Hallo Heiko!
Die Bias muß ich sicherlich auch mit der gleichen ISO Zahl wie die Light und Darks machen
Naja, eigentlich mit der gleichen ISO wie die Flats - denn diese werden damit korrigiert. Um Verwirrung zu vermeiden, mach einfach alle Bilder (Light, Darks, Flats, Bias) mit der gleichen ISO.
Bei Bildern aus mehreren Nächten war meine persönliche Methode immer: alle Light kalibrieren. also mit den Flats und Darks verrechnen, und ALLE kalibreirten Bilder aus ALLEn Nächten dann zusammen ausrichten und stacken. Das bedingt aber, dass nach der Dark/Flatkorrektur ein Zwischenergebnis gespeichert wird, ob DSS das macht weiß ich nicht.
IRIS hatte da ab 40 Lights aber Probleme - wenn ich mehr hatte, hab ich also z.T 2 oder 3 "Teilsummenbilder" erstellt und diese 2 oder 3 Bilder dann zusammen verrechnet.
Ein heißer Tip für die DSLR ist Theli, auch wenns abschreckt. Vor allem die "künstliche" Luminanz hat mich sehr überzeugt.
Gibt es eine Vergleichstabelle, um ISO Werte mit den Gain und Offsetdaten der CCD Kameras zu vergleichen
Das kann ich nicht genau sagen -meine CCD hat z.B. keine Gain/Offset Einstellung. Die nimmt einfach auf, blöd gesagt.
Eigentlich heißt es ja, dass die DSLRs bei 200 ISO ihre "natürliche" Empfindlichkeit haben - alles andere ist eine künstliche Verstärkung. Nur weil bei ISO 1600 scheinbar mehr drauf ist am Bild kommt nicht mehr Licht vom Objekt daher - das weiß nun mal nichts von deinen Ambitionen.
Es gibt ja die beiden krassen Gegensätze Ivan Eder und Thomas Henne - beides Top-Fotografen mit ganz unterschiedlicher Herangehensweise was ISO und Einzelbelichtungen angeht. Von beiden würde ich mir sofort ein Bild an die Wand hängen, von daher finde ich die Diskussionen und technischen Hintergründe bei diesem Thema interessant - aber wenn bei beiden methoden was rauskommt, kann keine ganz falsch sein.
Zum Lesen:
http://cedic.at/arc/c11/sess/CEDIC11_IvanEder.pdf
Wie viel Gesamtbelichtungszeit sollte ich am besten erreichen
Einfach gesagt, so viel wie möglich, jedenfalls mindestens eine Nacht pro Objekt (ausgenommen vielleicht offene Haufen ohne interessanten Hintergrund).
Ich versuche z.B meist mindestens 10h zu erreichen, das verteilt sich dann, da ich nur Richtung Osten belichte, unter Umständen auf zwei Neumondphasen, bei einem Objekt im Winter waren es sogar 4. Das sind natürlich Sachen, die man als Einsteiger nicht machen muss....
Noch eine ganz wichtige Frage. Wenn ich auf mehrere Nächte verteilt aufnehme, wie läuft das dann mit den Darks. Werden die aus jeder Nacht gesammelt und dann alle zusammen beim Stacken verwendet
Das hat der Reinhard schon beantwortet - alle Bilder aus einer Nacht extra kalibrieren. Darks am Besten für jede Nacht extra machen, außer die Temperatur ist gleich wie die vorige Nacht (auf 2-3° genau).
Flats auch immer neu machen, außer die Kamera bleibt am Gerät und wird nicht bewegt, wie es bei Sternwartengeräten ist. Aber auch da sammelt sich Dreck auf den Filtern, also sind doch etwa zu jeder Neumondphase neue Flats fällig.
M52 ist mit dem Bubblenebel eine sehr schöne Gegend, durchzogen mit Staub und schwachen roten Anteilen - da kannst du dann prüfen, ob deine Bilder sauber reduziert sind...
Bei hellen Sternhaufen wie M52 würde ich mir ein Rohbild anschauen und prüfen, ob die hellsten Sterne nicht gesättigt sind, sonst ist die schöne Farbe futsch. Hier empfiehlt sich also auf alle Fälle ein niedriger ISO Wert.
http://www.deeplook.astronomie.at/Galer ... seite.html
(das geht besser....

)
Bei schwachen Objekten siehe den Link zu Ivan Eder und die Ansichten von Thomas Henne. Bauchgefühl...richtig falsch is glaub ich nichts außer zu kurze Gesamtbelichtungszeit.
Ich bin gerade dabei, auf meiner HP zu allen Bildern jeweils 1 Rohbild einzustellen, damit man sich ungefähr vorstellen kann, aus welchem Material welche Bilder entstehen können.
Nimm 5 Min Frames bei 400 ASA und davon machst Du 60 Stück.
Vergiss erst einmal das Gerausche.
Da geb ich Reinhard recht - zu wenige Bilder mit der DSLR - das rauscht immer wie Föhn. Kann man in PS auch glätten, klar, aber mit vielen Einzelbildern erledigt sich das Rauschen fast von selbst, wirklich!
LG, Markus
Ach, das hab ich nioch vergessen:
Die Bedingungen an anderen Standorten kannst du mit einer Lichtverschmutzungs-Karte abschätzen. Die sagt zwar nichts über Straßenlaternen vor der Haustüre oder leuchtwütige Pfarrer aus, aber immerhin.
http://www.nightsky.at/Obs/LP/LV_DMSP.jpg
Ich belichte in Oberösterreich ca. dort, wo "Attersee" steht - dort ist etwa ein mag 6.2 Himmel, je nach Durchsicht. Als Orientierung...