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Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 17.08.2014, 23:38
von Clemens
Hallo!
Ich habe mich einmal mit meinem neuem Equipment am M31 versucht.
Hier wäre das Bild (wollte es nicht direkt embedden, da das Bild 6 MB groß ist):
http://www.pixelmix.at/Astronomie/M31-Versuch.jpg
Dieses Bild wurde ohne Autoguider aufgenommen. Kamera war eine EOS 650D.
Lightframes: 8x 120sec, ISO800
Darkframes: 4x 120sec, ISO800 (selbe Temperatur, gleich im Anschluss aufgenommen)
Dass hier die Sterne nicht rund sind, stört mich einmal noch nicht.
Verwendet habe ich Fitswork:
Zuerst habe ich ein Masterdark von den 4 Darkframes gemacht, anschließend ein FCM File vom CCD zu RGB erstellt und dann die Batchverarbeitung so gestartet:
Nehme Lightframe, subtrahiere das Masterdark, dann das FCM File für das RAW anwenden und dann auf das Zielbild addieren.
Klappte ja recht gut, aber warum rauscht das Bild immer noch so stark?
Ist das Normal?
Zuwenig Darkframes?
Wenn dem so wäre, warum rauscht es dann auch so viel, wenn ich ein einzelnes Lightframe hernehme und das Masterdark abziehe?
Wenn ich Deepskystacker verwende, dann ist das Bild viel dunkler - also ein anderes Ergebnis?
Sollten die Ergebnisse nicht halbwegs gleich sein?
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 17.08.2014, 23:45
von markusblauensteiner
Hallo Clemens,
Darks helfen nicht dabei, das Rauschen zu reduzieren. Sie sorgen dafür, dass Hot-und Coldpixel, Vestärkerglühen,...verschwinden.
Wenn mans ganz genau nimmt, fügen Darks sogar Rauschen zum Summenbild hinzu.
Das Rauschen nimmt nur ab, indem man viele Einzelbilder mittelt. Das gilt auch für Darks. Also, ich denke dass 4 Darks zu wenig sind, da solltest du noch mehr anfertigen, geht ja auch gut zu Hause.
LG, Markus
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 18.08.2014, 00:08
von Clemens
Hallo Markus,
Vielen Dank für die Antwort.
Tatsächlich habe ich das falsch geglaubt und dachte sogar, dass mehr Lightframes auch mehr rauschen verursacht.
Die Erklärung hilft mir sehr!
Ich glaube auch, dass ich beim nächsten Versuch eher sehr viele 1 Minuten Aufnahmen machen werde.
Dann bleiben die Sterne auch hoffentlich rund.
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 19.08.2014, 09:42
von markusblauensteiner
Hallo Clemens!
Ja, auch da hast du im Prinzip recht. Du musst aber von der selben
Gesamtbelichtungszeit ausgehen. Also, teilst du, sagen wir mal, 1h Gesamtbelichtungszeit auf 30x2 min und auf 2x30 Minuten auf, so wird das Ergebnis mit 30x2 min mehr rauschen. Verdoppelst du dann im Anschluss die Gesamtbelichtungszeit auf 2h, so wird das Ergebnis aus 60x2 min weniger rauschen als 30x2min, aber widerum mehr als 4x30min.
Und genau darum gehts im Prinzip: die Rohbilder müssen hintergrundlimitiert sein, also das Photonenrauschen des Hintergrundes muss das Kamerarauschen dominieren. Wann das der Fall ist, hängt von der Kamera, dem Öffnungsverhältnis des Teleskops und natrülich der Himmelshelligkeit (Lichtverschmutzung) ab.
Also, belichte die Einzelbilder so lange, bis du hintergrundlimitiert bist. Davon möglichst viele Rohbilder, um eine lange Gesamtbelichtungszeit zu erreichen - siehe oben. Gleichzeit achte aber auch darauf, dass du die Rohbilder reproduzierbar belichten kannst! Das soll heißen, du sollst möglichst wenig Ausschuss produzieren.
So, und aus den beiden Faktoren musst du nun was basteln.
Also, gesetzt den Fall ich leide an sehr dunklem Himmel (Namibia) und einer sehr guten Montierung, mein Teleskop verbiegt sich nicht...Ich nehme mir 2h Zeit für mein Objekt und möchte mind. 6 Rohbilder haben, damit bei Stacken die Sigma-Funktion greift (Satellitenspuren,..).
Ich muss also meine Rohbilder 20min belichten. Erreiche ich mit niedriger ISO in dieser Zeit KEINE Hintergrundlimitierung, so muss ich die ISO erhöhen und etwas mehr rauschen in Kauf nehmen.
Gesetzt den Fall (und das wird eher zutreffen!), ich habe einen etwas aufgehellten Himmel und meine Montierung ist immer noch sehr gut: Ich nehme mir wieder 2h Zeit und erreiche die Hintergrundlimintierung schon nach 5 Minuten. Dann bleibt mir nur, die ISO weiter herab zu setzten oder, wenn das nicht mehr geht, mit dem "mehr" an Rauschen - bedingt durch die Anzahl an Rohbildern - zu leben.
Das Rauschen kann ich nur dann reduzieren, wenn ich mir mehr als 2h Zeit nehme zum Belichten.
Gesetzt den Fall, ich habe einen Himmel unbekannter Qualität, aber eine Nachführung, die mir max. 1min Einzelbelcihtungen zulässt - das wäre dein Fall:
Ich muss zusehen, innerhalb dieser 1min hintergrundlimitiert zu werden, also gegebenenfalls die ISO entsprechend hoch anzusetzen! Dadurch ergibt sich in den beispielhaften 2h Gesamtbelichtungszeit ein entsprechend höheres Rauschen (wie du schon geschrieben hast) - das lässt sich dann wieder nur mit mehr Gesamtbelichtunsgzeit reduzieren.
LG, Markus
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 19.08.2014, 15:29
von Clemens
Hallo Markus!
Vielen vielen Dank für die detailierte Erklärung!
Langsam aber doch dämmert es bei mir.
Ich habe auch schon nachgelesen was "hintergrundlimitiert" heißt.
Ein Weg um ein gut hintergrundlimitiertes Bild zu bekommen ist, den ISO-Wert mit der Einzelbelichtungszeit so abzustimmen, dass im Histogramm für das Foto der Peak des Berges so etwa 20% vom linken Rand (schwarz) entfernt ist.
Was ich aber auch auf der HP gelesen habe (und möglichweise falsch verstanden habe) ist, dass das Stacken zwar das Rauschen entfernt, aber meine Tiefe (Signal) des Bildes bzw. der eigentlich interessante Inhalt (Galaxy, Nebel, ...) gar nicht addiert wird.
Heißt also, wenn ich 60x1min Aufnahmen mache, dann wird das gestackte Bild immer nur noch nach einer 1 Minutenaufnahme aussehen.
Wenn ich mehr "sehen" möchte, muss die Einzelbelichtungszeit hoch sein - also etwa 6x10min, damit ich nach dem Stacken ein möglichst rauschreduziertes 10 Minutenbild erhalte.
Also bin ich jetzt einmal verwirrt - vorallem weil es ja heißt "Gesamtbelichtungszeit".
Ich hoffe ich irre mich...
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 19.08.2014, 16:00
von markusblauensteiner
Hallo Clemens,
ja, so ist das mit dem Internet, was mal drinsteht bleibt drin, auch das "addieren"...
Bilder werden gemittelt, nicht addiert. Denn beim Addieren würden die Sterne alle sehr schnell nur noch weiß sein. Beim Mitteln bleibt das Signal im Summenbild eben beim Mittelwert (je nach Mittelwertbildung) und das Rauschen mittelt sich raus, umso mehr, je länger
gesamt belichtet wird.
Insofern hast du fast recht, was das "aussehen" deines 60x1min Bildes angeht. Ja, die Strukturen werden darauf auch nicht wirklich heller (ok, das ist auch nicht ganz richtig), aber das Rauschen hat sich gegenüber 1x1 min drastisch reduziert und daher kann in der Bildbearbeitung mehr "gestretcht" werden. Das erst macht es möglich, lichtschwache Strukturen in der Bearbeitung vom Hintergrundrauschen zu trennen.
Es wäre ja recht dramatisch, wenn die Helligkeit von Strukturen - absolut gesehen - zunehmen würde. Man würde sich dann bemühen, z.B den Kern eines Kugelsternhaufens am Rohbild nicht ausbrennen zu lassen, müsste aber raten, wie hell der Kern dann nach einer Gesamtbelichtungszeit x sein würde.
Es ist Aufgabe der Bildbearbeitung, des stretchens, schwache Strukturen aufzuhellen und gleichzeitig die ohnehin schon hellen Teile nicht ausbrennen zu lassen.
Und du siehst es auch richtig, idR sind lange Einzelbelichtungszeiten wichtig, um schwache Signale gleich von Beginn an besser vom Rauschen zu trennen. Das funktioniert idR bei den meisten Objekten sehr gut, Kugelsternhaufen sind da eine Ausnahme, weil ihre Kerne dann ausbrennen. Daher greift man da zu kurzen Einzelbelichtungszeiten.
Eine Gesamtbelichtungszeit von x Stunden macht aber doch Sinn, denn wir würden uns ja sinnlos viel Arbeit antun, würden wir ewig belichten und es wäre auch mit einem Einzelbild mit irgendeinem Trick alles sichtbar zu machen.
Du machst also ein "1min Rohbild", sagen wir 60x und erhälst ein 60min Gesamtbild.
In deinem Fall sind natürlich viele kurz belichtete Bilder mit runden Sternen besser als viele langbelichtete mit langen Sternen

und auf dauer wohl Autoguiding anzustreben.
LG, Markus
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 19.08.2014, 16:33
von Clemens
Hallo Markus!
Danke nochmals für die Antworten.
Eine theoretische Frage. Nehmen wir an, dass runde Sterne nur bis 1 Minute Belichtung gegeben sind.
Sagen wir nun es wurden 60x1min Aufnahmen gemacht.
Dann werden zuerst jeweils 10 der 1 Minuten Aufnahmen wirklich addiert (Rauschen und Signal erhöhen sich).
Dadurch habe ich dann von den 60x1min Aufnahmen nun 6x10min Aufnahmen.
Diese 6 (zuvor addierten) Aufnahmen werden nun gestackt und das Rauschen soll rausgemittelt werden.
Als Ergebnis wird vermutlich zwar das "10 Minuten" gestackte Foto etwas mehr rauschen jedoch hätte ich mehr Details als das "1 Minuten" gestackte Bild.
Die EBV kann ich dann mit dem 10 Minuten Foto machen.
Hat das schon mal wer versucht?
Ist das mathematisch gesehen falsch?
Bzgl. Autoguding werde ich das auch so machen - ich will aber zuerst einmal immer klein anfangen und so Erfahrung (und Fehler) sammeln.
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 19.08.2014, 17:16
von markusblauensteiner
Hallo Clemens,
deine Herangehensweise ist löblich, kommt Zeit, kommt Ausrüstung.
Das mit dem addieren und mitteln habe ich persönlich noch nicht probiert - einen versuch ist es sicher wert. Aber, wiederum zu bedenken, auch das wäre vermutlich schon entdeckt worden, da Zeitersparnis droht!
LG, Markus
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 19.08.2014, 17:41
von Clemens
Hallo Markus,
Ich weiß nun auch, warum ich von dem unterschiedlichem Ergebnis zwischen DeepSkyStacker und Fitswork überrascht bin.
Bei Fitswork ist beim "Stacken" addieren gemeint (ist beim Punkt "zur Zieldatei addieren" der Wert "Add" und die meisten Tutorials verwenden diese Methode).
Das Bild welches ich hier in dem Thread am Anfang zeige, wurde mit Fitswork gemacht (eben mit addieren).
Wenn ich aber das Ergebnis von DeepSkyStacker ansehe, ist das Bild immer noch sehr dunkel.
Hier wurden die Bilder also gemittelt und das Signal nicht erhöht aber dafür das Rauschen reduziert.
Komisch ist nur das beide Varianten, Mitteln und Addieren, aber "Stacken" heißt, obwohl das Ergebnis mathematisch gesehen anders ist.
Das wäre ja das selbe wenn ich in der Mathematik sage, ich rechne 16 und 7.
Entweder ich addiere es und das Ergebnis ist 23, ich subtrahiere es und das Ergebnis ist 9 oder ich mittel es und das Ergebnis ist 11,5.
Also ist das Wort/Begriff "Stacken" für meinen Geschmack zu ungenau und für einen Neuling wie mich bringt es in logischer Erklärungsnot.
Danke nochmals sehr für deine hilfreichen Antworten.
Du hast mich viel weiter gebracht... ich hoffe dieser Thread wird auch anderen Neulingen bei der Verständnisfrage helfen.
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 19.08.2014, 18:35
von markusblauensteiner
Hallo Clemens,
ja, "stacken" ist eigentlich ungenau, bedeutet es doch wörtlich "stapeln, schichten". Was die Programme dann mathematisch mit den gestapelten Bildern tun, wird so nicht beschrieben. Denn auch das "mitteln" kann ja mathematisch gesehen verschieden passieren und im Astrobereich wird sehr oft "median" gemittelt, also jener Wert genommen, der sich in einer der Größe nach geordneten Zahlenreihe in der Mitte befindet.
Die Beschreibung des Deep Sky Stacker Summenbildes hört sich so an, als könnte man damit in der Bearbeitung noch was anstellen - die Sternabbildung mal ausgenommen.
LG, Markus
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 19.08.2014, 19:47
von Clemens
Hallo Markus,
Rein aus Neugier, welche Programme verwendest du so?
Für die "gute" Nachbearbeitung bzw. Strechen bzw. EBV fehlt mir noch ein gutes Tutorial.
Kennst du oder jemand hier im Forum gute Quelle dafür?
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 19.08.2014, 23:15
von markusblauensteiner
Hallo Clemens!
Falls du Photoshop hast, so verweise ich auf ein Tutorial, das auch hier im Forum im "Astrofoto Workshop" gepostet wurde:
http://www.deeplook.astronomie.at/Tipps ... retch_.pdf
Ich habe dazu Fitswork und PS verwendet.
Falls du über PIxInsight verfügst, so wirst du sicher auch hier im Forum fündig, weiters haben Herbert Walter (skypixels.at) und Gerald Wechselberger sehr gute Tutorials auf ihren Seiten.
Auch Frank Sackenheim (frasax) hat auf youtube viel Wissen zur Verfügung gestellt.
Ich persönlich nutze jetzt CCD Stack und früher für die DSLR "Iris".
LG, Markus
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 20.08.2014, 10:25
von Clemens
Hallo Markus!
Super. Dankeschön.
Generelle verwende ich für Deepskyfotografie DeepSkyStacker, Fitswork, Gimp und Photoshop.
Für Planetenfotografie nehme ich RegiStax und Giotto.
PixInsight werde ich mir auch ansehen und.
Ich werde nun alle Tutorials durchlesen und ausprobieren.
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 20.08.2014, 18:52
von Clemens
Hallo Markus,
Ich habe nun einmal deine Anleitung studiert und diese angewendet.
Also vom DSS habe ich das Median gestackte Bild genommen und mit Photoshop bearbeitet.
Das kam dabei heraus:
http://www.pixelmix.at/Astronomie/M31-Versuch2.jpg
Leider ist das Rauschen sehr stark im Bild deshalb glaube ich nicht, dass man viel mehr Details herausholen kann.
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 20.08.2014, 21:51
von astrochris
Hallo Clemens,
habe Dein Bild mal in PI geladen und mittels STF hochgezogen. Generell ist schon noch einiges an Signal vorhanden, jedoch wirst Du mit einer Gesamtbelichtungszeit von 16Min Lights und 8Min Darks kein viel besseres Ergebnis erwarten können.
Mein Tipp, versuche einfach mehr Bilder mit der selben Belichtungszeit und ISO zu machen, danach jede Menge Darks, Bias und Flats. Alle Typen sind sehr gut im DSS-Manual bzw. im Netz beschrieben. Wenn Du dann mehr als ein bis 2 Stunden Gesamtbelichtungszeit (Lights) zusammen hast, beginnt der Spaß erst richtig. Darks mit der selben Temperatur der Lights zu bekommen ist etwas Spielerei, aber mit dem Tool (exiftool.exe / Sensortemp der EOS-Bilder auslesen) und einer Kühlbox oder kühlem Keller oder sonst was, geht das auch unter Tags und Du brauchst nicht die Nacht dafür zu nutzen, die wird für die Lights verwendet.
Mit DSS zum Stacken bist Du im Moment am richtigen Weg, dazu gibt es auch sehr viele Infos im Netz. Die weitere Bearbeitung erfolgt dann mit dem Programm Deiner Wahl, hierzu hat Markus ja schon einige Tipps gegeben. Die Profis verwenden die verschiedensten Programme, je nach Problemstellung und gewünschtem Ergebnis.
Viel Spaß noch und dran bleiben,
lg&cs
Chris
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 20.08.2014, 23:09
von Clemens
Hallo Chris,
Ja ich taste mich langsam an immer bessere Fotos.
Mein nächstes Ziel ist es mehr Lights zu machen (und auch Darks, Bias und Flats).
Vermutlich eh auch wieder von der Andromedagalaxie.
Wen es interessiert und "spielen" möchte, ich habe die Rohdaten vom DSS hochgeladen.
http://www.pixelmix.at/Astronomie/M31-V ... aSigma.zip
Vermutlich kann ein erfahrener Astrofotograf mehr aus dem Bild holen als ich mit meinem Versuch.
Generell möchte ich mich für eure Unterstützung bedanken!
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 21.08.2014, 09:06
von markusblauensteiner
Hallo Clemens,
schaut schon gut aus - mehr geht dann mit mehr Zeit! Wirst sehen, es macht richtig Spaß, gute Daten zu bearbeiten!
LG, Markus
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 23.08.2014, 21:44
von klausbaerbel
Hallo Clemens,
Ich habe mir Dein gestacktes Bild geladen und mich dran versucht.

Groß:
http://abload.de/image.php?img=m31_vers ... pv2peo.jpg
Es ist wirklich sehr wenig Belichtungszeit.
Mehr Gesamtbelichtungszeit wird ein stärkeres Strecken ermöglichen aber nicht mehr an Details im Randbereich bringen.
Dafür ist die Einzelbelichtungszeit einfach viel zu kurz.
Ich hatte bei meinem M31 damals 6 Minuten bei ISO1600 insgesamt 9,5Std belichtet. Und es wäre noch längere Einzelbelichtungszeit nötig gewesen.
http://abload.de/image.php?img=m31_0708 ... kogpsw.jpg
Versuche doch mal noch mehr Gesamtbelichtungszeit zu sammeln. Mit DSS kann man sehr gut Bilder aus mehreren Nächten stacken.
Um den Bildausschnitt möglichst genau zu treffen lasse ich das Referenzbild geschützt in der Kamera und richte dann danach in den Folgenächten aus.
@Markus
Vielen Dank für Deine ausführlichen Beiträge in diesem Thema. Sehr lehrreich.
Liebe Grüße
Heiko
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 23.08.2014, 23:10
von Clemens
Hallo Heiko,
Wow!
Hätte ich mir nicht gedacht, dass man da noch mehr "raus holen" kann.
Mit welchem Programm hast du diese Nachbearbeitung gemacht?
Nur mit Photoshop oder auch andere Tools?
Kannst du mir kurz sagen, welche Schritte du gemacht hast? (Screenshot oder so?) Nur wenn es dir nicht zuviel Arbeit macht.
Ich würde es dann versuchen dein Ergebnis nachzumachen.
Kurze Definitionsklärung:
Einzelbelichtungszeit:
Ist die Belichtungszeit für eine Aufnahme. Also z.B. habe ich hier 8x2min aufgenommen - hier ist die Einzelbelichtungszeit also 2 Minuten?
Gesamtbelichtungszeit:
Ist die Summe aller Zeiten der Belichtungsdauer. Also z.B. bei 8x2min habe ich 16 Minuten Gesamtbelichtungszeit?
Das heißt bei deinem M31 hast du jeweils 6 Minuten Bilder gemacht und davon dann 95 Stück - also 95x6min bzw. Gesamtbelichtungszeit 9,5 Stunden.
Kann man 6 Minuten Belichtung auch mit meiner Ausrüstung (EQ6) und einem MGEN Autoguider hinbekommen?
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 23.08.2014, 23:17
von markusblauensteiner
Hallo Clemens!
Heiko hat da ganze Arbeit geleistet!
Einzelbelichtungszeit:
Ist die Belichtungszeit für eine Aufnahme. Also z.B. habe ich hier 8x2min aufgenommen - hier ist die Einzelbelichtungszeit also 2 Minuten?
Gesamtbelichtungszeit:
Ist die Summe aller Zeiten der Belichtungsdauer. Also z.B. bei 8x2min habe ich 16 Minuten Gesamtbelichtungszeit?
Das heißt bei deinem M31 hast du jeweils 6 Minuten Bilder gemacht und davon dann 95 Stück - also 95x6min bzw. Gesamtbelichtungszeit 9,5 Stunden.
Kann man 6 Minuten Belichtung auch mit meiner Ausrüstung (EQ6) und einem MGEN Autoguider hinbekommen?
Zu alledem würde ich "ja" sagen. Zum letzten Punkt mit Vorbehalt, weil das auch von der Stabilität der Komponenten abhängt. Also, ist der MGEN stabil mit dem Sucher / oder Off-Axis Guider verbunden, ist der Tubus stabil....aber normalerweise "ja".
Dein Bild wollte ich durch die Photoshop-Mühle drehen, ich kann es aber nicht öffnen - "Dokument nicht vom richtigen Typ".
LG, Markus
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 23.08.2014, 23:40
von Clemens
Hallo Markus,
Das Rohdatenfile ist ein 32 bit TIF File.
Ich habe die Datei jetzt mit Photoshop CS6 auf 16bit geändert und abgespeichert.
Hier wäre der Downloadlink:
http://www.pixelmix.at/Astronomie/M31-V ... -16bit.zip
Oder soll ich das File mit DSS auf FITS 32bit speichern?
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 24.08.2014, 10:12
von markusblauensteiner
Hallo Clemens,
aha, daher hatte das nicht geklappt. Ich habe mich nun daran versucht, es kommt in PS etwa das raus was Heiko schon gezeigt hat.
Dabei kam die Gradationskurve, die Tonwerkorrektur, die "gleiche Farbe", die unscharfe Maske und das Entrauschen, wie auf meiner HP beschrieben, zum Einsatz.
LG, Markus
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 24.08.2014, 11:01
von Clemens
Hallo Markus,
Sehr gut

.
Das heißt jetzt einmal für mich, ich versuche das Ergebnis, welches du und Heiko hinbekommen habt, in PS nachzubauen.
Eigentlich habe ich deinen Anleitungen im PDF befolgt, jedoch kam bislang nur mein hier gezeigtes Ergebnis dabei heraus.
Was ich aber gesehen haben ist, dass der Hintergrund gar nicht so schwarz sein muss, wie auf meinem Bild.
Anscheinend ist es eher besser das mehr Details herauskommen, als auf den schwarzen Himmel zu achten.
Weil in deiner Anleitung steht ja, dass man die Tonwertkorrektur immer woweit korrigieren soll, dass der Himmel etwa bei 25/25/25 ist.
Kurze Frage noch, was meinst du unter "die gleiche Farbe" anwenden?
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 24.08.2014, 11:04
von markusblauensteiner
Hallo Clemens,
der Nachthimmel ist ja nicht wirklich schwarz, daher hat es sich eingebürgert, den Hintergrund bei Astrofotos irgendwo zwischen 20/20/20 und 25/25/25 einzustellen, je nach Objekt und Vorliebe.
"Gleiche Farbe" versteckt sich bei "Bild"- "Anpassungen" und wirkt etwas sanfter als der Farbsättigungs-Regler.
LG, Markus
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 24.08.2014, 15:24
von Clemens
Hallo,
Habe es nun nochmals versucht.
Mit all den Beschreibungen, Tutorials und Youtube Videos.
Habe zuerst mit Fitswork vor gestreched und dann mit PS die Feinarbeit.
Das kam dabei heraus.
Hat vielleicht noch jemand einen Tipp, wie ich das Ergebnis von Heiko erreichen kann?
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 24.08.2014, 17:20
von klausbaerbel
Clemens hat geschrieben:Mit welchem Programm hast du diese Nachbearbeitung gemacht?
Nur mit Photoshop oder auch andere Tools?
Kannst du mir kurz sagen, welche Schritte du gemacht hast? (Screenshot oder so?) Nur wenn es dir nicht zuviel Arbeit macht.
Ich würde es dann versuchen dein Ergebnis nachzumachen.
Kurze Definitionsklärung:
Einzelbelichtungszeit:
Ist die Belichtungszeit für eine Aufnahme. Also z.B. habe ich hier 8x2min aufgenommen - hier ist die Einzelbelichtungszeit also 2 Minuten?
Gesamtbelichtungszeit:
Ist die Summe aller Zeiten der Belichtungsdauer. Also z.B. bei 8x2min habe ich 16 Minuten Gesamtbelichtungszeit?
Das heißt bei deinem M31 hast du jeweils 6 Minuten Bilder gemacht und davon dann 95 Stück - also 95x6min bzw. Gesamtbelichtungszeit 9,5 Stunden.
Kann man 6 Minuten Belichtung auch mit meiner Ausrüstung (EQ6) und einem MGEN Autoguider hinbekommen?
Hallo Clemens,
Ich habe Dein Bild mit Pixinsight bearbeitet.
http://pixinsight.com/
Ich habe das Bild erstmal ein kleines Bisschen gestreckt, Sättigung erhöht, wieder ein Stück gestreckt, Sättigung erhöht, Farbrauschen vermindert, weiter gestreckt, Sättigung erhöht,
nochmal Farb- und Gesamtrauschen vermindert, Endgültig gestreckt, die Details im Zentrum etwas angehoben und die Farben calibriert.
Auf alle anderen, möglichen Arbeitsschritte hatte ich verzichtet.
Also z.B. keine Gradienden (Farb- und Helligkeitsverschiebungen im Bildverlauf und Vignettierungen) beseitigt.
Das mit den Gesamt und Einzelbelichtungszeiten hast Du richtig verstanden.
Zur Belichtungszeit der EOS habe ich die Erfahrung gemacht, daß das Histogram der Kamera nicht das Histogram des Rohbildes darstellt.
Das heißt, die EOS streckt das aufgenommene Bild intern, so daß es auf dem Display heller erscheint, als es tatsächlich ist.
Deswegen belichte ich so lange, bis das Histogram der EOS etwa bis zur Mitte reicht.
6 Minuten mit EQ6 und MGEN am Sucher sind kein Problem. In der Konstellation mache ich 15 Minuten Belichtungen bei 600mm Brennweite.
Du hast allerdings EQ2 in Deinem Profil stehen.
Wie lange es damit möglich ist, weiß ich nicht.
Liebe Grüße
Heiko
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 24.08.2014, 17:51
von Clemens
Hallo Heiko,
Vielen Dank für dein "Kochrezept".
PixInsight scheint ja ein sehr gutes Programm zu sein ... hat aber auch seinen Preis wie ich lese.
Meine Astroaufnahmen mache ich nur mit der NEQ6 und dem 250/1200 - steht in meiner Signatur als erste Position.
Die anderen Teleskope habe ich verteilt bei meinen anderen Beobachtungspunkten.
Ja ich plane mir den MGEN auch zuzulegen und dann am Sucher zu betreiben.
Deine Aussage macht mir auch Mut, dass ich mit meinem (zukünftigen) Equipment auch gute Fotos machen kann.
Jetzt übe ich halt noch die EBV danke eurer beiden Hilfe!
Danke auch für den Tipp mit der EOS und dem Histogramm - werde ich bei meinen nächsten Aufnahmen berücksichtigen, damit ich die Aufnahmen Hintergrundlimitiert bekomme.
LG
Clemens
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 25.08.2014, 17:22
von klausbaerbel
Hallo Clemens,
Pixinsight ist ja auch speziell für die Astrofotografie entwickelt worden.
Der Support ist extrem vorbildlich und im Pixinsightforum gibt es viele gute Tips, sowie im Internet verfügbare Tutorials.
Das ist auch nötig, denn das Programm ist sehr komplex und nicht gerade intuitiv erlernbar.
Die 180Euro finde ich Vergleich zu den 800Euro für Photoshop günstig.
Da ich mich damals entscheiden mußte, ob ich PS oder PI kaufen werde, war das ein Grund, sowie die Ergebnisse, die man mit PI erzielen kann.
Die Einarbeitung in PS ist nicht viel weniger intensiv.
Ah guck, ich hatte ganz überlesen, daß Du eine EQ6 hast.
Damit bist Du bestens gerüstet.
Der MGEN war eine meiner besten Anschaffungen und ist jeden Cent mehr als wert.
Auch für den MGEN ist der Service und Support excellent.
Liebe Grüße
Heiko
Re: Erstversuch M31 - nun Fragen
Verfasst: 26.08.2014, 00:24
von Clemens
Hallo Heiko,
Habe mir schon ein paar Tutorials von PixInsight angesehen.
Stimmt, wieder einiges zum Lernen.
Also vielen Dank nochmals und ich wünsche allen clear skies.
Vielleicht endlich wieder einmal das nächste WE.
LG
Clemens