander. Ich konnte bei Uranus keinen Versatz bemerken. Hier wären Aufnahmen mit einigen Tagen Abstand sicher geeigneter. Die Aufnahmen habe ich mit der gleichen Kamera, aber mit etwas unterschiedlichem Zoom angefertigt. Fitswork kann dies ausgleichen. Nun hat sich Uranus in Rektaszension nur um 0 h 0 min 10 s und in Deklination nur um 0° 1,1' bewegt. Für diesen Abbildungsmaßstab sicherlich sehr wenig. Außerdem muss man bei genauen Messungen noch die Refraktion berücksichtigen. Diese kann an beiden Tagen etwas unterschiedlich sein. Bei der geringen Höhe über dem Horizont ist sie über dem Foto verteilt von der Höhe abhängig unterschiedlich. Es gibt Verfahren, Fotos nach diesen Faktoren auszumessen. Aber hier halte ich den Aufwand zu hoch für das zu erwartende Ergebnis.
Es hat mich sehr gefreut, wenn es diesbezüglich sehr interessante Bemerkungen gab.
Vielleicht greife ich dieses Thema später noch einmal auf. Gegenwärtig fehlt mit die Zeit, mich intensiver damit zu beschäftigen.
Viele Grüße
Karl-Heinz