Vom TS130 mit dem original Flattener gibt es ja schon einige Bilder von mir, die die gute Bilddefinition bis in die Ecken des Vollformates zeigen.
Ebenso habe ich in meinem Beitrag vom 9.9.2016 "Cirrus Nebel, ein erster Versuch" die gute Abbilduing des Esprit 100 mit dem original Flattener
und einem gekürzten Nikon Bajonettadapter als optimale Einstellung gezeigt.
Heute möchte ich Euch hier einen Test der Bilddefinition des Photoline TS130/910 mit dem kleinen Riccardi (0.75) Reducer an Hand von h & chi Per.
am Vollformat mit der Nikon D750 vorstellen.
Kurz zum Equipment.
Der TS130 hat einen 2.5 Zoll Okularauszug und ich verwende den kleinen 2.5 Zoll Riccardi, da nur dieser auch am Esprit 100 verwendet werden kann.
Diese 2.5 Zoll Kombination führt zwangsläufig zu Vignettierung im Feld wie auch das relativ kleine Nikon Bajonett mit 41mm freiem Durchlass vs. 43.3 mm
Diagonale des Vollformates. Zusätzlich gibt es auch noch eine Vignette durch den Spiegelkasten der Nikon.
Schauen wir uns zuerst diese Situation anhand von 3 Feldprofilen eines Flats dieser Konfiguration an. Im nach folgenden Screenshot sehen wir von Oben nach
Unten im selben Massstab die Intensitätsprofile (Flat) der 24mm Achse, der 36mm Achse und der 43.3mm Diagonale des vollen Kleinbildformates.
Im oberen Profil sieht man sehr schön die Abschattung des Spiegelkastens der D750 vom Rand bis etwa 200 Pixel ins Feld.
Im mittleren Profil sieht man die Vignettierung durch den 2.5 Zoll schmalen Lichtkanal, deutlich ist etwa bei knapp 1400 Pixel vom Rand die Vignette zu sehen,
ebenso bei 200 Pixel die Abschattung des Spiegelkastens.
Im unteren Profil der vollen Diagonale sehen wir wieder beige Knicke und die Unterschiedlichen Gradienten in der Ausleuchtung. Diese lassen sich durch
die Flats nicht kompensieren.
Bei der Bearbeitung schneide ich auf allen Seiten vom Rand die 200 Pixel durch die Spiegelabschattung weg, dadurch bleibt nur noch ein Knick in der
Vignettierung übrig, was zu einem gutmütigen Verhalten von ABE und DBE führt. Lasse ich beide Knicke dann machen beide Verfahren Überschwingungen
und generieren neue Gradienten im Hintergrund.
Nun zum Bild von Gestern Abend. 13 Aufnahmen zu 10min bei 400 ISO mit der D750 (5.9um Pixelgrösse).
Ich zeige hier die volle Auflösung mit 5732x3632 Pixel. Um an der Bilddefinition nichts zu ändern habe ich nur am Summenbild den Rand (200 Pixel)
abgescnitten, mit LinearFit die Farbbalance eingestellt unud mit ABE den Hintergrund geglättet. Ich habe alles vermieden, das die Grösse der Sternscheibchen
verändern könnte.
Wenn man sich die Ecken in voller Auflösung ansieht, dann kann man wahrscheinlich nicht mehr viel durch Änderung des Abstandes des Riccardi zur Nikon
verbessern.
Der Abstand in dieser Kombination zwischen Riccardi Flansch und Nikonsensor beträgt 71mm oder 9.0mm M48 Zwischenstück. Die Literatur des Herstellers im
Internet gibt 73.5mm an. Ich habe auch festgestellt, dass die Dicken-Angaben im Internet für den Riccardi Adapter M68/M63/M48 falsch sind!
Fazit:
Ich bin mit dieser Kombination zufrieden. Sie gibt bei 130mm Öffnung 680mm Brennweite (F5.6) und eine saubere Abbildung bis in die Ecken
des Kleinbildformates. Man könnte natürlich auf einen 3.5 Zoll OAZ umbauen und den grossen Riccardi verwenden - aber bei meinem jetzigen System
habe ich keine Probleme mit Dezentrierung oder Verkippung, die ich mir möglicherweise durch einen Umbau einhandle und dann - alles von Neuem!
Als letzter Schritt bleibt nun noch die Optimierung des Esprit 100 mit dem Riccardi. Hier hat es noch eine kleine Erschwernis - irgendwo hat es eine
Verkippung! und die muss ich erst finden.
Schönen Sonntag noch
Klaus