Scopium-Cam gleich mal am mond getestet

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BIMI
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Scopium-Cam gleich mal am mond getestet

Beitrag von BIMI »

Ich glaube dass ihr da jetzt nicht so viel erwarten dürft.... aber ich bitte und bedanke mich jetzt schon für verbesserungsvorschläge! :o
Aufgenommen mit, 200/1000 newton, Heq5

Mfg Mike

http://img3.fotos-hochladen.net/uploads ... til9vo.jpg
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DagobertW
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Re: Scopium-Cam gleich mal am mond getestet

Beitrag von DagobertW »

Hi,

na das ist doch mal ein Anfang! :-)

kannst du mal mehr zur Aufnahmetechnik sagen, dann tun wir uns leichter zu sagen was du besser machen kannst.

Clear Skies,
Marcus
BIMI
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Re: Scopium-Cam gleich mal am mond getestet

Beitrag von BIMI »

:D Ja natürlich.

Aufgenommen habe ich nur 51 frames, mit Giotto, die Bildeinstellungen habe ich ihm selbst überlassen, sprich alles auf auto. Warum ich nur 51 frames gemacht habe, weiss glaub ich keiner :o
Aufgenommen habe ich den Mond unter den miesetsten bedingungen.... mitten in wien und bei starkem wind.
Die Cam steckte direkt am newton drauf, ohne irgendwelche filter oder linsen. Brennweite 1000mm.
Später habe ich auch noch die 2x barlow draufgetan.. aber da einen fokus zu finden war sehr sehr sehr schwer bis fast unmöglich... ob das an den schlechten bedingungen lag oder an etwas anderem muss ich glaub ich mit vielen test noch herausfinden. Noch dazu musste ich mit Härchen vorm sensor kämpfen.... also eigentlich ein schlechter anfang. :cry:
apropos fokus... den konnte ich glaube ich selbst ohne barlow nur sehr schlecht einstellen... bzw garnicht finden. oder ist das normal, und man bearbeitet dann später die schärfe rein?


ich bedanke mich jetzt schon mal für klärende kommentare... auch wenn die endergebnisse bei mir noch nicht so toll ausschauen verliere ich nicht den mutund probier immer und immer weiter :|

Mfg und cs bianca und mike
starhopper62
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Re: Scopium-Cam gleich mal am mond getestet

Beitrag von starhopper62 »

Hallo Mike,

den ersten Schritt hast du gemacht und ein Ergebnis erzielt, dass sich nicht zu verstecken braucht.
Mit jedem Bild kommen neue Erfahrungen dazu und wird sich in dein Ergenbissen wiederspiegeln.
Also nur weiter so - BRAVO!

CS
Dieter
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DagobertW
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Re: Scopium-Cam gleich mal am mond getestet

Beitrag von DagobertW »

Ok, 51 Bilder sind ja nicht grad die Welt - hast du ja schon selbst bemerkt...hier mal der ganz grobe Workflow für Webcam Fotografie:

*) Scharfstellen (2 möglichkeiten: 1) on the fly am monitor - ein wenig Erfahrung und Fingerspitzengefühl erforderlich, 2) zuerst am Stern mit Hartmann oder Bahtinov-Maske und dann erst auf Objekt der Begierde halten - Fingerspitzengefühl brauchst noch immer, es ist aber "eindeutiger", allerdings halt nicht am Objekt... In jedem Fall gibts nur eins: üben, üben, üben :)

*) Draufhalten und AVI aufnehmen. Typischerweise werden 500-10000 Einzelbilder aufgenommen

*) Stacken. Giotto, Registax, Autostakkert - je nach Geschmack. Ich nehm Autostakkert. Verwendungsrate (in %) der Bilder ist stark Abhängig vom Ausgangsmaterial (z.B. Seeing). Dazu Analysiert das Programm die Aufgenommenen Bilder und du entscheidest wie viel Prozent der guten Bilder verwendet werden sollen. D.h. du sortierst z.b. 80% der Bilder auf denen das Seeing schlecht war aus und behältst dir die besten 20% zum stacken, wo das Seeing in dem Moment eben gut war. Clever, hm? ;) Ich persönlich nehme in letzter Zeit immer Autostakkert2, ist aber wirklich Geschmacksache. Unterm Strich sollten mindestens 200 Aufnahmen zur Verfügung stehen zum Stacken um eine vernfünftige Dynamik zusammenzubringen für das anschließende:

*) Schärfen/ EBV: Da gibts unendlich viele Möglichkeiten. Viele laden das Summenbild in z.b. Registax und verwenden Waveletfilter, andere nehmen Photoshop und dessen unschafre Maske. Das gibts kein Patentrezept. Beispiele für kostenlose Programme zum Nachschärfen: GIMP, Fitswork, Registax, ....

Umso besser das Ausgangsmaterial (guter Fokus, gutes Seeing, ausreichend Bilder, ....), desto mehr kannst du mit der EBV (Elektronische Bild Verarbeitung) rausholen.

Es hat sich als günstig erwiesen, beim Planeten zwischen 3 und 6 Metern Brennweite zu Verwenden. Bei Sonne und Mond geht alles :-) Wenn Barlow-Linsen speziell für Sonne und Mond, dann empfehlen sich Telezentrische Systeme vor den normalen Barlowlinsen. (von Meade gibts gute & günstige 3x und 5x, von Tele Vue die Powermate Serie ist sowieso FAST schon Standard :) gibts in 2x,3x,4x & 5x) Die Justage des Newton ist immer recht wichtig beim Beobachten, aber bei Verwendung von Barlows wird eine gute Justage NOTWENDIG, ohne gut justierten Newton, wirst du bei den langen Brennweiten keine Freude haben.

Beim Einstellen der Cam musst du für dein Instrument die Balance zwischen Belichtungszeit (möglichst kurz, aber hell genug), Bildrate (so viel wie eben geht) und GAIN (Verstärkung, um so höher der Wert desto heller das Bild, aber du hast dann mehr Rauschen und Rauschen ist schlecht!) finden.

Das Summenbild nach dem Stacken sieht übrigens meist noch sehr unscharf aus. Lass dich davon nicht schrecken - es besitzt jetzt aber ausreichend Dynamik um mathematisch mit den tollen Filtern die feinen Details rauszurechnen. ;)

so... genug gelabert....

Jetzt ran an die Cam!
und bei Fragen: Fragen ;)

Clear Skies und viel Spaß & Erfolg!,
Marcus
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