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Die Grenze meiner EOS und C11 am NGC6888 erfahren

Verfasst: 25.07.2012, 18:05
von klausbaerbel
Hallo zusammen,

nun dachte ich Gestern, daß ich mal NGC6888 mit dem C11 aufnehme.

Das war keine gute Idee, wie ich Heute feststellen mußte.

Die Belichtungszeiten sind dabei so hoch, daß die Bilder extrem verrauscht sind. Auch die hohen Aussentemperaturen taten Ihr Übriges dazu.

Die Bilder hatten auch am Rand einen extremen Rotstich, den ich nicht in den Griff bekommen konnte.

EOS600D am C11 auf EQ6, Guiding MGEN am OAG.

ISO 1600
1x 480 Sek
1x 900 Sek
2x 840 Sek
8x 720 Sek

Gesamt 8820Sek = 147Min

Bild

In größer:
http://www.abload.de/image.php?img=ngc6 ... kfzpzd.jpg

Sehr enttäuschend zu sehen, daß ich keine solch langen Belichtungszeiten mit meiner Kamera machen kann. Da setzt die Technik eine ganz klare Grenze.

Gruß
Heiko

Re: Die Grenze meiner EOS und C11 am NGC6888 erfahren

Verfasst: 25.07.2012, 19:05
von SpiritOfNature
Hallo!

Also ich habe mit meiner 600D zwar nicht lange Fotografiert aber warum nimmst du so hohe ISO?? ich hab mit meiner bis zu 15 Minuten Belichtet aber halt nur bis ISO800. Wäre es nicht besser weniger ISO und halt viele Fotos??

LG
Gerry

Re: Die Grenze meiner EOS und C11 am NGC6888 erfahren

Verfasst: 25.07.2012, 20:26
von klausbaerbel
Hallo Gerry,

ich hatte ISO 1600 gewählt, damit ich noch eine einigermaßen akzeptable Belichtungszeit erreichen konnte.

12 Minuten sah soweit ganz gut aus und es war der Nebel zu erkennen.

Bei ISO 800 hätte ich 24 Minuten belichten müssen und dadurch entsprechend weniger Bilder zustande bekommen. Was dann auch wieder die kleinen weiß/grünen Rauschpunkte im Bild noch mehr hätte wachsen lassen.

Vielleicht ist meine EOS auch wirklich kaputt.

Das Problem ist nur, daß Canon nur bis 30 Sekunden Belichtung überprüft und da sehen die Bilder OK aus.

Gruß
Heiko

Re: Die Grenze meiner EOS und C11 am NGC6888 erfahren

Verfasst: 25.07.2012, 21:21
von tommy_nawratil
hallo Heiko,

du schlägst dich echt tapfer, aber das ist wirklich eine gewagte Objektwahl für die lange Brennweite!
Damit würd ich lieber M57, Katzenaugennebel, Kugelsternhaufen und derlei Gesellen aufs Korn nehmen.

lg tommy

Re: Die Grenze meiner EOS und C11 am NGC6888 erfahren

Verfasst: 25.07.2012, 21:28
von klausbaerbel
Hallo Tommy,

ja aber ich dachte.....

Ne, ich hatte gedacht, ich könnte bei langer Belichtungszeit doch etwas aus den Bildern raus holen. Aber die Lektion habe ich nun gelernt.

Für Dich vielleicht ganz interessant:
Ich hatte einen Leitstern erwischt, der im MGEN-Fenster seine Helligkeit stark änderte. Heute beim Daten auslesen habe ich gesehen, daß der Leitstern beständig verloren ging. Der MGEN hats trotzdem super nachgeführt.
Wirklich ein dolles Ding, der MGEN.

Für Heute Nacht hatte ich eigentlich M81 oder M106 auf dem Plan. Aber nun ziehts von Südosten zu. Ich hoffe, das löst sich wieder auf.

Gruß
Heiko

Re: Die Grenze meiner EOS und C11 am NGC6888 erfahren

Verfasst: 25.07.2012, 21:42
von klausbaerbel
Hallo Reinhard,

warum ich so etwas mache?

Hehe,das kann ich Dir sagen. Ich bin noch immer am ausprobieren, was wie am Besten zusammenspielt. Und weil es immer heißt: Länger belichten.
Da muß ich noch sehr viel lernen und üben.

Deswegen habe ich ja dieses Bild auch hier eingestellt, um Eure Kritiken um die Ohren zu bekommen. Ich kann von Euch sehr viel lernen.

Man muß ja auch mal an die Grenzen gehen, um zu sehen, was dann passiert.

Solche Datenangaben, wie Du sie geschriebn hast sind mir dabei sehr wichtig. Und helfen mir weiter zu kommen.

Vielen Dank dafür.

Gruß
Heiko

Re: Die Grenze meiner EOS und C11 am NGC6888 erfahren

Verfasst: 25.07.2012, 22:18
von Snakeeye
eventuell wird das rauschen besser wenn du je ein dark in den unter schiedlichen längen machst .Das bringt eingetlich immer was .

Re: Die Grenze meiner EOS und C11 am NGC6888 erfahren

Verfasst: 25.07.2012, 22:30
von klausbaerbel
Normalerweise mache ich das auch immer. Nur am C11 mit Taukappe drauf und endlich gefundenen Leitstern im OAG sehe ich davon besser ab.

Normalerweise würde ich ja nur eine Belichtungszeit nehmen. Ich teste erst die Belichtungszeit aus und mache dann mit der mir passenden Belichtungszeit so viele AUfnahmen wie möglich. Kommt dabei nicht genug raus. verwende ich auch die Testbilder mit.

In diesem Fall waren aber die Hauptbilder zu lange belichtet und deswegen dermaßen verrauscht, daß da nichts mehr zu machen war. Der rote Saum kommt meiner Meinung nach von Verstärkerglühen.

Gruß
Heiko

Re: Die Grenze meiner EOS und C11 am NGC6888 erfahren

Verfasst: 25.07.2012, 23:07
von Mostschädel
Hallo Heiko!
Sollte Deine Kamera nicht modifiziert sein dann finde ich Deine Aufnahme sehr sehr gut.
Unmodifizierte DSLR Kamera und mit F10 auf echtes DeepSky ist ein eher sehr schwieriges Unterfangen.
Da geht bei diesen Gesamtbelichtungszeiten nicht mehr. D.h. Deine Einzelbelichtungszeiten waren schon
o.k..
Die Anzahl der Bilder sollte halt erhöht werden. Kurzbelichten und niedrige ISO geht bei den Allerwelts Bright Sky Objekten
wie M13, M81, M42 etc in irgendeiner Form auch, für echtes "Deep" Sky muss man quetschen (Lang belichten UND ISO rauf) wo es nur geht.
Ich persönlich habe viele Jahre mit meiner 10D DSLR fotografiert und die Erfahrung gemacht bei "Deep" Sky hilft nur längstmöglichst und
so oft als möglich belichten. Ein Runterschrauben der ISO Zahl und/oder gar der Belichtungszeit hat bei MIR nie Vorteile gebracht.
Ein Musterbild gemacht mit meiner modifizierten Uralt DSLR Canon 10D, bei 1600 ISO, und 21x 12 minütigen Belichtungen
auf einem C14 bei F7.5 aus dem Jahre 2006
findest Du hier http://www.werbeagentur.org/oldwexi/gal ... 0x1050.jpg

Meine Meinung - die Nachführung hast Du schon perfekt im Griff, Du kannst belichten was das Zeug hält,
es fehlt nur mehr die Absicht mehrere Nächte an einem Objekt zu arbeiten.
Auch eine Reduktion des F-Wertes und eine Modifikation der Kamera brächte Dich Dich ebenfalls wesentlich weiter.

Der rote Rand auf Deinem Bild ist kein Problem der ging mit zwei Mausklicks weg...

Nochmals, ich finde Dein Ergebnis ganz ausgezeicnet!

Re: Die Grenze meiner EOS und C11 am NGC6888 erfahren

Verfasst: 26.07.2012, 15:11
von klausbaerbel
Hallo Gerald,

vielen Dank für Dein Lob. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet.

Sehr interessant, was Du da schreibst.

Für mich verwirrend sind jetzt die Unterschiedlichen Aussagen. Wenn ich mir Dein Bild von NGC6888 ansehe, hatte ich ja die gleichen Werte verwendet. ISO 1600 und 12 Min Belichtungszeit.

Allerdings rauscht meine EOS ganz extrem, selbst bei ISO 400 und 8 Min ist das Bild voller weißer Pünktchen. Keine Ahnung warum das so ist. Einzelbilder von anderen EOS Besitzern zeigen das Verhalten wohl nicht.

Tja, mehrere Nächte an einem Objekt. Bei den ständigen Wolken ist das dieses Jahr recht schwierig überhaupt mal raus zu kommen.

Inzwischen habe ich das mal mit dem APO ausprobiert über 2 Nächte zu fotografieren. Da kann ich mir die Kameraposition an der Beschriftung gut merken.

Am C11 wird erwas schwieriger. Aber da Du mir jetzt Mut gemacht hast werde ich das auf jeden Fall machen. Besonders wenn es ein wenig kühler ist. Nachts waren hier 25 Grad und die Kamera hatte eine Temperatur von 32 Grad.

Eine Reduktion der Brennweite am C11 hatte ich schon ausprobiert und sehe davon in Zukunft ab.
Beide Reducer waren eine wahre Katastrophe. Und Basteleien mit Korrekturplatten, die dann vom Händler nach Auftreten des Problems noch hinterher zusätzlich zu einem stolzen Preis angepriesen werden um das fehlerhafte Produkt auszugleichen, finde ich für mich unzumutbar.

Für die Zukunft ist eine Astrokamera angedacht. Deswegen lasse ich die EOS unmodifiziert.

Umso schwieriger der Einstig und umso unzulänglicher das Material, desto größer ist der Lernprozess, finde ich. Wobei eine Astrokamera sicherlich noch ganz andere Hürden in den weg legt.

Mit 2 Klicks sagst Du?

Kannst Du dazu etwas mehr schreiben? Ich habe alles probiert und bekomme den roten Rand nicht weg.


Hallo Reinhard,

ich fände es sehr schade, wenn Du Deinen Senf zurück hälst. Mir ist der sehr wichtig. Umso mehr Meinungen und Ansichten, sowie Begründungen man bekommt, desto besser ist es für mich. Auch wen es schon mal verwirrend wird, so hat es mir bisher immer weiter geholfen.

Gruß
Heiko