Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

DeepSky Fotografie - Präsentation eigener Astrofotos
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Roman1977
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Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von Roman1977 »

War eine kleine Spielerei von mir.
Weil ich nicht wusste was ich knipsen soll,
hab ich kurzer Hand auf H & Chi gehalten.
Ist zwar nicht meine schönste Aufnahme, aber
immerhin etwas.
Ich freu mich schon auf die ersten Langzeitbelichtungen
dieses Doppelsternhaufen.


Aufnahmedaten :
------------------------

Objekt: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)
Sternbild: Perseus



Datum: 01. August 2012
Location: Rainfeld

Teleskop: SkyWatcher - BlackLine (Newton) 200 / 1000
Montierung: NEQ 6 Pro
Guiding: Lacerta MGEN
Kamera: Canon EOS 60D (unmodifiziert) - Baader KomaKorrektor
Okular: ***
Filter: ***

Belichtungszeit: 14 x 30 Sek. / ISO 1600
Video: ***


Gestackt: DeepSky Stacker 3.3.3 Beta 47
EBV: Adobe CS, Fitswork, Photoscape & IrfanView für (Rahmen/Name)

Hier geht's zur extra Riiiesen Großansicht - (Vorab. Die schönste Bearbeitung ist es nicht.):
http://img404.imageshack.us/img404/3729 ... fertig.jpg
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Blutwurst
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von Blutwurst »

Hi

Tolle Aufnahme, muss ich mir vormerken.

LG Werner
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Roman1977
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von Roman1977 »

Danke Dir Werner !!! :D

LG

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Starhunter
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von Starhunter »

Mein Lieblingssternhaufen! :-)

Weis noch genau wie ich mich damals am Anfang gefragt hab was das für ein "verschwommener" Haufen da unter Cassiopeia ist. Dann mal draufgehalten und schwups da war er! Find ihn toll gelungen! Die Sternfarben gefallen mir besonders!

Lg und CS :D
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tommy_nawratil
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von tommy_nawratil »

hallo Roman,

da hast du ein nettes Zwischenergebnis eingefahren!

Solche monderfüllten Zeiten kann man gut nutzen die Probleme mit der Sternform anzugehen - hast du probiert
die Justage mit montierter Kamera/Korrektoreinheit am Hauptspiegel nachzuregeln?
Du weisst schon, die Geschichte mit einen Stern in Bildmitte stellen, unscharf machen und dann den Schatten vom FS mit
HS-Justage mittig zu machen.

Ein zweites Problem das du hier angesprochen hast sind di ungleich verteilten Farben in den Sternscheibchen.
Da spielt wahrscheinlich die atmosphärische Dispersion eine Hauptrolle, also dass die Luft die Farben auseinangerzieht.
Das kannst du korrigieren indem du beim ganz frisch im Photoshop geöffneten Bild die Farben mit dem Bewegungs-Werkzeug
übereinanderlegt. Dazu die "Kanäle" aufrufen und den Rot und Blaukanal mit dem Grünkanal zur Deckung bringen so gut es geht.
Dann sind die ungleich verteilten Farben ziemlich weg, probiers mal. Geht nur auf der Hintergrundebene!

lg Tommy
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Roman1977
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von Roman1977 »

Hallo Tommy

Danke :D

Ne hab ich derweil noch nicht Probiert.
An diesen Tag hatte ich Frühschicht und hab da durchgemacht, und da wollte ich
ich mich nicht herum spielen.
Ich wollte in dieser Nacht so viel wie möglich raus holen wenn ich schon mal durch mach.
Leider wie sich dann heraus stellte eh ohne viel Erfolg :?

Ich versuch das dann im Urlaub mal mit dem unscharf machen und so...

Das mit dem korrigieren weis ich.
Da bin ich durch Zufall mal selbst drauf gekommen wie das im PS funktioniert.
Beim Mond mach ich das jetzt immer.
Ausser der Kanal ist recht verzerrt (Meistens der Blaukanal)
Hab das bei dieser Aufnahme nicht gemacht seh ich grad.
Ich versuchs gleich mal.

LG

Roman

Nachtrag :
Rot und Blau Kanal korrigiert.
Besser wirds nicht.

Hier geht's zur Großansicht:
http://img209.imageshack.us/img209/3065 ... ertig2.jpg

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markusblauensteiner
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von markusblauensteiner »

Hallo Roman!

7min! Du bist ein Mutiger... :D :D
Na, Scherz beiseite, ist schon einiges drauf für die Belichtungszeit! Die Abbildung bekommst sicher in den Griff!

Aber a bissal kritisieren muss ich schon - ich WEIß nämlich, dass du das noch besser bearbeiten kannst. Mir fällt auf, dass die Sterne der Haufen eher leicht gelb sind (sandfarben), eigentlich sind sie aber bläulich. Hab mir also dein Bild mal gespeichert und folgendes versucht:
Das Bild hat von Haus aus einen leichten Blaustich im Hintergrund (Werte um 20 gegen 15 in R und G). Den habe ich mit dem Histogramm beseitigt.
Dann kam die "Brutalomethode" für die Sterne: ich hab die Gradation geöffnet und aus den drei Pipetten die rechte (weiß) gewählt. Mit der hab ich in den hellen Stern ganz links außen (der unteren der beiden) geklickt und sein Zentrum damit als weiß definiert. Du siehst gleich, dass Blau und Grün angehoben werden.
Diese Ebene stellte ich auf "Farbe".
Nun hat der Hintergrund wieder einen Farbstich, klar, Blau und Grün wurden ja gerade verstärkt. Mach also einen Doppelklick auf die Gradationsebene - im neuen Fenster siehst du einen Schieberegler mit einem schwarzen und einem weißen Dreieck. Das Schwarze schiebst mal nach rechts bis zum Wert 20 etwa.
Das bedeutet, dass die Gradationsebene auf alles ÜBER dem Wert 20 wirkt - den Hintergrund also in Ruhe lässt.
Das wäre meine "russische" Methode zum Farbkorrigieren.

LG, Markus
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tommy_nawratil
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von tommy_nawratil »

hallo Roman,

ich verstehe deine Ungeduld mit dem Newton, probier das nachjustieren aber mal aus.
Es ist keine grosse Sache, nur am HS so kurbeln dass der FS Schatten in der Mitte ist,
bei einem helleren Stern in der Bildmitte, unscharf gestellt. Geht schnell.

Markus hat recht, der flüsterts dir ins Ohr dass du es beim nächsten Mal nicht vergisst :mrgreen:

lg Tommy
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markusblauensteiner
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von markusblauensteiner »

Hi,

da geb ich dem Reinhard mal recht! Ein Newton zum fotografischen Einstieg als Solokämpfer (ok, ihr seid immerhin zu weit) ist sicher nicht das leichteste! Da ist so ein netter Apo um einiges pflegeleichter - da hst die Schwierigkeiten wenigstens erst ab dem OAZ Richtung Kamera!

Wer unbedingt über 1000mm Brennweite haben will aber nicht das Geld für einen 6" APO hat, dem bleiben eh nur Spiegelsysteme. Oder er steht auf exotisches Objektzeugs wie ich, dann spielt die Lichtstärke halt schon eine Rolle. f/4 zu f/6 oder f/7 ist nun mal nur die halbe (oder noch weniger) Belichtungszeit. Belichte ich 10h, dann.... :D
Spielt aber, auch da hat der Reinhard recht (auch wenns so direkt nicht da steht), bei den klassicshen "Einsteigerobjekten" genau keine Rolle. Da tuts eine Nacht pro Objekt (egal wie lichtstark) um alles zu zeigen was man kennt - und um zu zeigen, was man (noch) nicht kennt, braucht man dann eben einige viele mehrere Nächte (siehe Fabian Neyer - APO-User). :D

Ich jedenfalls kenne noch keinen Newton-User, der sagte "auspacken, loslegen, super". Von APO-Besitzern hörte ich das schon....und ich bin Newton-Fan! (also Masochist oder so :D )

LG, Markus
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BernhardH
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von BernhardH »

Wär cool wenn Thomas Henne da mal was dazu sagen könnte. Er hat 2 newtons und alle fotos sind einfach auch von der Sternabbildung klasse. Denke mit F/5 ist das noch mit relativ abschätzbarem aufwand zu schaffen.

Ich ärger mich mit meinem F/4 auch recht oft rum. Allerdings hat mir die skywatcher apo-blende von 6.3 einfach nicht getaugt.
Ich denke man müsste sich mal beim newton justieren bewusst zeit nehmen und ausprobieren was passiert wenn man bei der FS-justage bewusst den laser etwas neben die HS markierung zielt und dann beobachtet ob das bildfeld schief und einseitig verzerrt wird. Daraus kann man dann ableiten welche fehljustage in welche richtung welche bildfehler erzeugt und dann "im kleinen" versuchen seinen fehler zu korrigieren.

Ich mag das offengesagt mit meinem zZ gut justierten f/4 nicht machen, denke ein kleines billliges test-gerät wäre hier super^^.

Dass die Mechanik 1A und reproduzierbar sein muss (kein OAZ wackeln, kein tubus wackeln usw) ist klar und in vielen fällen wohl der Grund für die fehler.

viele Grüße, Bernhard
Newton 355/1600 + APM 107/700
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tommy_nawratil
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von tommy_nawratil »

hallo,

Reinhard das ist kein anecken, sondern ein Ergebnis deiner Erfahrungen. Aber es gibt auch andere.
Lass uns darüber in Ruhe reden.

ich empfehle den Einsteigern durchaus einen Apo zum Fotoeinstieg, so ist das nicht wie Reinhard das schildert.
Aber viele Leute wollen auch visuell schauen, und da zählt die Öffnung. Ein kleiner Apo ist visuell halt
nicht so ergiebig, und wenn die Leute einen 1000er blechen wollen sie auch ordentlich was sehen.
Da muss man in der Beratung abwägen, das ist oft nicht einfach. Man weiss beim Erstgespräch ja nicht wie gut jemand zurechtkommen wird.

Mit Newtons knipsen ist wie Fahrrad fahren, wen es anfuchst das systematisch anzugehen dem ist nur abzuraten.
Aber viele Leute bekommens gut hin, und dann ist ein Newton auch kein Problem. Ich gebe auch gerne Tipps und
die könnte man ja mal zumindest ausprobieren. Aber wenn ich nicht gefragt werde kann ich auch keine Tipps geben.

Wir haben hier im Forum Beispiele die auch am Apo verzweifeln und nicht mal mit
Entkipper eine gute Abbildung hinbekommen. Das kann also auch sein. Und was machen wir dann?

Der kleine Apo ist zum Fotoeinstieg also sehr gut, aber ich kann den Leuten die mehr sehen wollen
nicht sagen, dass unter 10000.- keine befriedigende Astronomie möglich ist. Weil es nicht stimmt.
Bitte um Verständnis.

lg Tommy
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Roman1977
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von Roman1977 »

Hallo Markus
Danke Dir für die Anleitung.
Ich hoff es passt jetzt so. :D
Das mit dem Histogramm hab ich aber nicht behirnt :?
Da kann man nicht wirklich viel verstellen.
Neubearbeitung:
Bild
1. Version:
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Sag mir Bitte Bescheid falls es noch nicht so passt :wink:
DANKE !!!

LG

ROMAN

PS: an alle die sonst noch geschrieben haben.
Ich antworte euch etwas später, hab grad mächtig Kopfweh. :(
Und werd mich jetzt mal zu Bette begeben.
Die Nachtschicht diese Woche macht mir etwas zu schaffen.
Danke für euer Verständnis !!!
LG & CS
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markusblauensteiner
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von markusblauensteiner »

Hallo Roman,

mit Histogramm meinte ich:
Tonwetrkorrektur öffnen. Dort kannst du oben wählen zwischen "RGB", da bearbeitest alle Kanäle gleichzeitig, oder du kannst jeden Kanal einzeln auswählen. Da nimmst dann Blau und schiebst den Regler so weit nach rechts, dass im Hintergrund alle Farben etwa die selben Werte haben.

LG, Markus
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zirl
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von zirl »

Hi Roman,

ich finde deinen Double Cluster in Anbetracht der Belichtungszeit wirklich sehr gelungen, der Markus scheint eine nicht endend wollende Quelle der Tipps und Tricks in PS zu sein da lern ich bei deinen Threads auch gleich noch was dazu ;-)

Zum Thema Newton. Grundsätzlich gibts aus meiner Sicht zwei Arten von Fotografen. Die Perfektionisten wo alles bis ins letzte Detail passen muss bevor eine Belichtung überhaupt angegangen wird und Fotografen wie mich die einfach gerne fotografieren auch wenn mal was verkippt ist und damit keine 100% Abbildungsqualität erreicht wird... Wenn du zu ersteren gehörst wirst du u.U. wirklich nicht ganz glücklich mit einem Newton werden, gehörst du zu zweiteren steckt auch in den relativ billigen Skywatchers viel Potential, also ich mag meinen "Dicken" ;-)

Ich hab keine einzig wirklich teure Optik und denke bevor ich deren überdrüssig werde werd ich wohl noch viele Fotos damit machen. Mit dem Niveau steigen auch irgendwann die Bedürfnisse aber geh das Ganze langsam an. Ein bisschen Newton kollimieren ist jetzt nicht so ein Aufwand und dass sich die Dinger nach jeder Beobachtung hemmungslos verstellen kann zumindest ich nicht bestätigen... Wohin dich deine Wünsche noch führen werden wird sich zeigen, es ist ja nicht nur die Optik in die man investieren kann/will sondern da gibts noch die Montierung, die Kamera, die Nachführung und und und...

Und ich finde du hast momentan eine Ausrüstung mit der du sehr sehr viel anstellen kannst, und ja schon auch anstellst. Du hast vielleicht noch den kleinen "Nachteil" dass du bis dato eine extrem steile Lernkurve hingelegt hast und die wird auch irgendwann mal flacher...

Wie auch immer, erhalt dir die Freude an der Astrofotografie wär schade wenn dein Enthusiasmus verloren ginge weil du meinst von Grund auf falsch eingekauft zu haben, denn das ist nicht so...

LG

Bernd
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tommy_nawratil
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von tommy_nawratil »

hallo Reinhard,

aber klar fühle ich mich angesprochen, ist doch genau die Problematik mit der ich jeden Tag zu tun habe.
Aber keine Sorge, ich bleibe ganz cool 8) ich freue mich sogar darüber mit erfahreneren Leuten darüber
zu reden und neuen Input zu bekommen.

Es gibt immer schon die Leute welche lieber mit Refraktor schauen und die Bildästhetik und die Bequemlichkeit
des Einblicks geniessen, und andere die den Spiegel favorisieren welcher fürs Geld wesentlich mehr Licht sammelt
und tiefere Einblicke erlaubt - vor allem visuell.

Man soll aber keine Religion daraus machen, was oft in den Foren geschieht, sondern lieber die Vorteile
beider Systeme nutzen.

lg Tommy
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tommy_nawratil
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von tommy_nawratil »

hallo Reinhard,

die Eigenschaften von Linsen und Spiegeln sind wissenschaftlich wirklich hinreichend untersucht worden.
Sehr empfehlenswert dazu sind Bücher wie "Telescope Optics" von Harrie Rutten und "Startesting astronomical Telescopes"
von H.R.Suiter - beides Bücher die verständlich und gut zu lesen sind. Hab ich immer im shop.

Jetzt hast du mich übertölpelt weil ich hab Sky&Telescope erst seit Jan 1990 vollständig im Regal :mrgreen:

Dein Zitat ist vollkommen korrekt, bezieht sich aber lediglich auf die Kontrastübertragung bei Planetenbeobachtung,
und dazu als Beispiel noch Schmidt-Cassegrain also nicht Newtons.

Dein Zitat bezieht sich nicht auf die Fähigkeit Licht zu sammeln. Ein durchschnittlich reflektierender Spiegel hat heute 91% bis 99% Reflektion,
70% waren es vor einem Jahrhundert ohne Alu und Coating. Wesentlich für die Lichtsammeleigenschaft, und die wächst proportional zur Fläche
des lichtsammelnden Elements, also des Objektivs.

Bei einem Newton von 10" also 25,4cm haben wir eine Fläche von (25,4/2)^2xPi = 507cm2
mit 91% Reflektivität also 507x0,91 = 461cm2 effektiv
dann ein Fangspiegel von 6,3cm der kostet (6,3/2)^2xPi = 31cm2
also abgezogen 461-31= 430cm2 effektive Objektivfläche 10" Newton

Bei einem Apo von sagen wir 15cm (15/2)^2xPi = 177cm2
mit 97% Reflektivität 177x0,97 = 172cm2 effektive Oberfläche Apo

Nur damits jeder der mitliest auch für sein Teleskop nachrechnen kann.
Der 150mm Apo kostet in der günstigen Version 5000.- der Newton 500.-
gibt aber auch teurere Newtons...
Ein 190mm Vollapo der am Planeten das leistet was der 10" Newton kann vielleicht 20000.-
Der braucht aber auch den entsprechende Montierung, weil der ist viel schwerer und länger
als der Newton, kann in f/5 nicht gebaut werden. Also nicht EQ6 sondern Fornax100 oder GM2000 oder 4000.
Ein 240mm Apo der soviel farbreines Licht sammelt wie der Newton.... auf Anfrage :D

Da ein Apo mit Zenitspiegel betrieben wird, hebt sich das mit dem Lichtverlust durch die Reflektivität Newton Fangspiegel auf.
Ich kann ja einen FS mit hoher Reflektivität nehmen. Ist aber eh peanuts.

Die Wirkung einer zentralen Obstruktion lässt sich sehr gut mit der Kontrastübertragungsfunktion (oder MTF)
darstellen, dabei kommt auch zum Vorschein dass der Kontrastverlust durch eine höhere Öffnung ausgeglichen
werden kann. Für Planetenbeobachtung gilt die Faustformel von William Zmek welche er in Sky&Telescope July 1993 veröffentlicht hat
als allgemein von den Beobachtern ausser Streit gestellt. Kann ich dir per mail zukommen lassen, hier darf ich nicht reinstellen
wegen copyright. Sie gilt für Hochauflösung von planetaren Details bei 20% Kontrastunterschied.

Sie besagt: Um einen Newton mit einem absolut perfekten (also komplett farbreinen) Apo zu vergleichen muss man
nur den Durchmesser des Fangspiegels von der Öffnung abziehen (linear).
Für den 10" Newton mit 63mm FS also 254-63 = 191mm

Die Airy Disk des 150mm Apos hat 1,86" Durchmesser, die des 254mm Newtons 1,10" (bei 550nm) er löst also entsprechend besser auf, aber
die 25% lineare Obstruktion des Newtons bewirkt dass 73% des Lichts in der Airy Disk landet und 18% im ersten Beugungsring.
Statt 84% und 7% beim idealen Apo. Diesen Kontrastverlust beschreibt die Zmek Formel.

Aus diesen Gründen, und in Übereinstimmung mit den beobachteten Tatsachen, kann ein 10" Newton bei Deepskybeobachtung
wesentlich mehr zeigen als ein kleinerer Apo. Es geht nur um die Lichtsammelkraft. Und er kann am Planeten soviel zeigen
wie ein 191mm Vollapo. Justiert und temperiert müssen natürlich beide sein, der Apo und der Newton.

Um die Wirkung von Abschattung und diversen Fehlern bei Hochvergrösserung am Stern zu simulieren, gibts ein kleines Programm,
gratis zum runterladen und Sterntest üben - Aberrator:
http://aberrator.astronomy.net/

ich hoffe dass wir da wo weiterführend diskutieren können, hier missbrauchen wir ein bissl den Thread vom Roman, SORRY Roman!

lg Tommy
PS: Ich hab gar nichts gegen Apos, habe selber 7 Stück davon die ich alle liebe und deren Vorzüge ich schätze :D
und nur 5 Newtons :roll:
nur um zu erklären warum viele Leute zu Newtons greifen.
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tommy_nawratil
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von tommy_nawratil »

hallo nochmal,

zur Planetenbeobachtung noch ein Nachsatz: Die Theorie gilt für perfektes Seeing,
in der Praxis haben wirs aber ständig mit wechselnd starker Luftunruhe zu tun.
Ein grosses Teleskop fängt mehr von diesen Turbulenzen ein, weshalb man die volle
Auflösung nicht so oft nutzen kann wie es wünschenswert wäre. Aus meiner Praxis
kann ich berichten, dass man mit einem 10" oft durch die Turbulenz in der Auflösung begrenzt ist,
man sieht also oft nicht mehr als mit einem 150mm Apo der weniger betroffen ist.
An den Tagen wo die Luft steht zeigt sich dann aber dass die Rechnung stimmt.

Insofern kannst dich mit deinem grossen Apo zurücklehnen, er zeigt dir meist was überhaupt drin ist :D

Bei Deepsky aber zählt das Lichtsammelvermögen um schwache Fuzzies wahrzunehmen, da
hat der Newton die Nase immer vorn.

In der Planeten (und Deepsky) fotografie kann man mit Schärfung die Wirkung der Obstruktion gut rausrechnen,
mein Jupiter mit 8" Newton zeigt in etwa das was der 9" Apo vom Dietmar Hager zeigt.

lg Tommy
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von Roman1977 »

Hallo alle zusammen.

Na ihr ward ja ganz schön fleißig heute. :D
Hab mich jetzt wieder bissi gefangt mit dem Kopfweh. :oops:

Wollte heute mal meinen Newton nachjustieren sowie Tommy es mir
geschrieben hat.
"Gut" alles aufgebaut.
Kaum war ich fertig, konnte ich es wieder abbauen.
Da der Wettergott der Meinung war das ich nichts machen darf.
Noch nicht einmal nach justieren.
Vieleicht hab ich am Wochenende mehr Glück.
Mal schaun.

Das Hobby werde ich natürlich nicht aufgeben.
Keine Sorge.
Ich bin schon zu süchtig danach, als das ich das aufgeben wolle.

Klar nervt es mich wenn dieses Teil dauernd verstellt ist.
Jeder weis das die Nächte immer Rarer werden.
Und da will man dann natürlich was machen und nicht stunden lang herum basteln.

Einmal zieh ich das jetzt noch durch das ich das vorher nach justiere,
vieleicht hat der Tommy "hoffentlich" recht und das ist die Ursache.
Wenn nicht.
Muss ich derweil damit leben.
Bis ich genügend Kleingeld zusammen habe.
Dan kauf ich mir auf jedenfall mal einen Apo.

Wenn ich es wenigstens soweit schaffen würde das die Eier Sterne kleiner würden,
dann würd ich natürlich auch sagen "pfeiff" drauf.
Aber derweil sind sie mir zu Groß bzw. zu lang.

Wie gesagt ich werd auf jedenfall diese vom Tommy empfohlene Nachjustierung durchführen.
Und dann schauma weiter.
Es kann nur besser werden.

Danke auf jedenfall euch allen hier für eure Ratschläge, Tips und Tricks ....
Mit soviel Hilfe werd ich das hoffentlich bald für immer gelöst haben.


Jetzt zur Aufnahme
Ich glaub das ich jetzt mit stolzem Gewissen sagen kann,
das ich gute Arbeit geleistet hab in Punkto EBV.
Ich meine wenn ich mir das fertig gestackte Bild anschau, und dann das fertige Bild.
Da fällt mir nur eines ein "Verdammt war ich gut".
Wenn man bedenkt das ich bis vor einem Jahr noch nicht mal wusste was Hintergrund abdunkeln, Nebel aufhellen usw ist.

Also ich glaub auf jedenfall das ich stolz auf mich sein kann.

Ich hoffe das bleibt so und ich kann euch endlich bald neue Aufnahmen zeigen.

LG

ROMAN :wink:

Hier das Final Bild und nochmal die Aufnahmedaten:
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von markusblauensteiner »

Jo, guat schauns aus! Bravo, so ist es ein schönes Bild!

LG, Markus
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Re: Doppelsternhaufen h und chi Persei (NGC 869 & NGC 884)

Beitrag von tommy_nawratil »

hallo lieber Reinhard,

"Du willst eben immer nur das hören bzw. sagen, was Dir gefällt."

Das ist natürlich ein ganz schlechter Eindruck den du von mir hast.
Was habe ich getan um den hervorzurufen? Reden wir da mal drüber, aber nicht unbedingt
hier in Romans Thread.

Ich bemühe mich sehr eine valide und fundierte Beratung zu machen, habe selbst ca. 20 Teleskope
verschiedenster Bauweise um zu wissen wie die in der Praxis funktionieren und damit ich aus
eigenem Erleben berichten kann, habe mir Optik Lehrbücher reingezogen und mir von der deutschen
Optikmafia die Wadln virerichten lassen, mache Interferometrie unter der Anleitung vom Alois Ortner
und erhalte relevante Resultate, und versuche offene Ohren zu haben und Argumente aufzugreifen
und nicht abzuschmettern. Ich pumpe die Leute nicht mit Theorie auf bis sie nichts mehr verstehen,
aber dass ein grosser Newton mehr Licht sammelt als ein kleiner Apo das ist simple Physik Grundlage.
Warum wohl gibts die Dobsonian Revolution?

Ich hab das Justieren von Newtons selber gelernt und nehme an dass das auch andere können wenn sie
nicht noch wesentlich patscherter sind als ich. Davon muss ich doch irgendwie ausgehen, oder?

Da war der Fall von einem der sich online einen f/4 Newton geholt hat, und drei Wochen später les ich im Forum
"sitze grad im Feriencamp in Schweden mit 100 Kindern, und seit zwei Tagen versuchen wir alle gemeinsam abends am Lagerfeuer
den Newton zu justieren, kann jemand helfen?" Darauf habe ich sehr schnell folgendes gemacht:
http://www.teleskop-austria.at/informat ... okular.pdf

Und sie haben es hingebracht, nicht perfekt, aber halbwegs, und Fotos gemacht. So what! Es ist bloss Geometrie.

Du hast deine eigenen Erfahrungen mit Newtons gemacht, und es hat dich nicht zufrieden gestellt. Es kann aber trotzdem sein
dass andere Leute sehr wohl damit zurecht kommen, diese Möglichkeit könntest du schon zugestehen. Ich bin immer sehr
vorsichtig bevor ich sage: "Das wird im Leben nicht funktionieren." Wir haben ja auch Fotografen hier wo es recht gut funktioniert.

Und nochmal: Ich empfehle ausdrücklich wenn es um den Einstieg in die Fotografie geht den Apo.
Newtons sind komplizierter zu beherrschen als Refraktoren, weniger familienfreundlich und kindertauglich.
Nur bieten sie ums gute Geld ein Mehrfaches an Licht, und ein farbreines Bild.

Und nochmal: Wenn jemand mit der Justage des Newtons Probleme hat, bitte kommen und fragen. Nicht lockerlassen
bis es funktioniert. Es ist wie Fahrrad fahren, kann mans nicht dann plagt man sich, kann mans dann fragt man sich was ist daran so schwierig.
Astrofotografie ist eine so komplizierte Sache mit wesentlich höheren Hürden die man nehmen muss.
Es ist keine Hexerei, nur Geometrie. Man muss es lernen dann dauert es fünf Minuten. Nicht länger, keine halbe Nacht.
Fangspiegel, Hauptspiegel, Kamera/Korrektor dran, Hauptspiegel nachregeln. Wenns dann nicht hinhaut ist irgendein Teil faul,
und das muss man checken und bereinigen. Ich helfe da gerne, solange es nicht in Justierwahn ausartet weil der Stern im Eck
nicht ganz perfekt ist. Das Angebot steht, man muss mich nur fragen.

Lieber Roman, sorry nochmal, wir hören jetzt damit auf!
Dein Bild gefällt mir jetzt viel besser, du hast wirklich ordentlich nachgelegt!

lg Tommy
Physik ist die Poesie der Natur..
arbeite fröhlich mit bei https://teleskop-austria.at
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