M101 das feuerrad

DeepSky Fotografie - Präsentation eigener Astrofotos
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tommy_nawratil
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M101 das feuerrad

Beitrag von tommy_nawratil »

allöchen,

diesen Namen trägt die M101 zu Recht, wie man sieht. Den Astrofotografen bereitet sie wegen ihrer geringen Oberflächenhelligkeit gerne Schwierigkeiten, besonders die zarten Ausläufer sind notorische Übeltäter und wollen einfach nicht am Bild erscheinen. Ob und wie es mir gelungen ist, mögt ihr selbst beurteilen.

Aufnahme aus Stadtnähe Wien mit 10" Newton auf EQ6, 18x5 Minuten mit Eos und Idas Filter. Bearbeitung in DSS und PS. Sterne extra für Ulrich leicht weichgekocht ;-)

hoffe sie erfeut euch!

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lg Tommy
starhopper62
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Beitrag von starhopper62 »

Hallo Tommy,

in der Aufnahme steckt sehr viel Potenzial.
Doch wie schon besprochen fehlen dir eigentlich nur eine paar Tipps und Tricks in Photoshop und PixInsightLE um der Aufnahme das i-Tüpfelchen zu geben.

Die Galaxie scheint ein bisschen zu viel Rotanteil zu haben und der Hintergrund sollte harmonischer sein. Die Farbkalibrierung mit DSS ist eben reine Glückssache, wie es scheint, denn die Meisten haben ihre Problemchen damit.

Ansonsten sieht alles schon sehr gut aus :wink:
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tommy_nawratil
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Beitrag von tommy_nawratil »

servus Dieter,

ja ich hoffe wir finden demnächst mal etwas Zeit für das "i-Tüpfelchen" - was meinst du mit "der Hintergrund sollte harmonischer sein", das interessiert mich als Musiker schon ganz besonders ;-) brettleben isser ja.

lg Tommy
starhopper62
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Beitrag von starhopper62 »

Hi Tommy,

auf einem gut kalibrierten Monitor weist der Hintergrund gravierende Mängel auf, welche das Feuerrad mindert.
Um die Sterne ist der Hintergrund ausgebrannt und an den Rändern ist er dunkler und sieht fleckig aus.

Doch dies soll jetzt nicht abwertend klingen, denn ich denke, dass viel der DSS dazu beiträgt. Aber wie ich dir schon gesagt habe, sollten diese kleinen Mängel leicht durch PixInsight und PS zu beheben sein und das Feuerrad wird dann der Blickfang deiner Aufnahme sein! :wink:
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tommy_nawratil
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Beitrag von tommy_nawratil »

hallo Dieter,

ei, das schaun wir uns zusammen an. Vielleicht siehst du irgendwelche jpeg Artefakte vom komprimierten Bild. Auf meinem 100% 16bit Bild sehe ich nichts dergleichen, selbst wenn ich die Tonwerkorrektur auf 5 hochziehe.

lg Tommy
starhopper62
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Beitrag von starhopper62 »

Hi Tommy,

die JPG-Artefakte wären eine Erklärung :oops:

In PS verwende ich immer "Speichern für's Web" mit 100%iger Qualität, um dies zu vermeiden.
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tommy_nawratil
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Beitrag von tommy_nawratil »

hallo Dieter,

so hab ichs auch gemacht, nur mit 80% Qualität. Das sollte aber nicht zu sichtbaren Artefakten führen. Wir schauns uns mal gemeinsam an.

lg Tommy
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Christoph K.
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Beitrag von Christoph K. »

Hi Tommy

Super Foto!

lg. Christoph
Wish you a starry night!
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tommy_nawratil
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Beitrag von tommy_nawratil »

hallo Dieter,

hier auf dem Billigsdorfer TFT sehe ichs auch, wenn ich das Gamma auf 1,50 raufschnalze. Aber das sind Unterschiede um 1 Stufe, das kann man ^selbst auf einem Eizo unmöglich sehen.

lg Tommy

PS: hallo Christoph, danke, und viel Spass mit deinem 16" Meade!!!
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Alrukaba
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Beitrag von Alrukaba »

Servus Tom!

Du solltest mal aus deinem Lichtverseuchten Wien zu uns auf die Alm kommen, da werden die Bilder sicher noch besser. Es naht ein langes Mondloses Wochenende und am Freitag den 14. haben wir öffentlichen Abend und wenn passt bin ich schon ein Wochenende vorher oben oder unter der Woche mal, bin ja im Urlaub.
Bevor ich´s vergesse, tolles Bild

Alex
http://www.astrostation.at

Der größte Irrtum der Menschheit ist der Glaube intelligent zu sein.
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Daniel_Guetl
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Beitrag von Daniel_Guetl »

Hallo Tommy,

auf meinem Eizo siehts so aus dass der Hintergrund zu brettleben is, das wirkt voll unnatürlich. Probiers mal mit ein bisl mehr rauschen!

viele Grüße

Daniel
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tommy_nawratil
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Beitrag von tommy_nawratil »

hallo Dieter,

habs grad im Original nachgemessen: Die Löcher die du siehst entstehen wo der Tonwert im Grünkanal gelegentlich von 17 auf 18 springt. Rot und Blau bleiben bei 17. Da hast du deinen Monitor so eingestellt dass du das Gras wachsen hörst. Oder mein Hintergrund ist zu glatt - wenns ein bisserl grieselt dann fällt sowas auch dir nicht auf.

lg Tommy
starhopper62
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Beitrag von starhopper62 »

Hi Tommy,

jetzt weiß ich endlich, was das für ein Nebengeräusch in meinem Ohr ist, ich höre das Gras wachsen.
Und es tut mir Leid, dass ich erst bei der Augenkontrolle war.
Nein, Spaß beiseite! Hatte nur einen schlechten Einblickwinkel am Monitor und somit hab ich eben auch das Versteckte gesehen! :?
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PatrickPinzgau
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Beitrag von PatrickPinzgau »

Hy Tommy,

ich finde schon das du die Strukturen des Feuerrades gut herausgearbeitet hast!

Der Hintergrund ist Geschmackssache, mir ist er auch zu geebnet,aber egal wie mas macht nix ist recht gell?? :lol: :lol:

CS Patrick
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tommy_nawratil
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Beitrag von tommy_nawratil »

hallo Patrick,

so isses wenn man was macht: Die Leut kommen und geben Ratschläge. Das muss man riskíeren, da ist auch nichts verkehrt dran, das bringt einen ja weiter. Gerade auch Dieter ist immer sehr dezent und hilfreich.

Der Ton macht die Musik, wie es so schön heisst: Hier im Forum gehts aber auch wirklich vizilisiert zu, niemand meints bös. In meiner Künstlerlaufbahn habe ich dagegen viele Erlebnisse gehabt, wo es Leuten so richtig Spass macht einem in die Suppe zu spucken und Knüppel vor die Beine zu werfen, aber selber goa nix zsammbringen.

Und dir viel Erfolg mit dem 120er Knüppel ;-) !!!

lg Tommy
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PatrickPinzgau
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Beitrag von PatrickPinzgau »

Hallo Tommy,

da hast du recht,und ohne die Hilfe von Dieter und seinen Astrokumpels wäre ich auch noch wo ich vor 7 Monaten war....... bei meiner wackeligen Gabelmontierung und dem LX10 :lol:
Und dir viel Erfolg mit dem 120er Knüppel !!!
Danke,werd mich zsammreissen!

CS Patrick
UlrichW
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Beitrag von UlrichW »

Hallo Tommy,

ich schließe mich Starhopper an: "In der Aufnahme steckt viel Potential!"

Was ich ganz besonders nett finde ist die Tatsache, daß die Sterne nun etwas weicher aussehen, das wirkt gleich harmonischer.

Wenn ich mir den Kernbereich der Galaxie ansehe, befürchte ich, daß Du weite Teile der Galaxie weggebügelt hast. Ich glaube daher, daß die Rohdaten noch viel viel mehr informationen enthalten.

Was mir überhaupt nicht gefallen würde ist das fleckige blaue und magentafarbene Rauschen an den weniger stark belichteten Galaxieteilen.

Was hältst Du von folgendem Vorschlag: Du stellst mal, sagen wie 4 Raw-Files und ein Dark irgendwo zum Download bereit und wir können uns dann mal daran versuchen. Ich würde die gerne mal bearbeiten und dabei aufschreiben welche Schritte ich vorgenommen habe. Dann kann man mal darüber diskutieren was man falsch und was richtig gemacht hat.

Wenn das mehrere machen, können wir bestimmt einiges lernen.

CS
Ulrich
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tommy_nawratil
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Beitrag von tommy_nawratil »

hallo Ulrich,

habe nichts dagegen! Jeder ist herzlich eingeladen sich an meinem Bild zu versuchen und wir schaun was rauskommt. Damit bleibt min Bild wohl die nächsten Monate sticky hehe ;-)

Aber ich stelle lieber das 16bit Summenbild aus dem DSS zur Verfügung, sonst hast du ja eine viel schlechtere S/N Ratio. Es ist mit Kappa-Sigma gestackt und ca 18 Dunkelbilder mit Median gestackt abgezogen. Dann habe ich im DSS die Farben angeglichen, Sättigung 20% angehoben und die Luminanzkurve verflacht, das wollte ich im PS machen.

Damit gibts dieselbe Ausgangsbasis wie für meine Ausarbeitung. Hier ein jpeg des Rohbildes, damit gleich wissts was gschlagen hat, bevor ihr die 75MB runterladet:

Bild

das Rohbild zum Download (ich lösch es aber irgendwann wieder runter, zu fett):

www.vibes.co.at/images/M101Sum.TIF

Wetzt die Bildbearbeitungsmesser und viel Spass heim Operien!

Lieber Ulrich, jetzt habe ich noch eine Frage: Woran siehst du am KERN der Galaxis dass ich vielleicht viel weggebügelt habe. Er ist weder über noch unterbelichtet, grade richtig. Dass müsste man IMHO doch viel besser an den Aussenbereichen erkennen, oder?
UlrichW
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Beitrag von UlrichW »

tommy_nawratil hat geschrieben: Lieber Ulrich, jetzt habe ich noch eine Frage: Woran siehst du am KERN der Galaxis dass ich vielleicht viel weggebügelt habe. Er ist weder über noch unterbelichtet, grade richtig. Dass müsste man IMHO doch viel besser an den Aussenbereichen erkennen, oder?
Hi Tommy,

das ist mehr so ein Gefühl. Ich hab die M101 wohl auch schon gut 20 mal auf dem Kieker gehabt, und wenn ich die Helligkeit des Kerns sehe (also alles um den inneren Core) und das mit meinen Ergebnissen vergleiche, beschleicht mich der Verdacht, daß da auch jede Menge Spiralarme drauf sein müsste. Ich mach mich später mal an das Rohbild, obwohl mir ein paar echte ungepackte Dateien lieber gewesen wären.

Ich traue DSS nicht weiter als eine Ratte spucken kann!

Ich bin mir auch nicht sicher, ob deine Arbeit an dem Rogh-Stack jetzt etwas vernichtet hat oder nicht. Egal, probieren wir unsere Künste mal an dem Tif aus.

MAl sehen, vielleicht blamier ich mich ja bis auf die Hosen....wär nicht das Erste mal!

CS
Ulrich

PS: weil Patrick das soo mag: Siehste Patrick, ich hab PS nicht vergessen!

PS: Gleich noch eine Frage: Was ist denn das für ein hellbtürkisfarbener "Stern" auf 12Uhr über der M101? DSS?
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starhopper62
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Beitrag von starhopper62 »

Hi Tommy,

so wie Ulrich schon sagte, drücken wir es sanft aus "DSS ist eine Sache für sich und wer damit ständig gute Ergebnisse erzielt, ist ein Genius!"

Habe mir mal dein TIFF zur Hand genommen und den Gradienten mit PixInsight korrigiert. Dies ging ohne weitere Problemchen.
In PS habe ich dann mit Sternenmaske und Gradiation gespielt. Soweit ging alles noch gut, doch wenn der Hintergrundwert einmal bei ca. 20 ist, dann rauscht es schon gewaltig im Blätterwald und durch bügeln kriegst du zwar den Hintergrund klar aber das Farbrauschen in der Galaxie ist dann noch immer mächtig vorhanden, wobei sich dann ein Schärfen komplett erübrigt durch noch mehr rauschen.

Meiner Meinung nach wären die Rohdaten der Weg zum Ziel um wirklich eine gute Aufnahme zu produzieren! :roll:
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Daniel_Guetl
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Beitrag von Daniel_Guetl »

UlrichW hat geschrieben: PS: Gleich noch eine Frage: Was ist denn das für ein hellbtürkisfarbener "Stern" auf 12Uhr über der M101? DSS?
ist ein bisl schwer zu identifizieren, aber es handelt sich um den Nebel NGC 5471.

Viele Grüße

Daniel
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tommy_nawratil
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Beitrag von tommy_nawratil »

hallo,

für die ganzen Rohdaten ist mein Serverspace ein bisserl zu klein. Gibts eine Alternative zu DSS? Theli ist kompliziert und nur unter Linux, nix für mich. Hat jemand Stacken in Fitswork probiert? Geht da Darkabzug?

Früher habe ich die Bilder ohne Änderungen gespeichert, aber die waren dann entweder farblos oder komplett goofy farbig. Da ist mir derzeit das noch lieber, wenn auch die erste Bearbeitung dann in DSS stattfindet.

Als Referenzbild nehme ich hier gerne wiederum die Arbeit von Ivan Eder, man muss sie nur 180° drehen:

http://eder.csillagaszat.hu/deepsky/350 ... der_en.htm

Mein Bild ist halt nicht auf dem Mount Matra entstanden...

Ich war mal aufm Teleskoptreffen in Ungarn und er hat einen BBA Workshop gemacht, leider auf ungarisch... Jemand hat mir bloss übersetzt, er macht nicht unbedingt Flats, aber Darks immer.

lg Tommy
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PatrickPinzgau
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Beitrag von PatrickPinzgau »

Hallo Tommy,

ich möcht jetzt nicht gscheit daherreden,denn ich bin auch noch weit weg,gute Bilder zu machen,aber Flats sind die Grundlage um gute Astrofotos zu machen,da sich das Objekt der Begierde manchmal fast nicht von der Vignettierung abhebt!

Gugst du hier,ich hoff ich darf das hier verlinken:

http://kerschhuber.astronomie.at/author ... tfield.pdf

Lg Patrick
starhopper62
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Beitrag von starhopper62 »

Hallo Tommy,

meine Vorliebe ist alles mit CCD-Stack zu machen und in der Version 2 können jetzt auch alle raw-Formate gelesen werden.
Hiermit mache ich Masterdark, Masterbias und Masterflat und die komplette Bearbeitung bis zu PS.
Auf meiner HP unter Tipps habe ich auch einen Workflow in deutsch dazu geschrieben.
Kostet zwar ca. € 190,- doch für die Kosten- / Nutzenrechnung eher billig gegenüber anderen Programmen.

Jeder hat seine eigene Vorliebe zu Programmen, doch man sollte auch den Schritt weg nur von Freeware-Programmen wagen, denn gute Astrofotos kommen nicht nur alleine von Photoshop.

Für die Astrofotografie muss einiges an Equipment angeschafft werden um respektable Ergebnisse zu erhalten und dazu gehört dann meiner Meinung nach auch der Umstieg auf ein gutes Programm für die Astrofotografie 8)
UlrichW
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Beitrag von UlrichW »

Hi Tommy,

ich hab mich mal kurz düber das Tif hergemacht. Schließlich muss ich erst ein Gefühl für die Eigenarten des eigenartigen Bildes bekommen. Daher ist das Bild nur eine erste Version, der Workflow mit der Endversion kommt später.

Bild

Bis dann
CS

PS: eigenartig war gut.....
Kein Stern ist so rund, daß ich ihn nicht eirig kriege!
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tommy_nawratil
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Beitrag von tommy_nawratil »

hallo Patrick und Dieter,

weiss ich weiss ich weiss ich!

Momentan habe ich mir ein PST geleistet und 3 LUWAN Okulare und damit ist das Budget für dieses Monat und das nächste auch noch ausgeschöpft. Grade teste ich wieder mal den frisch upgedateten MGEN, damit will ich auch Montierungen vermessen... Lajos fragt schon ob meine Katzen noch zu essen haben!!!

Die Flats sind - laut Ivan Eder - eine gute Sache um perfekte Ergebnisse zu erzielen, aber mit künstlichen Flats kommt man ganz schön weit, wie ihr oben seht. Da ich ein Mikromaximist bin, also mit möglichst wenig Aufwand ein maximales Ergebnis erzielen will, spar ich mir noch die Flats. Ich hab jetzt schon keine Zeit mehr vor lauter Hobby. Die Darks kann man nach der Belichtung machen bis man pennen geht, Flats sind wesentlich aufwendiger. Ja, Dieter, deine Flatbox, ich weiss, bitte nicht schlagen!!!

hallo Ulrich,

bravo, sieht sehr ansprechend aus - hast das Blau mächtig rausgeschmissen und in der Glaxis feinstens entrauscht. Bin gespannt auf deinen Workflow und Endprodukt!
lg Tommy
Zuletzt geändert von tommy_nawratil am 29.04.2010, 23:02, insgesamt 2-mal geändert.
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PatrickPinzgau
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Beitrag von PatrickPinzgau »

Hallo Tommy,

irgendwie war mir das schon klar mit den Flats,daß es für dich alten Astrohasen keine Neuigkeit ist,nix für ungut!
Die liebe Kohle,ich weiß eh,was ich seit letzten Herbst rausghaut hab,mahh aber wenn´s sche mocht ;-)

@Ulrich

abgehsehen von der Vignettierung siehts fantastisch aus!

Bin echt gespannt auf deinen Workflow,super einen Profi mehr in unserer Runde zu haben!

CS Patrick
UlrichW
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Beitrag von UlrichW »

Hallo liebe Freunde feuriger Räder,

Workflow...große Worte gehen leicht über meine Lippen. Bei der gestrigen Nachtbearbeitung habe ich dann angefangen eine Tapentenrolle mit Bemerkungen und den einzelnen Schritten vollzukritzeln. Irgendwann hab ich dann entweder den Faden verloren, nicht aufgepasst oder irgend etwas vergessen, jedenfalls zeigen meine Uufzeichnungen ab Seite 5 deutliche Mängel...

Na machste das beste draus! Ich dachte mir ich fange einfach mal an.

Alle Bearbeitungen mit Photoshop CS3, geht aber auch mit Gimp usw.

An dem vorliegenden Rohbild bestand die Herausforderung daraus, das absurde Farbrauschen und die brutale Farbverfälschung zu eliminieren.
Durch automatische Stackingprogramme werden oft sderartige Farbanomalien eingeführt. Im Prinzip "berauschen" diese Programme die Bilder unnötig. Wenn ich Bilder addiere, mache ich das ausschließlich via PS durch Ebenenüberlagerung und abgestufter Transparenz z.B. 50,25,12,7% die daraus entstehenden Bilder addiere ich danach wieder. Das füjhrt zu weit besseren Resultaten als wenn ich Stackingprogramme nehme. Der VorteiL: Man kann pfuschen. Da wir das in der Schule dies zur Perfektion entwickelt ahben, haben, nutzt dies Fähigkeit nun auch. Man merke: Man lernt nicht für die Schule, sondern fürs Astroleben.

Wenn ich nämlich die Bilder ausrichte, also stark vergrößerte Sterne mit 50%Trasparenz in Deckung bringe, sehe ich gleich wie sich das Rauschen verhält. Bemerke ich z.B. eine streifige Ausrichtung des Rauschens, verschiebe ich die überlagernde Ebene eben um 1-2 Pixel. Sozusagen Drizzeln im Photoshop.
Zudem kann ich weniger gute Resultate mit wenig Transparenz nur dazu nehmen das Rauschen zu minimieren.
Aber das wäre ein anderes Problem.



Zuerste habe ich mir mal das Rohbild bei hoher Vergrößerung angeschaut. Farbrauschen, Farbkleckse und eine unheimliche altrosa Farbe. Daher zuerste einmal die Farben grob zurechtrücken.

1) Hauptmenü Bild -> Anpassung ->Funktion Graduationskurve:
Ich verschiebe den Schwarzwert eines jeden Farbkanals auf den Beginn der Kurve. Alle drei Farben zusammen korrigieren dann den Bildhintergrund gegen schwarz, alle anderen Farben werden dadurch aber auch gegen eine neutrale Tönung korrigiert.

Ergebnis: dunkler Hintergrund, rote Vignettierung. Am RAuschen hat sich nichts geändert.

Danach die Funktion wieder aufrufen und dieKurve in der Mitte fassen und anheben. Die Gesamthelligkeit steigt. ruhig soweit arbeiten, bis der Hintergrung deutlich aufgehellt ist. Dadurch kann man das Rauschen besser bearbeiten. Abdunkeln geht immer noch.

DIESE SCHRITTE KANN MAN AUCH NACH DEM ENTRAUSCHEN MACHEN. AUSPROBIEREN WAS BESSER GEHT.

2) Bild speichern und in Noiseware entrauschen: Luminanz 80, Color 70
Noisewarebild als JPG speichern.

3) Dieses JPG als Ebene auf das Rohbild überlagern, Ebenenfunktion "Farbe" einstellen.

Ebenen zusammenfügen und wieder speichern.

Der Trick hierbei ist, daß Noiseware aus kleinpixeligem Farbrauschen eine Durchschnittsfarbe errechnet. Und obwohl das JPG nur 8bit tief ist, wird mit der Ebenenfunktion Farbe nur die Frabinformation auf das darunter liegende Rohbild übertragen. Das Farbrauschen ist fast weg. Bleiben tut das Rauschen an sich und großflächige Farbanomalien.

4) das oben gespeicherte Bild in Noiseware entrauschen: Luminanz: 60, Color 70

5) Dieses JPG als Ebene auf das Rohbild überlagern, Ebenenfunktion "Normal" einstellen. Trannsparenz 50%.

Das Rauschen wird dadurch geglättet, aber Detailinformationen bleiben weitestgehend erhalten. Da ein 8bit mit einem 16bit-Bild verrechnet wird, sinkt zwar etwas die nominale Helligkeits- und Farbdynamik, wir gewinnen aber eine rauschärmeres Bild und damit die Möglichkeit wesentlich stärker an den "Gains" zu drehen. Sprich, ich habe mehr Möglichkeiten Helligkeit hervorzuzaubern.
Übrigens sind 80% unserer Bilder ohne Dynamik, weil Scharz. Bei nebeln sieht das anders aus, aber auch da gewinne ich mehr als ich verliere.

6) Wiederhole 4 und 5, wobei in Noiseware mit Luminanz 55 und Color 65 entrauscht wird.

ANMERKUNG: Entrauschen fuinktioniert immer dann gut, wenn die Luminanz und Colorwerte so gesetzt werden, daß zwar die Pixeldifferenzen sinken, aber keine Artefakte sichtbar werden. Beispielsweise führt die Einstellung Luminanz 85 und Color 95 zu Artefakten. Diese werden beim Überlagern aber übertragen. Sinn ist es, einfach die Unterschiede der Pixel abzuschwächen. Ein leichtes Rauschen immer im "entrauschten" Bild lassen, denn bei der Überlagerung wird dieses mit übertragen. Das Endergebnis sieht dann natürlicher aus und zudem hat man einen Indikator für überzogenen Arbeitsschritte


HIER KANN MAN JETZT DIE FUNKTION AUS 1) ANSETZEN.


Jetzt geht der Eiertanz erst richtig los. Ab jetzt heist es experimentieren, probieren, neuanfangen...bis der Arzt auch aufgibt!

Tip: Ebene duplizieren, Transparenz 100% und darin die Funktion austesten. Durch an- und abschalten kann man den Erfolg überprüfen.
Danach die Ebenen vereinigen. Auch hier kann man mit der Transparenz die Wirkung zusätzlich abstufen.

Solange die Farben noch nicht richtig sitzen, kann ich keine Vignettierung entfernen, da ich sonst Teile meiner Galaxie entfernen würde.

Also zuerst die Farben anpassen.

7) Farbbalance: -8, +12, -14

8) Zeit der Vignette Beine zu machen. Da ich mir sie Information in der Galaxie nicht zerhauen will, arbeite ich nicht mit einem künstlichen Flatt.
Künstliche Flatts sind Ebenen, die mittels Gauss-Weichzeichnet total geglättet sind (Raduis voll aufdrehen). Diese eventuell noch aufhellen oder abdunkeln udn via Transparenz überlagern. Funzt gut, ist aber kritisch für feine schwache Nebelchen und Galaxienarme.

Meine Methode:

9) Farbe mit Pipette aufnehmen, Durchschnitt aus 5*5Pixeln, unterhalb der Galaxie auf ca. 6Uhr.

10) Neue Ebenen erstellen, mit aufgenommener Farbe füllen, invertieren (STRG i) und auf Ebenefunktion "Farbig nachbelichten§ stellen

11) Transparenz stufenweise so verändern, daß die Vignette abgeschwächt wird, aber keine Galaxiedetails verschwinden. Ich arbeite da meist so um 20-30% Transparenz.

Den Vorgang ruhig mehrfach wiederholen, bis die Vignette stark abgeschwächt ist ioder verschwindet.

12) Nun schaue ich mir wieder das Bild in hoher Vergrößerung an und suche großflächige Farbanomalien. diese nehme ich mit der Pipette auf und wiederhole damit Punkt 9-11. Transparanz hier nur sehr wenig, maximal 10-15%.

Misslingt diese Operation, stelle ich die Farben via "Farbton/Sättigung" so ein, daß Farbkleckse verschwinden. Dadurch verliere ich Farbe, aber die kann ich mir später aus einem der Noiseware-JPGs wieder holen (überlagern, Ebenenfuktion Farbe, nachmalen -dazu später- oder via Transparenz).

z.B.: Farbton-Sättigung: Magenta: +35 Farbe
gelb: -31 Sättigung -14 Helligkeit
grün: +65 Helligkeit (dämpft die Farbe, die Pixel werden grau und damit bleibt die Information erhalten)
cyan +60 Helligkeit
blau: -22 Sättigung



Und immer wieder werden die Funktionen Farbton/Sättigung oder Farbbalance bemüht um die Farben langsam aufzubauen.

Entgleiten die Farben, mache ich auch oft folgendes: Ebene duplizieren, Sättigung verringern (Grauwerte) und diese Ebene als Luminanz einfügen. Das dämpft die Farbe. Die Luminanzebene dabei mit der Graduationskurve neu einregeln, damit der Hintergrund nicht unnötig aufgehellt wird.

Nun muss das Objekt weiter herausgearbeitet werden. Dazu dupliziere ich die Ebene, helle sie auf und maskiere die Ebene (Ebene -> Ebenenmaske -> alle ausblenden) nun nehme ich einen Pinsel der inetwa so groß ist wuie der bereicgh den ich ausarbeiten will. Seine Deckkraft sollte 15% nicht überschreiten. Damit male ich das Objekt nach. Die eingestellte Ebenenfunktion, also normales Überlagern, Farbe, Schärfe, Helligkeit und Kontrast usw. wird dabei zu 15% auf das Objekt übertragen. Damit kann man gezielt einzelen Bereiche aufwerten, ohne den Rest des Bildes zu beeinflussen. Zusätzlich kann ich die "gemalten" Funktionen via Transparenz noch weiter ein einregeln. Durch an und ausschalten der Ebene kann ich den Erfolg kontrollieren.
Alternativ kann man natürlich auch das ganze Bild via Transparenz mit der veränderten Ebene überlagern. Dann natürlich keine Ebenenfunktionen.

Ein Beispiel: Ich will schärfen, aber die Sterne nicht aüfblähen.

- Hauptebene 2 mal duplizieren.
- in oberster Ebene Funktion Auswahl -> Farbbereich auswählen.
mit der Pipette einen hellen Stern in der Mitte anklicken, Toleranz auf ca. 40-70 stellen.
es werden die Sterne ausgewählt.
- solange die Auswahl vergrößern, bis diesedie Sterne komplett umfassen, aber kein zu großer Spalt zwischen Auswahl und Stern
besteht. Am Besten ist "so gerade eben"
Tip: Auswahl verändern, Weiche Kante, ca 2-4Pixel einstellen. Dadurch werden Übergänge weich.
- Auswahl umkehren
-Filter -> Hochpassfilter: raduis 35
- Ebenenfunktion uineinander kopieren
-mit darunter liegender Ebene (der ersten Kopie der Hauptebene) aus eine Ebene reduzieren
- Auswahl umkehren
- Gaußscher Weichzeichner, ca. 2,2Pixel radius
-Auswahl aufheben
- via Transparenz diese Ebene (Ebenenfunktion normal) mit der Hauptebene überlagern.

Drei Dinge kann ich nun via Transparenz einstellen, oder via Maskierung nachmalen.
1. Die Härte der Schärfung und damit den hell-Dunkel-Kontrast an Objektdetails (mehrfach schwach ist besser als einmal brutal)
2. Die Sterne werden nicht mitgeschärft und bleiben "matschig". Ganz leicht, aber das verhindert Ränder im oder um den Stern durch die Schärfung bzw. bei der Überlagerung durch die Transparenz.
3. durch den Gauss-Filter werden leicht unförmige Sterne schön rund.
Funzt gut. Durch die Sternmaskierung kann ich sogar deren Farbeerhalten oder erhöhen.



Man sieht also, daß es im Prinzip nur wenige Funktionen sind die man braucht, aber die geschickt eingesetzt können so manchen Fehler im Bild beseitigen. bzw. retuschieren.

Die Kunst ist es diese Funktionen auf die Bilder in der "richtigen" Weise anzuwenden. Das Ergebnis schwankt mit der Tagesform, und dagegen hilft Übung und Erfahrung.


So, bevor ich Gefahr laufe ein Buch zu schreiben, schließe ich hier mal. Ich denke einige Tips sind schon dabei, die helfen werden.

CS
Ulrich

PS: Meine Tagesform gestern und heute führte zu einem schlechteren Resultat als meine "quick-and-dirty"-Version. So ist das Leben....
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tommy_nawratil
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Beitrag von tommy_nawratil »

servus Ulrich,

vielen herzlichen Dank für deinen "Roman", da steckt viel Info drin und Material zum Ausprobieren!

Noiseware: Aha, ein neues Bügeleisen! Der Effekt, kurz habe ich ihn ausprobiert, ähnelt sehr dem Medianfilter in PS, wenn man als Fülloption "aufhellen" nimmt. Wo siehst du den Unterschied? Welche Level stellst du ein - Noise Level Adjustment oder Noise Supression? Oder beide?

künstliche Flats: Das ist klar ein gefährliches Werkzeug, weil es das Rauschen indirekt verstärkt. Im Grunde kann man durch geschicktes Anwenden der Curves dasselbe erzielen, nur viel komplizierter, vor allem hinsichtlich der Farbe. Ich verwende lieber einen kleinen Radius und oft hintereinander, da bekommt man bessere Ränder.

Deine Methode mit der Pipette muss ich natürlich ausprobieren, habe ich noch nirgends gesehen. Füllst du die neue Ebene mit der aufgenommen Farbe gleichmässig (Punkt 10) - wie kann da eine Vignette verschwinden ohne dass eine neue entsteht? Hm.

Auch den Hochpassfilter habe bis jetzt nur an Planeten benutzt, das geht hier natürlich auch. Habe die Sterne hier aber gar nicht geschärft.

Da werde dieses Wochenende mal tüchtig rumprobieren. Deine Version gefällt mir auch sehr gut, nicht so protzig aufgeblasen wie meine und sauberer, aber die ganz schwachen Sterne und Fetzerln fehlen. Und auch meine Version schluckt noch immer ein bisserl was. Mal sehen!

lg Tommy
Zuletzt geändert von tommy_nawratil am 30.04.2010, 22:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Alrukaba
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Beitrag von Alrukaba »

Servus Ulrich!

Große Worte, viele Worte und jetzt bin ich schon auf das Endergebniss gespannt. Deine erste Version finde ich auf jeden Fall natürlicher als das Original von Tom.

Alex
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Der größte Irrtum der Menschheit ist der Glaube intelligent zu sein.
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