Hallo Reinhard,
ich (als noch immer Astrofoto-Newbie) kann deinen Frust sehr gut nachvollziehen. Ob es die EQ5 war, wo die DEC-Achse einfach nicht fürs Guiden hinzubekommen war (ich glaub, der ReiFu hat es jetzt aber doch noch halbwegs geschafft), oder meine beiden Maksutov-Newtons, zuerst von Meade, dann von TS, die beide völlige Reinfälle waren (glücklicherweise keine finanziellen, sondern nur für meine sicher bald grauen Haare) usw. usf.
Für mich gilt einfach: Gekauft wird bei Teleskop-Austria (ob es jetzt die Beratung im Vorhinein, die Produkte selbst oder das Service nach dem Kauf sind - ich kann nur absolut Positives berichten), selten mal direkt bei TS (von denen ich aber, obwohl meistens eh alles gepasst hat, nicht ein rundum positives Bild bekommen habe; z.B. wurde mein ausführliches Mail mit Anregungen und Beispielbildern bezüglich des 114er-Maksutov-Newtons völlig ignoriert und das Gerät wird höchstwahrscheinlich immer noch in demselben unbrauchbaren Zustand an Ahnungslose verkauft).
Du kannst aber gewissermaßen "beruhigt" sein, Reinhard. Auch in anderen Bereichen ist das leider nicht viel anders mit den Problemen, die man so durchstehen muss. Ich denke da z.B. an Musikinstrumente.
Dort ist es eigentlich auch so, dass du z.B. bei einer Klarinette riesiges Glück brauchst, dass unter zehn Instrumenten, die der Hersteller dir zum Testen anbietet, so zwei oder drei wirklich gute sind, wovon möglicherweise (aber nicht sicher) eine sehr gut ist (quasi einen musikalischen Strehl von 0.98 hat

).
Das heißt dann aber immer noch nicht, dass du ein ausgezeichnetes Instrument in der Hand hältst (quasi die Abzüge, die beim Strehl üblicherweise vorgenommen werden). Da gibt es immer noch genug für den Musiker selbst zu tun und manche Problemtöne mit dem Ansatz oder anderen Griffen auszugleichen o.ä., teilweise auch selbst am Instrument herumbasteln - und da reden wir von Instrumenten, die großteils um einiges teurer sind als z.B. eine Moravian 8300 (inkl. Filterrad und Filter), von einem der führenden Hersteller. Meine eigene Klarinette, ein Mittelklassemodell, kostete vor knapp 10 Jahren so ca. 4500 € Listenpreis (inzwischen 5200 €) und ich finde noch immer Dinge, die mich daran stören und die teilweise im Konzert zum Problem werden können. Die heutigen Instrumente sind, obwohl der Preis stark gestiegen ist, m.E. übrigens durchwegs schlechter in der Qualität.
Und dann musst du ständig mit den verfluchten Rohrblättern (die aufs Mundstück gespannt werden) kämpfen. Meistens schaut man, dass man so 3-4 gute beinand hat (mehr brauchbare sind in einem 10er-Packerl um ca. 30 € eh nicht drin), aber es braucht nur die Luftfeuchtigkeit etwas höher sein oder sonstige Umgebungseinflüsse, für die du selbst nichts dafürkannst, dann sind sie schon wieder nicht optimal und du kannst die Blätter nach einigen Auftritten wegwerfen. Vergleichbar mit einem TEC, durch den du mit Billigstokularen schaust...
Vielleicht tröstet dich mein (etwas lang gewordener) Text etwas?
lg,
Martin