Hallo liebe Freunde feuriger Räder,
Workflow...große Worte gehen leicht über meine Lippen. Bei der gestrigen Nachtbearbeitung habe ich dann angefangen eine Tapentenrolle mit Bemerkungen und den einzelnen Schritten vollzukritzeln. Irgendwann hab ich dann entweder den Faden verloren, nicht aufgepasst oder irgend etwas vergessen, jedenfalls zeigen meine Uufzeichnungen ab Seite 5 deutliche Mängel...
Na machste das beste draus! Ich dachte mir ich fange einfach mal an.
Alle Bearbeitungen mit Photoshop CS3, geht aber auch mit Gimp usw.
An dem vorliegenden Rohbild bestand die Herausforderung daraus, das absurde Farbrauschen und die brutale Farbverfälschung zu eliminieren.
Durch automatische Stackingprogramme werden oft sderartige Farbanomalien eingeführt. Im Prinzip "berauschen" diese Programme die Bilder unnötig. Wenn ich Bilder addiere, mache ich das ausschließlich via PS durch Ebenenüberlagerung und abgestufter Transparenz z.B. 50,25,12,7% die daraus entstehenden Bilder addiere ich danach wieder. Das füjhrt zu weit besseren Resultaten als wenn ich Stackingprogramme nehme. Der VorteiL: Man kann pfuschen. Da wir das in der Schule dies zur Perfektion entwickelt ahben, haben, nutzt dies Fähigkeit nun auch. Man merke: Man lernt nicht für die Schule, sondern fürs Astroleben.
Wenn ich nämlich die Bilder ausrichte, also stark vergrößerte Sterne mit 50%Trasparenz in Deckung bringe, sehe ich gleich wie sich das Rauschen verhält. Bemerke ich z.B. eine streifige Ausrichtung des Rauschens, verschiebe ich die überlagernde Ebene eben um 1-2 Pixel. Sozusagen Drizzeln im Photoshop.
Zudem kann ich weniger gute Resultate mit wenig Transparenz nur dazu nehmen das Rauschen zu minimieren.
Aber das wäre ein anderes Problem.
Zuerste habe ich mir mal das Rohbild bei hoher Vergrößerung angeschaut. Farbrauschen, Farbkleckse und eine unheimliche altrosa Farbe. Daher zuerste einmal die Farben grob zurechtrücken.
1) Hauptmenü Bild -> Anpassung ->Funktion Graduationskurve:
Ich verschiebe den Schwarzwert eines jeden Farbkanals auf den Beginn der Kurve. Alle drei Farben zusammen korrigieren dann den Bildhintergrund gegen schwarz, alle anderen Farben werden dadurch aber auch gegen eine neutrale Tönung korrigiert.
Ergebnis: dunkler Hintergrund, rote Vignettierung. Am RAuschen hat sich nichts geändert.
Danach die Funktion wieder aufrufen und dieKurve in der Mitte fassen und anheben. Die Gesamthelligkeit steigt. ruhig soweit arbeiten, bis der Hintergrung deutlich aufgehellt ist. Dadurch kann man das Rauschen besser bearbeiten. Abdunkeln geht immer noch.
DIESE SCHRITTE KANN MAN AUCH NACH DEM ENTRAUSCHEN MACHEN. AUSPROBIEREN WAS BESSER GEHT.
2) Bild speichern und in Noiseware entrauschen: Luminanz 80, Color 70
Noisewarebild als JPG speichern.
3) Dieses JPG als Ebene auf das Rohbild überlagern, Ebenenfunktion "Farbe" einstellen.
Ebenen zusammenfügen und wieder speichern.
Der Trick hierbei ist, daß Noiseware aus kleinpixeligem Farbrauschen eine Durchschnittsfarbe errechnet. Und obwohl das JPG nur 8bit tief ist, wird mit der Ebenenfunktion Farbe nur die Frabinformation auf das darunter liegende Rohbild übertragen. Das Farbrauschen ist fast weg. Bleiben tut das Rauschen an sich und großflächige Farbanomalien.
4) das oben gespeicherte Bild in Noiseware entrauschen: Luminanz: 60, Color 70
5) Dieses JPG als Ebene auf das Rohbild überlagern, Ebenenfunktion "Normal" einstellen. Trannsparenz 50%.
Das Rauschen wird dadurch geglättet, aber Detailinformationen bleiben weitestgehend erhalten. Da ein 8bit mit einem 16bit-Bild verrechnet wird, sinkt zwar etwas die nominale Helligkeits- und Farbdynamik, wir gewinnen aber eine rauschärmeres Bild und damit die Möglichkeit wesentlich stärker an den "Gains" zu drehen. Sprich, ich habe mehr Möglichkeiten Helligkeit hervorzuzaubern.
Übrigens sind 80% unserer Bilder ohne Dynamik, weil Scharz. Bei nebeln sieht das anders aus, aber auch da gewinne ich mehr als ich verliere.
6) Wiederhole 4 und 5, wobei in Noiseware mit Luminanz 55 und Color 65 entrauscht wird.
ANMERKUNG: Entrauschen fuinktioniert immer dann gut, wenn die Luminanz und Colorwerte so gesetzt werden, daß zwar die Pixeldifferenzen sinken, aber keine Artefakte sichtbar werden. Beispielsweise führt die Einstellung Luminanz 85 und Color 95 zu Artefakten. Diese werden beim Überlagern aber übertragen. Sinn ist es, einfach die Unterschiede der Pixel abzuschwächen. Ein leichtes Rauschen immer im "entrauschten" Bild lassen, denn bei der Überlagerung wird dieses mit übertragen. Das Endergebnis sieht dann natürlicher aus und zudem hat man einen Indikator für überzogenen Arbeitsschritte
HIER KANN MAN JETZT DIE FUNKTION AUS 1) ANSETZEN.
Jetzt geht der Eiertanz erst richtig los. Ab jetzt heist es experimentieren, probieren, neuanfangen...bis der Arzt auch aufgibt!
Tip: Ebene duplizieren, Transparenz 100% und darin die Funktion austesten. Durch an- und abschalten kann man den Erfolg überprüfen.
Danach die Ebenen vereinigen. Auch hier kann man mit der Transparenz die Wirkung zusätzlich abstufen.
Solange die Farben noch nicht richtig sitzen, kann ich keine Vignettierung entfernen, da ich sonst Teile meiner Galaxie entfernen würde.
Also zuerst die Farben anpassen.
7) Farbbalance: -8, +12, -14

Zeit der Vignette Beine zu machen. Da ich mir sie Information in der Galaxie nicht zerhauen will, arbeite ich nicht mit einem künstlichen Flatt.
Künstliche Flatts sind Ebenen, die mittels Gauss-Weichzeichnet total geglättet sind (Raduis voll aufdrehen). Diese eventuell noch aufhellen oder abdunkeln udn via Transparenz überlagern. Funzt gut, ist aber kritisch für feine schwache Nebelchen und Galaxienarme.
Meine Methode:
9) Farbe mit Pipette aufnehmen, Durchschnitt aus 5*5Pixeln, unterhalb der Galaxie auf ca. 6Uhr.
10) Neue Ebenen erstellen, mit aufgenommener Farbe füllen, invertieren (STRG i) und auf Ebenefunktion "Farbig nachbelichten§ stellen
11) Transparenz stufenweise so verändern, daß die Vignette abgeschwächt wird, aber keine Galaxiedetails verschwinden. Ich arbeite da meist so um 20-30% Transparenz.
Den Vorgang ruhig mehrfach wiederholen, bis die Vignette stark abgeschwächt ist ioder verschwindet.
12) Nun schaue ich mir wieder das Bild in hoher Vergrößerung an und suche großflächige Farbanomalien. diese nehme ich mit der Pipette auf und wiederhole damit Punkt 9-11. Transparanz hier nur sehr wenig, maximal 10-15%.
Misslingt diese Operation, stelle ich die Farben via "Farbton/Sättigung" so ein, daß Farbkleckse verschwinden. Dadurch verliere ich Farbe, aber die kann ich mir später aus einem der Noiseware-JPGs wieder holen (überlagern, Ebenenfuktion Farbe, nachmalen -dazu später- oder via Transparenz).
z.B.: Farbton-Sättigung: Magenta: +35 Farbe
gelb: -31 Sättigung -14 Helligkeit
grün: +65 Helligkeit (dämpft die Farbe, die Pixel werden grau und damit bleibt die Information erhalten)
cyan +60 Helligkeit
blau: -22 Sättigung
Und immer wieder werden die Funktionen Farbton/Sättigung oder Farbbalance bemüht um die Farben langsam aufzubauen.
Entgleiten die Farben, mache ich auch oft folgendes: Ebene duplizieren, Sättigung verringern (Grauwerte) und diese Ebene als Luminanz einfügen. Das dämpft die Farbe. Die Luminanzebene dabei mit der Graduationskurve neu einregeln, damit der Hintergrund nicht unnötig aufgehellt wird.
Nun muss das Objekt weiter herausgearbeitet werden. Dazu dupliziere ich die Ebene, helle sie auf und maskiere die Ebene (Ebene -> Ebenenmaske -> alle ausblenden) nun nehme ich einen Pinsel der inetwa so groß ist wuie der bereicgh den ich ausarbeiten will. Seine Deckkraft sollte 15% nicht überschreiten. Damit male ich das Objekt nach. Die eingestellte Ebenenfunktion, also normales Überlagern, Farbe, Schärfe, Helligkeit und Kontrast usw. wird dabei zu 15% auf das Objekt übertragen. Damit kann man gezielt einzelen Bereiche aufwerten, ohne den Rest des Bildes zu beeinflussen. Zusätzlich kann ich die "gemalten" Funktionen via Transparenz noch weiter ein einregeln. Durch an und ausschalten der Ebene kann ich den Erfolg kontrollieren.
Alternativ kann man natürlich auch das ganze Bild via Transparenz mit der veränderten Ebene überlagern. Dann natürlich keine Ebenenfunktionen.
Ein Beispiel: Ich will schärfen, aber die Sterne nicht aüfblähen.
- Hauptebene 2 mal duplizieren.
- in oberster Ebene Funktion Auswahl -> Farbbereich auswählen.
mit der Pipette einen hellen Stern in der Mitte anklicken, Toleranz auf ca. 40-70 stellen.
es werden die Sterne ausgewählt.
- solange die Auswahl vergrößern, bis diesedie Sterne komplett umfassen, aber kein zu großer Spalt zwischen Auswahl und Stern
besteht. Am Besten ist "so gerade eben"
Tip: Auswahl verändern, Weiche Kante, ca 2-4Pixel einstellen. Dadurch werden Übergänge weich.
- Auswahl umkehren
-Filter -> Hochpassfilter: raduis 35
- Ebenenfunktion uineinander kopieren
-mit darunter liegender Ebene (der ersten Kopie der Hauptebene) aus eine Ebene reduzieren
- Auswahl umkehren
- Gaußscher Weichzeichner, ca. 2,2Pixel radius
-Auswahl aufheben
- via Transparenz diese Ebene (Ebenenfunktion normal) mit der Hauptebene überlagern.
Drei Dinge kann ich nun via Transparenz einstellen, oder via Maskierung nachmalen.
1. Die Härte der Schärfung und damit den hell-Dunkel-Kontrast an Objektdetails (mehrfach schwach ist besser als einmal brutal)
2. Die Sterne werden nicht mitgeschärft und bleiben "matschig". Ganz leicht, aber das verhindert Ränder im oder um den Stern durch die Schärfung bzw. bei der Überlagerung durch die Transparenz.
3. durch den Gauss-Filter werden leicht unförmige Sterne schön rund.
Funzt gut. Durch die Sternmaskierung kann ich sogar deren Farbeerhalten oder erhöhen.
Man sieht also, daß es im Prinzip nur wenige Funktionen sind die man braucht, aber die geschickt eingesetzt können so manchen Fehler im Bild beseitigen. bzw. retuschieren.
Die Kunst ist es diese Funktionen auf die Bilder in der "richtigen" Weise anzuwenden. Das Ergebnis schwankt mit der Tagesform, und dagegen hilft Übung und Erfahrung.
So, bevor ich Gefahr laufe ein Buch zu schreiben, schließe ich hier mal. Ich denke einige Tips sind schon dabei, die helfen werden.
CS
Ulrich
PS: Meine Tagesform gestern und heute führte zu einem schlechteren Resultat als meine "quick-and-dirty"-Version. So ist das Leben....