Hallo Leute,
gestern wollte ich meinen ersten ernsthaften Versuch in Sachen Astrofotografie mit Autoguiding unternehmen. Wie es mir dabei ergangen ist, lest ihr hier:
21. Feber 2010 - die Sonne scheint morgends schon durchs Schlafzimmerfenster und läßt mich endlich, nach wochenlangem Sternentzug, auf eine sternenklare Nacht hoffen. Den Nachmittag wollte ich nutzen, um nach langer Zeit wieder einmal zu meinem Beobachtungsplatz beim Kronbauer zu fahren.
Ja, tatsächlich, die Straße ist geräumt und befahrbar. Lediglich das letzte Stück ist vereist, eine Rutschpartie mit dem Auto. Endlich angekommen stelle ich jedoch fest, daß ein "gemütliches Aufstellen" meines Instrumentariums wegen fehlendem Platz nicht möglich ist. Schnee noch rings herum, ein schmaler Fahrweg mit tiefen, vereisten Furchen vom Traktor ist zwar frei, aber sonst nichts.
Meine Frau und ich genießen den wunderbaren Sonnenschein und machen einen kleinen Spaziergang. Durchgefrohren vom eiskalten Wind kehren wir Wieder zurück zum Auto und fahren nach Hause. Ich beschließe, meinen ersten Versuch von zu Hause aus durchzuführen.
Den Rest des Nachmittags nutzte ich dazu, die Montierung (H-EQ5 mit SkyScan upgrade) aufzustellen, mit dem Kompass halbwegs gut einzunorden, die Instrumente versuchsweise aufzuladen und ins Gleichgewicht zu bringen.
Geplant war:
Als Guidingrohr mein Refraktor 90/500 oder der 102/1400 Mak Zum Guiden meine neu erworbene Alccd5, gesteuert mit "Autoguider" von einem ASUS Netbook 1005PE.
An der Parallelbesfestigung dazu meine Canon EOS 350d mit Russentonne / Kitobjektiv / Zoom 80-300
Mein Ziel dieser Aktion:
Ein geguidetes Foto von M42 (Qualität vorerst einmal nicht so wichtig)
Leider hatten wir aber an diesem Abend auch noch eine Sitzung in unserem örtlichen Sportverein, und so komme ich erst gegen 21:00 Uhr zu meinem Vorhaben. Der Himmel ist sternenklar, Halbmond, mein Sky Quality Meter (SQM-L, ein affengeiles Ding) zeigt einen Wert von 19.83 an. So let´s begin!
1. Versuch:
Parallelbefestigung, Alccd5 an Refraktor 90/500, Russentonne (als Gegengewicht auf der Parallelbefestigung)
Ziel: Finden eines Guidingsterns, Kalibrieren desselben und einmel "trocken" nachführen lassen.
Gleich beim ersten Blick auf den Monitor war ich überrascht, wie leicht sich Leitsterne finden lassen. Und gleich 5 bis 6 Stück! Anscheinend habe ich Glück gehabt und sofort den richtigen Fokus gefunden .....
Jetzt nur noch kalibrieren, dann der erste Guidingversuch! Denkste, schon beim Kalibrieren schmiert mir die Software ab, verabschiedete sich einfach, und ich muß sie neu starten. Auch beim 10. Neustart wird es nicht anders, vielleicht liegts ja an dem "Leitstern", ich nehme einen anderen bis ich alle durch bin, aber nichts bringt Besserung. Leicht frustriert gebe ich dem Refraktor Schuld, der die Leitsterne nur einen Pixel groß abbildet und gehe über zum
2. Versuch:
Dasselbe Instrumentarium wie oben, jedoch statt dem Refrakter mein Mak 102/1400.
Und siehe da - auch hier sehe ich sofort die Leitsterne, ohne nachzufokussieren, in der gleichen Anzahl, am gleichen Ort, und genau einen Pixel groß! Ungläubig greife ich an den Fokussierknopf des Mak, drehe vorsichtig daran, aber meine "Leitsterne" bleiben unverändert scharf, unverändert genau einen Pixel groß.
Aha, was soll das?
Plötzlich schießt es mir ein - schon mal was von "Hotpixel" gehört? Aha, so schaun die also aus, wiedermal etwas dazu gelernt, meine "Leitsterne" waren die ganze Zeit "Hotpixel" ?!??
Jetzt beginne ich auf der Suche nach einen Stern mit dem Leitrohr im Himmel "herumzurühren", kann aber nichts finden.
Vielleicht sind doch die 1400mm Brennweite des Mak zu viel, vielleicht ist doch alles zu dunkel? Also weg mit dem Mak und wieder den Refraktor als Leitrohr montiert, und so kommen wir zu meinem
3. Versuch:
Mit dem Refraktor ist jetzt schnell ein Leitstern gefunden der jedoch auf dem Monitor die Größe des Vollmondes einnimmt. Endlich, jetzt noch am Fokussierrad auf Sterngröße bringen! Doch, was ist jetzt wieder? Ich komme mit dem Refraktor und der Alccd5 nicht in den Fokus! Verzweifelt suche ich nach Zwischenringe, Verlängerungen ect., aber nichts passendes zu finden. Frust pur!!
Ich erinnere mich, irgendwo hab ich noch das Lidlscope (Refraktor 70/700) liegen, der hat doch ein ziemlich langes Auszugsrohr beim Okularauszug....
Und schon bin ich beim
4. Versuch:
Das Lidlscope hervorgeholt, montiert, Leitstern gefunden, manuell fokussiert, mit Guidemaster kalibriert, und auch das Guiding klappt auf einmal! Ja, so einfach wäre es gewesen!
So, jetzt packt mich der Ehrgeiz, ich will mein erstes geguidetes Foto von M42. Doch ein Blick Richtung Orion belehrt mich eines Besseren, Hochnebel zieht auf, es zahlt sich nicht mehr aus. Die Kamera bleibt wo sie ist, die Uhr zeigt 0:15. Ich beschließe diese Session zu beenden, jetzt nur noch alles abbauen und wegräumen, man will ja keinen Ärger.
Gegen 01:00 schleiche ich mich leise ins Schlafzimmer, meine Frau schläft schon, ich lege mich zu ihr, schlafe zufrieden ein und träume aber schon vom nächsten mal und was ich dann besser machen werde.
Alles in Allem hat sich dies Aktion aber in jedem Fall ausgezahlt, denn noch ist das Lustpotential größer als das Frustpotential.
Danke noch fürs Lesen!
Sternenklare Nächte,
Manfred
Von einem der auszog um auto zu guiden ....
Von einem der auszog um auto zu guiden ....
SW Dobson 8"/f6, C8 auf HEQ-5 SynScan upgrade
Astro Professional ED 80/560
SWA 2" 38mm, SPL 32mm
SWM 20/15/9/6, HR 8+5
5-8 Speers, 13.4 Speers, Vixen LVW22
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SWA 2" 38mm, SPL 32mm
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- Daniel_Guetl
- Austronom
- Beiträge: 1571
- Registriert: 31.07.2009, 08:08
- Wohnort: Hart bei Graz
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Hallo Daniel,
ja, werde mir PHD Guiding einmal anschauen. Aber ich glaube das Programm ist nicht der Fehler sondern schlicht und einfach meine Unerfahrenheit in diesem Metier.
Aber - Übung macht den Meister,
lg
Manfred
ja, werde mir PHD Guiding einmal anschauen. Aber ich glaube das Programm ist nicht der Fehler sondern schlicht und einfach meine Unerfahrenheit in diesem Metier.
Aber - Übung macht den Meister,
lg
Manfred
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SWA 2" 38mm, SPL 32mm
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