Ein kleiner Tip von mir: Vergiss die ganzen Überlegungen von wegen Berufschancen und studier das, was dir gefällt und wofür du dich begeisterst! Dann wirst du später auch einen Job bekommen.
Als Beispiel: Schau dir nur an, was die Warnungen gebracht haben, dass man nur ja nicht Lehramt studieren soll. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich selbst zu studieren begonnen habe, wie man damals allen davon abgeraten hat, weil sie nie eine Arbeit finden werden. Heute sucht man sogar in den geisteswissenschaftlichen Fächern Lehrer! In den naturwissenschaftlichen Fächern darf man heute bereits nach dem 1. Abschnitt in die Schule unterrichten gehen, weil es so einen enormen Lehrermangel gibt.
Auslandsbereitschaft bzw. hohe Mobilität ist aber bei einem Spezialstudium IMHO Voraussetzung. Sieh es positiv: Dann verschlägt es dich evt. in eine Gegend, wo du bessere Beobachtungsbedingungen als an den allermeisten Orten in Österreich hast
Astronomie an der Uni ist, wie andere schon berichtet haben, kein Beobachtungspraktikum am Teleskop (das macht man schon auch, aber halt nicht in großem Ausmaß). Das Auge ist viel zu unverläßlich für exakte Messungen und eben nur in einem sehr eingeschränkten Bereich des elmag. Spektrums überhaupt empfänglich. Also wenn du gerne beobachtest, dich aber nicht wirklich für die dahinterliegende Physik interessierst, dann Hände weg vom Astronomiestudium. Dann ist es als Hobby viel schöner.
Am Anfang des Astronomiestudiums stehen zweifellos viel "harte" Physik und etwas weniger Mathematik, gemischt mit dem Einstieg in die Astronomie und Astrophysik. Die Mathematik ist nun einmal die einzige Möglichkeit, formelle Inhalte kurz und unmißverständlich wiederzugeben. Wenn du nicht in die theoretische Physik/Astronomie gehst, hält sich die Schwierigkeit aber in Grenzen. Man braucht in der Physik/Astronomie sowieso in den meisten Fällen nur bestimmte Teilbereiche der Mathematik (meistens Differentialgleichungen und das Drumherum). Die Lineare Algebra und Analysis der ersten Semester sind eigener Erfahrung nach zumindest in Wien IMHO gut zu schaffen, wenn man während des Semesters immer ein bißchen mitarbeitet und die Übungen selbst rechnet. Im Nachhinein sagt sich das aber so einfach: Ich kann mich noch gut an meine erste Mathematikprüfung erinnern (damals noch "Mathematik für Physiker"): 4 von ca. 60 waren positiv *lol*
Was danach kommt (bei uns Physikern hieß das noch "Mathematische Methoden der theoretischen Physik"), ist eh keine richtige Mathematik mehr, sondern das, was Physiker als Mathematik bezeichnen (sog. Beweis durch unvollständige Intuition

).
Wie sagte Prof. Pietschmann früher zu uns: Wo die Mathematiker "qed" nach einem Beweis schreiben, schreiben die Physiker "qed fapp" (for all practical purposes).
lg,
Martin