Also, heute soll die Welt untergehn. Wie schauts aus draußn. Nau finsta is schon, owa des liegt doraun, weil nu Nocht is. Aber warum eigentlich soll die Welt gerade heute untergehn und wer sagt das. Heute ist der 21. Dezember, es ist Wintersonnenwende, es ist drei Tage vor Weihnachten und hey - ich hatte erst vor einer Woche Geburtstag und ich will noch älter werden.
Achja, ein paar Esoteriker lesen das aus dem Maya Kalender. Also ich hab mich ein wenig in den Kalender der Maya eingelesen und hab meinen Kollegen im Verein einen Vortrag darüber gehalten. Darüber, wie er aufgebaut ist, wie er funktioniert und was man wirklich aus ihm herauslesen kann.
Nun, man ist sich ja nicht mal einig, ob sie wirklich heute untergeht. Laut Berechnungen von Herrn Goodman, Sir Thompson und Herrn Martinez soll sie heute untergehn. Laut Floyd Lounsbury erst am 23. Dezember.
Obwohl, die Herrschaften sagen ja gar nicht, daß die Erde untergeht. Sie haben nur den Beginn des Maya Kalender berechnet. Den haben aber 22 andere Forscher auch errechnet und sind auf 22 verschiedene Daten zwischen dem 1. April 8498 v. Chr. und dem 22. Juli 690 n. Chr. gekommen. Warum ausgerechnet die Herrn Goodman, Thompson und Martinez den Zuschlag bekommen haben, keine Ahnung. Hatten sie die besseren Argumente, die besseren Kalenderdaten oder einfach nur den größen Koffer voll Geld, ich weiß es nicht.
Aber vielleicht sind gerade die drei die Aristoteles des Maya Kalender, dessen Lehre ja 2000 Jahre das Maß aller Dinge war, in dessen Universum sich alles um die Erde drehte und in dem sich nichts verändern oder neues entstehen konnte, bis ein kleiner Italiener kam und das Gegenteil bewies.
Auf jeden Fall sollen ein paar Zyklen zu Ende gehn. Zum ersten wurde zum Beginn des 4. Zeitalter des Maya Kalender, also am 11. August 3114 v. Chr., hey - war der 11. August nicht das Datum der Sofi 1999 und hätte net schon do die Wöd untagehn soin – aaah, wurde die Venus symbolisch geboren, also die Schaumgeborene. Nein das war bei den Griechen und bei denen hieß sie Aphrodite, das griechische Pendant zur römischen Venus und ich bin da bei den Maya. - „Und diese Biene, die ich meine, nennt sich Ma….“; - nein, die schreibt man mit „j“!
Ich schweife ab. Nun ja, nachdem die Venus also an diesem Tag symbolisch geboren wurde, so stirbt sie heute, symbolisch natürlich nur. Sie sinkt ca. 1 ½ Stunden vor Sonnenuntergang unter den Horizont. Gleichzeitig stehen die Plejaden fast genauso hoch über dem Osthorizont. Echt, ihr könnt das nachprüfen. Ihr braucht dazu nur eine Astroprogramm, Cartes du Ciel, Stellarium, Red Shift, was auch immer, aber stellt auf Nachtmodus, sonst seht ihr nix.
Ihr habt kein Astroprogramm, dann nehmt eine drehbare Sternkarte. - - Na, na, aus– retour, vagesst sis! Keine drehbare Sternkarte, zu umständlich, des dauert z´laung und außerdem habt ihr nicht die Positionsdaten der Venus für die nächsten Jahre. Dazu braucht ihr ein Jahrbuch - oder die richtige Seite im Netz. Vergesst es bitte, des bringt nix. Wer es nicht überprüfen kann, muß mir eben glauben, - is so!
Seid ihr soweit? Na bitte, auf di kaun i jetzt nimma woatn! Du soist des Astroprogramm öffnen und net do weidalesn. Des geht di goa nix aun!
Okay, aun olle andan. Stellt das heutige Datum ein und die Uhrzeit auf 14 Uhr. Schwenkt nach Osten, okay mehr Nordosten, da findet ihr die Plejaden, die gerade aufgehen. Und nun schwenkt nach Westen, - ähh tschuldigung, Südwesten. Da macht sich die Venus für den Untergang bereit. Ja, selbst untergehend, es ist immer noch die Venus.
Nichts besonderen. Nun, dann kommen wir zum Aha-Effekt. Ändert die Jahreszahl um 8 Jahre. Aufgepasst nur die Jahreszahl verändern. Bleibt aber bei der Venus. Gebt 2020 ein oder 2028 oder 2004. Merkt ihr´s. Wow, seht euch bitte die Planetenkonstellationen von 2044 an, oder die von 2084, - fantastisch. Schade, daß ich zumindest die zweite nicht mehr erlebe. Aber ich schweife schon wieder ab. Ja, ihr seht richtig. Alle 8 Jahre geht die Venus an fast dem exakt gleichen Punkt unter dem Horizont. Es handelt sich nur um ein paar Bogenminuten. Also das ist der erste Schwachsinn.
Der zweite ist, daß unser Sonnensystem in direkter Konjunktion zum Zentrum der Milchstraße stehen soll. Dieses Ereignis findet nur alle 26.000 Jahre statt, denn diesen Zeitraum benötigt unser Sonnensystem, um einmal die Sternengruppe der Plejaden zu umkreisen. Gleich 2 x Schwachsinn in einer Behauptung. Aber ob das möglich ist, müßt ihr selber rausfinden. Im Net ist die Antwort zu finden. Oder ihr fragt mich, wenn das alles vorbei ist und der Rauch sich wieder gelegt hat, voraussichtlich, es gibt dann noch das Net.
Das einzige was wirklich zu Ende geht, ist das vierte Zeitalter der Maya Zeitrechnung. Dafür beginnt am 22. bzw. am 24., je nach dem wer nun Recht hat, das 5. Zeitalter. Im Maya Kalender findet sich kein Hinweis dafür, daß die Erde untergehen soll. Im Gegenteil, nach neuen Erkenntnissen, die in noch älteren Schriften in Xultun in Guatemala gefunden wurden, haben die Maya Berechnungen gemacht, die 7000 Jahre in die Zukunft gehen. Könnt ihr mir sagen, wozu das gut sein soll, wenn sie nach andren Schriften heute untergehen soll.
Leid tun mir nur die, die sich das alles zu Herzen nehmen und dafür über den Jordan gehn oder ins Nirvana oder auf die Fähre warten, die sie über die Stix ins Totenreich zu Hades bringt. Na wenigstens wird ihnen das, was sie genommen haben, die Furcht vor´m Höllenhund nehmen. Nur blöd, daß sie dann feststellen müßen, daß die Welt dann immer noch steht.
Und hoffentlich ergeht es jenen, die in den Pyrenäen auf Außerirdische warten, nicht so wie Will Smith in After Earth, sollten sie wieder mal zurückkommen und auf der guten alten Erde notlanden müßen.
Sollte die Welt nun doch untergehn, dann halt ich mich hiermit an die Worten vom Wolferl und – „schreib aun meine Freind an ollaletzn Gruaß, weu heit is a Tog, denn was ma feian muaß!“ Nana, i drah mi net ham, dafüa bin i eastns zu feig und häng zweitns zu sea aun mein Lebm. Owa i werd ma a Flaschal vom bestn Wein aufmochn, den i im Kölla hob, an Zweiglt Barrique, Jahrgang 2003 vom Hödl in Fös aum Wagram und wenn er genug geatmet hat, werd ich ihn in vollen Zügen geniesen und beim letzten 4tal, leicht angedröhnt, mit einer guten Zigarre im Mundwinkel dem Weltuntergang entgegen lächeln.
Der Weltuntergang und ich
Re: Der Weltuntergang und ich
Eine in der Tat lustige sowohl als auch lehrreiche Anekdote. 
Lg
Nicola
Lg
Nicola
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1,25''-> 5mm Plössl (200x/58°), 10mm (100x 52°), 25mm (40x/52°), UWAN 7mm (143x/82°)
2''-> SWA 26mm (38x/70°)
Zubehör -> 2x Barlow (1,25'' & 2"), AstroZoom, O-III, UHC, Polfilter, Cheshire Okular
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- Alrukaba
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Re: Der Weltuntergang und ich
Danke Nicola!
Und ein Zeichen dafür, daß ich das ganze nicht so ernst nehme und wie man sieht, die Welt steht noch. Aber vielleicht hat ja Floyd Lounsbury mit seinen Berechnungen recht und die Welt geht erst morgen unter. Warten wir es ab
Alex
Und ein Zeichen dafür, daß ich das ganze nicht so ernst nehme und wie man sieht, die Welt steht noch. Aber vielleicht hat ja Floyd Lounsbury mit seinen Berechnungen recht und die Welt geht erst morgen unter. Warten wir es ab
Alex
Re: Der Weltuntergang und ich
Na ja, da kann man wiederum nur sagen: DUMM GELAUFEN für den einen, GLÜCK GEHABT für die Geschäftemacher.Alrukaba hat geschrieben:Aber vielleicht hat ja Floyd Lounsbury mit seinen Berechnungen recht und die Welt geht erst morgen unter. Warten wir es ab
Alex
War wirklich interesannt zu beobachten wie im Umfeld somacher sich wirklich Sorgen machte.
Aber die nächsten Termine werden spätestens nach Neujahr veröffentlicht.........
Rudolf
SkyWatcher 200/1000 + NEQ6Pro & Goto f. DeepSky
NEQ3 mit DualAx-Steuerung für Mond mit MAK 90/1250
Sonne mit Coronado P.S.T. + MAK 127/1500
Refraktor 120/600 auf AZ-Pronto für rasche Beobachtungen (Alles)
Radioastronomie / Meteroscatter usw...
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Re: Der Weltuntergang und ich
Abgesehen von allen, die meinen, sie wüssten, wann der Weltuntergang stattfände:
Unseren jeweiligen persönlichen Weltuntergang, nämlich unseren Tod, "erleben" wir alle ganz sicher. Und wir wissen ganz sicher nicht, wann das sein wird. Was nützt es mir, wenn ich z.B. "wüsste", dass die ganze Welt - sagen wir einmal - am 1. April 2048 untergeht, wenn ich - sagen wir einmal - am 29. Februar 2016 sterbe, weil mich ein Auto überfährt?
Hab ich dann was versäumt? Oder ist mir das dann aber sowas von powidl?
Frohe Weihnachten!
Wolfgang
Unseren jeweiligen persönlichen Weltuntergang, nämlich unseren Tod, "erleben" wir alle ganz sicher. Und wir wissen ganz sicher nicht, wann das sein wird. Was nützt es mir, wenn ich z.B. "wüsste", dass die ganze Welt - sagen wir einmal - am 1. April 2048 untergeht, wenn ich - sagen wir einmal - am 29. Februar 2016 sterbe, weil mich ein Auto überfährt?
Hab ich dann was versäumt? Oder ist mir das dann aber sowas von powidl?
Frohe Weihnachten!
Wolfgang
Zum Glück ist alles nur halb so doppelt
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Re: Der Weltuntergang und ich
Der Mensch lernt sein ganzes Leben lang und stirbt doch unwissend!