Hallo Gerald!
So, jetzt hab ich Zeit und schreib mir mal die Finger wund...
An dem ersten geposteten Bild fällt mir noch auf, dass der Hintergrund ziemlich dunkel ist, man sagt, klassisch sollte er Werte um 20-25 in allen Farbkanälen aufweisen - aber auch das ist nicht allgemein gültig.
Zweitens fehlt mir noch ein bisschen blau, M13 hat in den Außenbezirken einiges an blauen Sternen zu bieten.
Beides zeigt Reinhard in seiner Version, genau in die Richtung sollte es gehen.
Und nun zum eigentlichen Thema, Farbe / Sättigung / Luminanz einblenden.
Auch hier wichtig zu beachten - es gibt keine Kochrezepte, was bei einigen geht, klappt bei anderen wieder gar nicht!
Ich denke, die schlechteste Methode, mehr Farbe ins Bild zu bringen, ist einfach die Sättigung aufzudrehen - das wirkt schnell "overprocessed" und auch das Farbrauschen wird klarerweise bunter.
Probiers mal so:
Ganzes Bild duplizieren (=ein komplett neues Bild öffnet sich), dort die Hintergrundebene 2x duplizieren. Die erste Kopie bei den Blendmodi auf "weiches Licht", die zweite auf "Luminanz" stellen. Auf Hintergrundebene reduzieren. Strg A und Strg C kopiert es dir in den Zwischenspeicher, dann gehst du zum ursprünglichen Bild und fügst es ein Strg V. Dann beim Blendmodus auf Farbe stellen und eventuell die Deckkraft anpassen.
So wirds bunter, aber nicht verrauschter.
Sternfarben anheben:
Auswahl -> Farbbereich -> Lichter oder Mitteltöne -> Auswahl verändern -> erweitern -> 4 - 6 Pixel -> Auswahl verändern -> abrunden -> 2 - 3 Pixel (=Pixelzahl von erweitern durch 2).
Dann Bild -> Anpassen -> gleiche Farbe -> 150 oder so
Luminanz einblenden:
Da gibts wieder zwei "Lager":
Die einen sagen, die Luminanz und das RGB müssen sich, was die Helligkeiten angeht (Hintergrund,...) sehr ähnlich sein.
Die anderen sagen, das RGB darf ruhig um einiges heller sein als die Luminanz. So kann man nämlich, wenn man nach dem Drüberlegen der Luminanz bei der RGB-Ebene eine Tonwertkorrektur anwendet, die Farben noch intensiver machen. Ich persönlich halte mich an Aussage 1.
Also, du hast dein RGB geöffnet, es darf gerne etwas zu bunt sein. Das Farbrauschen im Hintergrund darf gerne schon etwas gelättet sein, bei Objekten mit neutralem Hintergrund rundherum (M 13) kann auch einfach die Sättigung im Hintergrund herausgenommen werden. Es sind eh keine farbigen Nebel da.
Dann kopierst du die Luminanz drüber und stellst die Deckkraft auf 30% (ca). Auf Hintergrundebene reduzieren, die Sättigung leicht anheben und mit einem Gausschen Weichzeichner (bei den Filtern) etwa mit 0,2 - 0,4 Pixel leicht weichzeichnen.
Wieder die Luminanz drüber legen und diesmal die Deckkraft auf etwa 70% stellen. Dann wie oben vorgehen. Zuletzt die Luminanz mit 100% einblenden.
Quelle der Idee: Stefan Heutz, Astro Kooperation.
Was auch geht, ist die Luminanz zwei mal mit 30 und ein Mal mit 40% einzublenden, macht von der Tiefe her keinen Unterschied. Bei mir ging das nicht, weil meine RGBs im 2x2 Binning belichtet waren und ich die Luminanz zu 100% brauchte für die Schärfe.
In letzter Zeit habe ich, nach Thomas Hennes Tip, die RGBs gerne mit Fitswork zusammen gebaut und als Tiff gespeichert. Dort auch ganz vorsichtig hochgezogen - Achtung, bei mir schaut das Bild in PS dann um einiges heller aus als in Fitswork.
So, nun ist hoffentlich endgültig alles unklar, bei Fragen kannst mich gerne kontaktieren! Und mit Reinhard hast auch eine sprudelnde Quelle bei der Hand!
LG, Markus