NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

DeepSky Fotografie - Präsentation eigener Astrofotos
Antworten
klausbaerbel
Austronom
Beiträge: 2414
Registriert: 25.02.2012, 13:46

NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

Beitrag von klausbaerbel »

Ich habe der Einfachheit halber mal nur die Bilder der ersten Nacht verarbeitet, weil ich versuchen wollte, wie ich mit Pixinsight dem grünen Inneren der Bilder beikommen kann.

Nach vielen Stunden rumprobieren ist nun das dabei herausgekommen und ich bin so ziemlich unglücklich damit.

Die Sterne haben sich aufgebläht, das grün in der Bildmitte ist zwar weg, aber dafür hat sich auch das rot etwas komisch verteilt und bildet mit dem Rest des grüns einen fleckigen Hintergrund.

Das Problem des grüns entsteht durch die Flats. Die Flatfieldfolie macht blaugrünes Licht. Ich habe mit den Farbkanälen der Flats rumexperimentiert um sie möglichst neutral weiß/grau zu bekommen.

Es hat zwar etwas geholfen, aber in der Mitte bleibt das Resultat einfach grün, während am Rand die Farben neutral aussehen.

Am Besten bin ich beim Speichern des Summenbildes in DSS gefahren wenn ich "Einstellungen einbetten aber nicht anwenden" gewählt habe.

Inzwischen bin ich auf dem besten Wege die Flinte ins Korn zu werfen.

Hat Jemand einen Vorschlag in welchem Winkel man am Besten mit dem Kopf auf die Tischplatte haut?

ISO 800
16x 210 Sek
8x 240 Sek
16x 270 Sek
Gesamt 9600Sek = 160Min = 2,66Std


Bild

In größer:
http://www.abload.de/image.php?img=ngc7 ... kdmu66.jpg

Gruß
Heiko
Benutzeravatar
tommy_nawratil
Austronom
Beiträge: 5940
Registriert: 13.06.2008, 10:34
Kontaktdaten:

Re: NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

Beitrag von tommy_nawratil »

hallo Heiko,

Kopf hoch, nicht in den Sand stecken! Du hast schon sehr grosse Fortschritte erzielt, und
auch dieses Bild zeigt sehr viel obwohl natürlich noch nicht perfekt. Dieser Nebel ist ein
schwaches und schwieriges Objekt und du als Einsteiger beisst dir da leicht ein bissl die Zähne aus.

DSS macht aus den Flats ein Graustufenbild, das auf alle Farben gleichermaßen angewandt wird.
Es ist im Masterflat keinerlei Farbinfo vorhanden! Diese Folie wird von vielen Leuten verwendet,
und keiner von denen hat jemals die Flats nach den Farben kalibriert. Ich denke an denen kann es nicht
liegen.

Dinge welche den Hintergrund einfärben sind natürliche oder künstliche Farbgradienten im Himmel,
sowie die Verwendung von Filtern (= künstlicher Farbgradient). Hattest du einen Filter drin?

Wenn du in Pix Insight die STF benutzt, probiere auch mal die Farbkorrektur nicht gleichmässig in RGB anwenden.
Dazu im Steuerkastl der STF oben links den Channel Link der RGB Kanäle ausschalten. Dann sollte der Hintergrund
neutral werden und nur die echten Gradienten übrig bleiben.
Die Verwendung der DBE in Pix Insight sollte dir die Gradienten recht gut vom Hals schaffen, gut ist
auch das Script gegen Canon Banding. Das macht die Streifen im Hintergrund weg.

Die Pix Insight Experten hier werden dazu mehr sagen können, ich habe ja nur an der Oberfläche des Programms
herumgefischt.

Aber auf keinen Fall Kopf auf Platte hauen, dazu hast du schon viel zu viel drin. Lieber noch ein Bier und milde lächeln,
manchmal bleibt nichts über als sich zwischendurch mal zu entspannen. Du lernst ja erst die Grundbegriffe der ganzen böhmischen Dörfer,
da gibts noch so viel zu entdecken. Das ist ein langer Weg bis die Bearbeitung so halbwegs hinhaut, aber immer
wenn man eine Kurve nimmt hat man gewonnen und Freude damit.

lg Tommy
Physik ist die Poesie der Natur..
arbeite fröhlich mit bei https://teleskop-austria.at
astroewi
Beiträge: 71
Registriert: 19.04.2010, 20:51
Wohnort: Obersteiermark

Re: NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

Beitrag von astroewi »

hallo Heiko,

kann mich der aussage von Reinhard nur anschließen. meines erachtens experimentierst du an zuvielen ecken und enden. anstatt erstmals nur die probleme mit der hardware in den griff zu bekommen (flats ect.) machst du dir nun das leben auch noch mit pixinsght schwer. irgendwie fehlt da bei dir das systematische analysieren und abarbeiten der fehler analog dem workflow: aufnahme - stacken - weitere ebv, denn wenns bei der aufnahme schon hapert wirst auch mit der besten ebv nix zusammenbringen!!!

ich fotografiere jetzt seit 3 jahren, habe mit der minimalvariante lxd75 + 6" newton begonnen - einfach die eos an den oaz dran und bis zu 90 sec. belichtet. Die einzelframes mit einem einfachen stackingprogramm überlagert und in ps nur die gradation aufgezogen.
und soll ich dir was sagen: ich hab mich wahnsinnig darüber gefreut über das was ich auf den bildern draufhatte, auch wenn mich heute das grausen packt. :D

sukzessive hab ich dann mein equipment ausgebaut, vom laptop zur nachführkontrolle (der mittlerweile mit einem triple betriebssystem läuft: vista, xp, linux) über die modifizierung der eos bis zum offaxisguiding und mittlerweile einer neq6 mit 10" newton.
aber ich habe mich immer an meinen grundsatz gehalten: bringe zuerst die probleme mit der hardware (montierung und teleskop) und den aufnahmegeräten in ordnung danach nimm dir das stacking vor und wenn das alles stimmt optimiere die weiterführende ebv. jedoch bei der ebv bin ich noch meilenweit von den profis hier im forum entfernt, aber wenn man dann mal 2 jahre alte rohbilder neu bearbeitet und den unterschied sieht merkt man erst was weitergeht. :D

wobei du an photoshop nicht dran vorbeikommen wirst. es muss ja nicht die aktuelle version sein. mittlerweile dürfte es cs5 oder cs4 relativ preiswert am gebrauchtmarkt geben.

eine relativ einfaches setup für gute bilder ist: phd zur nachführung, eos dithermaster zum dithern, dss zum stacken, ps für die ebv. (natürlich unter der voraussetzung von ausreichend subframes, flats, darks)

ich würde es mal mit diesen programmen versuchen, erst wenn es damit gut funktioniert würde ich mich an komplexe programme wie theli oder pixinsight heranmachen. denn wenn es dich dann mal frustriert kannst du immer auf den funktionierenden workflow zurückgreifen. ich mach es jetzt grad mit theli so.

also in diesem sinne: kopf hoch und nicht aufgeben.

lg, Ewald
klausbaerbel
Austronom
Beiträge: 2414
Registriert: 25.02.2012, 13:46

Re: NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

Beitrag von klausbaerbel »

Hallo Tommy,

Ja, der Nebel ist schwierig. Inzwischen denke ich, es gibt keine leichten Objekte. Bei hellen Objekten wie M31 habe ich auch erfahren, daß es für Anfänger zu schwierig ist.

Ich habe keine Ahnung welche Objekte einfach sind und welche nicht. Bisher habe ich wohl nur schwierige Objekte erwischt. M52 war ja auch nicht einfach, wie man am fehlenden Bubblenebel sieht.

Mir ging es in erster Linie darum den Grünstich zu beheben, der sich beim Stacken und Verwendung der Flats ergibt. Wenn ich die Flats nicht mitstacke ist auch kein Grünstich im Bild.

Für das NGC7380 Bild habe ich insgesamt 2 Nächte 6 Stunden belichtet. Das Bild hier ist nur das aus der ersten Nacht, weil das stacken der 60 Bilder aus beiden Nächten 2 Stunden dauert.

In der ersten Nacht hat die Hardware einwandfrei funktioniert. In der Zweiten hat mir die Hardware einen Streich gepielt und auf einigen Bildern, wie Du weißt, die Sterne verzogen und alle Bilder in einer Richtung verschoben. Beim stacken beider Nächte bleibt deswegen nur ein kleiner Cropausschnitt übrig.

Der Grünstich hängt definitiv an den Flats. Ich kann die Stärke des Grünstiches durch Änderung der Flats beeinflussen.

DBE bringt den Grünstich auch nicht weg. Er wird etwas milder und die Ränder der ehemaligen Vignette gleichen sich dem Gesamthintergrund an.
Colour Calibration mildert nochmals ein wenig den Grünstich, der dann zusätzlich einen Rotanteil abbekommt. Und das ist dann nur in der Bildmitte. In Bereichen der ehemaligen Vignette ist der Hintergrund eher bläulich.

SCNR bringt dann nochmal ein ganzes Stück mehr grün weg. Macht den inneren Bildbereich dann mehr rotfleckig.

Ich bin da wirklich am Haare raufen. Ich habe die Bilder inzwischen bestimmt 10 Mal komplett von vorne durch die Magel gedreht. Das Ergebnis bleibt fast immer das Gleiche. Eben so wie das Bild oben.
Wenn ich die Flats weglasse entfällt das Problem. Dazu bin ich inzwischen fast geneigt.

Bei der Aufnahme hatte ich keinen Filter verwendet.

Leider!
Denn in der 2. Nacht hatte ich den IDAS Filter verwendet und da ist der Grünstich fast nicht vorhanden. Dafür sind in den Lights die Farbkanäle beisammen, während ohne Filter die Farbkanäle über einen großen Bereich verteilt sind. Wobei in den Lights ohne IDAS rot extrem dominiert.
Mit IDAS Filter sieht man den Nebel in den Lights schon sehr deutlich. Ohne IDAS ist der Nebel fast nicht sichtbar.

Das mit dem Bier hatte ich Gestern Abend dann doch wenigstens intuitiv richtig gemacht. Scheint ein angeborener Urinstinkt zu sein.
Und bevor mir dann doch mal der MGEN aufgeht und die ungarischen Maschinisten Händewedelnd durch den Garten flitzen werden alle Befestigungen der Monti nochmals geprüft. Sowie bei verzogenen Sternen sofort das Polaralignment neu gemacht.

Hallo Reinhard,

Ich hatte ja M52 genau so, wie Du vorgeschlagen hast, mit Deinen Angaben in 2 Nächten aufgenommen. Insgesamt 5 Stunden Belichtungszeit ohne Filter.

http://www.astronomieforum.at/viewtopic.php?f=4&t=5219

Bias, Flats und Darks sind bei M52 und NGC7380 sauber gemacht.

Und genau bei M52 ist der Grünstich zum ersten Mal ins Auge gestochen.

Du hattest mir damals geschrieben, ich solle die Aufnahmen so machen, wie Du es sagst, dann sehen wir weiter.

Das habe ich gemacht. Das Bild ist da und ich mit meinem bescheidenen EBV Latein am Ende.

Die Ratschläge, die mir in dem Thema gegeben wurden hatte ich bereits bei der Bearbeitung gemacht, weil ich das Bild nach dem Vincent Peris Tutorial bearbeitet hatte und diese Schritte darin enthalten waren.

Mehr Hilfe habe ich nicht erhalten und versuche nun mich irgendwie durchzufragen, bzw mit Durcharbeiten diverser PI-Tutorials Rat zu bekommen.

Zum PS hatte ich vor längerer Zeit mal eine Frage gestellt:
http://www.astronomieforum.at/viewtopic.php?f=30&t=4368

Dort wurde mir folgendes von erfahrenen Astrofotografen geraten:

Die Einarbeitung in PS und PI ist gleich schwer. Beide Programme sind sehr unterschielich in der Handhabung von daher lieber gleich auf PI setzen, weil es für die Astrobildbearbeitung extra geschaffen wurde.



Hallo Ewald,

Probleme mit der Hardware habe ich eigentlich nicht mehr, bis auf die ganz normalen Unfälle, die jeder hier mal hat.

Fokus passt, EQ6 Einnordung haut hin, MGEN haut hin.

Problem ist derzeit die richtige Belichtungszeit der Einzelbilder und die EBV.

Oder was genau meinst Du damit, daß es bei mir an der Hardware hapert?

Wo liegt der Unterschied, ob ich mir das Leben der EBV mit PS oder PI schwer mache? PI soll besser für die Astrobildbearbeitung geeignet sein als PS. In einen sauren Apfel muß ich ja irgendwann beissen. Das möchte ich nach Möglichkeit nur einmal machen und nicht nochmal, wenn ich von PS auf PI umsteige. Zumal ich es nicht einsehe 800Euro für PS auszugeben. Das ist für das Programm einfach zu viel Geld, um nicht zu sagen unverschämt.

Warum noch ein Programm zum nachführen und dithern? Das macht doch eigentlich der MGEN. Nun bin ich doch etwas verwirrt.

Gruß
Heiko
klausbaerbel
Austronom
Beiträge: 2414
Registriert: 25.02.2012, 13:46

Re: NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

Beitrag von klausbaerbel »

Hallo Reinhard,

Ich kann per Mail nur max 20MB große Dateien verschicken. Die CR2 sind jeweils über 20MB groß.

Ich könnte alle Daten auf eine DVD brennen und Dir schicken, wenn Du mir Deine Postanschrift auf meine Mailadresse oder per PN schickst.

Welche Kameradaten brauchst Du außer dem Modell? Die würde ich als Textdatei mit auf die DVD brennen.

Gruß
Heiko
Benutzeravatar
tommy_nawratil
Austronom
Beiträge: 5940
Registriert: 13.06.2008, 10:34
Kontaktdaten:

Re: NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

Beitrag von tommy_nawratil »

hallo Heiko,

ja, du kämpfst an meherern Fronten und überall gilt es Verfahren zu erarbeiten und Probleme zu beseitigen.
Kann dich beruhigen, das ist ganz normal und wird in gewisser Weise immer so sein, auch wenn die Bilder
schon super aussehen. Als ich angefangen habe war es genauso.

Gehen wir das Problem mit den Flats an - wenn ich einmal mit und einmal ohne Flats stacke sehen die Farben
in PI genau gleich aus, nur die Vignette ist einmal da und einmal nicht. In der STF habe ich das Kästchen
mit RGB Link deaktiviert. sonst ist bei beiden Bildern alles Rot wegen meiner umgebauten DSLR.
Also kann es nur am DSS liegen, die Flats dürfen die Farbe nicht verändern. Ich schlage vor dass du nochmal
die Einstellungen beim DSS durchgehst, und eventuell auch mal einen anderen PC/Laptop zum Stacken verwendest.

RAW/FITS Einst.: RAW - alle Farben auf 1.000 nur AHD angeklickt sonst ALLES AUS
FITS - ALLES DEAKTIVIERT

Stacking Parameter (Einstellungen - Stacking Einstellungen)
Ergebnis: Standard Modus auswählen SONST NICHTS ANHAKEN (ausser alle Prozessoren verwenden)
Lights: Kappa-Sigma Clipping - Kappa 2 Wiederholungen 5 - Hintergrund Kalibrierung: pro Kanal
Darks: brauchen wir nicht dank MGEN, aber wenn du welche verwendest -
Kappa-Sigma Clipping - Kappa 2 Wiederholungen 5 - Hotpixel entfernen und Dark Optimierung angehakt
Flats: Median Kappa-Sigma - Kappa 2 Wiederhol 5
Bias: Verwende ich nicht: Kappa-Sigma - Kappa 2 Wiederhol 5
Ausrichtung: Automatisch
Zwischenbilder: als TIFF speichern, sinst nix
Kosmetik: gar nichts anhaken
Ausgabe: Ausgabedatei erstellen anhaken, Autosave.tif und nummerieren und im Referenzordner

Diese Autosave.tif dann in PI einladen. STF aufrufen und RGB Link deaktivieren. Dann auf das A klicken (Automatik).

Mach mal alles nach diesem Rezept!
Wir wissen dass manche PCs kompletten Topfen (=Quark, Käse) ausgeben weil ihre Prozess-Struktur fehlerhaft ist,
darum bitte auch mal mit einem anderen PC ausprobieren. Auf diese Weise MUSS es funktionieren, es ist 100x erprobt.

Noch was zur Farbkorrektur: Du hast solange mit dem Grünstich gekämpft bis dein Bild komplett an Rot verloren hat und
Blau die weitaus dominante Farbe geworden ist. Grünliegt jetzt in der Mitte, aber die Balance stimmt nicht. Wir brauchen
einen im Durchschnitt NEUTRALEN Hintergrund.

Wenn du in PI übers Bild fährst werden dir unten die RGB Werte angezeigt, daran kannst du dich orientieren.
Wenn ich dein jetziges Bild einlade, steht da für den Hintergrund so in etwa (man muss immer ein bissl rumfahren
weil die Werte der Pixel sehr streuen können, man braucht aber einen Durchschnitt)

R 0,0627 G 0,1333 B 0,1725

Das sind die Helligkeiten der jeweiligen Farbanteile im echten Bild, also ohne STF (die ja eine Vorschau ist).
Dein Bild hat also einiges mehr an Blau im Vergleich zu Grün oder gar zu Rot, da ist am wenigsten im Hintergrund.

Jetzt öffne ich Process - Histogram Transformation
Ich definiere eine Vorschau (Preview) mit viel Hintergrund.
Im Histogrammkästchen kann ich unten links das Symbol für die Vorschau aktivieren dann sehe ich direkt was ich mache.
Wir haben zuwenig Rot, also klicke ich auf das Rote Kästchen und packe den Mittenregler und ziehe ihn nach links.
Du siehst wie die rote Farbe verstärkt wird, und wir stellen Rot auf etwa 0.37 - die RGB Werte untensind eine Hilfe
Dann haben wir zuviel Blau, also klicke ich aufs blaue Kastl im Histo und ziehe den Mittenregler nach rechts auf etwa 0.545

Dann wenden wir das Histo auf das ganze Bild an und haben nun im Durchschnitt etwas gleiche RGB Werte im Hintergrund.
Der Nebel hat durch die Verstärkung von Rot sehr stark an Leuchtkraft gewonnen.

Das ist eine grobe Farbkorrektur, Feinheiten kann man dann mit der Gradation machen, auf dieselbe Weise.

nun mal los, wir lassen dich nicht im Stich!

lg Tommy
Physik ist die Poesie der Natur..
arbeite fröhlich mit bei https://teleskop-austria.at
astroewi
Beiträge: 71
Registriert: 19.04.2010, 20:51
Wohnort: Obersteiermark

Re: NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

Beitrag von astroewi »

hallo Heiko,

mit dem einfachen setup wollte ich nur ein beispiel geben wie sowas aussehen kann!!!
wenn mit deinem equipment soweit alles funktioniert bist eh schon sehr weit :)

was jetzt pixinsight betrifft kann ich dir nicht weiterhelfen, ich hab nur mit der testversion mal rumgespielt - war mir dann aber zu aufwendig und hab mich theli zugewandt. somit habe ich keinen vergleich von pi mit ps, ich ziehe aber meinen hut vor dir wennst mit pi alleine das auslangen findest.

für photoshop über 800 € auszugeben ist schon heftig, da muß ich dir beipflichten. da meine tochter studiert, konnte ich die student and teacher version für 200 € nehmen.
vielleicht gibt es in deiner familie auch studenten oder lehrer?

lg, Ewald
Benutzeravatar
markusblauensteiner
Austronom
Beiträge: 5496
Registriert: 21.07.2009, 01:43
Wohnort: Ampflwang
Kontaktdaten:

Re: NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

Beitrag von markusblauensteiner »

Hallo Heiko,

tja, irgendwie warst du schon mal weiter kommt mir vor, aber den Kopf nicht hängen lassen, du bekommst das auf die Reihe!
Die Einarbeitung in PS und PI ist gleich schwer. Beide Programme sind sehr unterschielich in der Handhabung von daher lieber gleich auf PI setzen, weil es für die Astrobildbearbeitung extra geschaffen wurde.
Da bin ich mit schuld und stehe dazu. :D Es gibt nichts, was PI aus einem Bild rausholen kann und PS nicht und umgekehrt. Nur die Wege zur Darstellung dessen, was in den Daten steckt sind unterschiedlich.

@Ewald,

am Anfang, wo Heiko jetzt steht, muss man halt mal EIN professionelles Programm lernen. Ob man bei PS oder bei PI wie der Ox vorm Berg steht, ist letztlich egal. So wirklich intuitiv ist keines der beiden. Es gibt schon einige, deren PI Ergebnisse man von denen aus PS nicht auseinanderkennt, bloß dass PI halt einen Bruchteil kostet.

Heiko, mein TeamViewer Angebot steht immer noch.

LG, Markus
Benutzeravatar
Mostschädel
Austronom
Beiträge: 268
Registriert: 23.08.2010, 23:54
Wohnort: Ebreichsdorf
Kontaktdaten:

Re: NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

Beitrag von Mostschädel »

Hallo Heiko!
Deine Original-M52 Daten konnte ich mir mittlerweile ansehen und
die ersten Bearbeitungsschritte im PixInsight damit machen.

Grundsätzlich sind die Flats, Bias, Darks o.k.!!
Das Bild wird schön glatt und ohne Farbstich. Nur, wie schon erwähnt ISO 400 war zuwenig
um die Nebelanteile besser zur Geltung bringen zu können.

Anbei ein Link zu Deinem M52 Mit PixInsight vorläufig bearbeitet mit vorläufigem Histogrammstretch
um zu zeigen dass Dein Bild keinen Farbstich bzw Gradienten nach der Basisbearbeitung zeigt.
http://www.werbeagentur.org/oldwexi/fot ... sample.jpg

Bearbeitungsschritte mit PI:
Kalibration Bias, Dark, Flat
Debayer
Registration
Integration mit Linear Fit (Spezielle Sigma Funktion von PI)
Crop Ränder weg
Background Neutralization
ColorCAlibration
Gradienten Entfernung mit DBE
Deconvolution mithilfe von Starmask
Temporärer Histogrammstretch

Der Bubble kommt schon etwas deutlicher, ich habe das Bild etwas stark fürs Zwischenergebnis gestreckt.
An den Sternfarben und weiterem vorsichtigen Stretchen arbeite ich noch.

Das Zwischenergebnis nur anbei um Dich zu beruhigen dass Du auf dem richtigen Weg bist
wenn Du mit PI weiterlernst! Deine Flats Darks und Bias waren für PI kein Problem!

Die Bearbeitung in PI habe ich und werde ich weiter als PI-Projekt abspeichern. Damit kannst
Du jeden einzelnen Bearbeitungsschritt mit allen Parametern nachvollziehen. Eine Screencopy Dokumentation der
einzelnen Bilder und Bearbeitungssschritte habe ich auch schon und werde diese wie gesagt noch erweitern.

Übrigens meine Gratulation zum NGC7380!!! Für eine unmodifizierte DSLR ist das ein meiner Meinung nach
hervorragendes Ergebnis und noch dazu in der Lernphase der Bildbearbeitung!!

Aufnahmetechnisch hast Du auch beim M52 alles richtig gemacht, außer die ISO400.
Länger belichten und ISO 800 wird die Nebel noch besser bringen.

Dein Fortschritt ist bemerkenswert. Ich habe Jahre gebraucht um solche Ergebnisse zu erzielen.
Ich hatte es aber auch schwerer denn ich musste mit dem damaligen SofwareSalat arbeiten,
da PixInsight damals noch nicht vorhanden war.

Deine Objektwahl finde ich ebenfalls hervorragend!
Aloha
Gerald
klausbaerbel
Austronom
Beiträge: 2414
Registriert: 25.02.2012, 13:46

Re: NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

Beitrag von klausbaerbel »

Mahlzeit zusammen,

Ich bin ganz begeistert, daß so reichlich und hilfreich geantwortet wurde und Ihr mich nicht hängen lasst.

Als ich gestern die ersten Antworten las, war ich schon mitten drin. Komplett von vorn alle Bilder gestackt und tief in PI versunken.

@Tommy

Ich fürchte auch, daß der Grünstich von DSS erzeugt wird. Das M52 Vorabbild von Gerald, der ja mit PI gestackt hat weist eindeutig darauf hin.
Beim nächsten Versuch werde ich die Einstellungen von DSS nach Deinen Vorgaben nehmen, sofern sie davon abweichen. Deine Bisherigen Einstellungsangaben zu DSS sind ja schon enthalten.

Wenn dann noch immer der Grünstich da ist, werde ich mal meine Frau fragen, ob ich mal ihren neuen Laptop dafür missbrauchen darf, um mal auf einem anderen PC zu stacken.

Vielen Dank für Deinen Tip, wie ich in PI die Farben kontrollieren kann. Das hat mir Gestern doch sehr geholfen die Farben möglichst geilchmäßig zu halten.
Wobei es wirklich schwierig ist, denn wie Du schreibst ist das nicht so einfach ein Mittel zu finden, wenn man über das Bild fährt.
Ich hoffe, ich habe es einigermaßen getroffen.
Dabei ist mir Gestern noch eingefallen, daß der NGC7380 Nebel im Bild ja nur das Zentrum ist und fast das ganze Bild durch den eigentlichen Nebel, der durch zu kurze Belichtungszeit im Hintergrund aufgeht, bedeckt ist.
Insofern ist es noch schwieriger blanken Hintergrund zu finden, ohne dabei Nebelfarben als Hintergrund anzunehmen.

@Ewald

Einen Schüler oder Studenten kenne ich leider keinen. Mit PI habe ich mich inzwischen schon ein ganz klein wenig angefreundet. Ich bleibe daher bei PI.
Ich bin auch mal gespannt, ob und wann ich mit PI soweit zurecht komme um was aus dem Hut zu zaubern.
Ich bleibe geduldig dran, auch wenn ich manchmal in die Tischplatte beissen könnte.

@Markus

Ja, ich war da schonmal etwas weiter. LOL.
Irgendwie ist es schon ein wenig Berg und Talfahrt beim Lernprozess. Solange die Lernkurve noch ansteigt sehe ich das mal noch relativ gelassen.

Teamviewer darf nicht auf ihren PC, sagt meine Herzallerliebste. So ist das, wenn man sich an dem Besitz Anderer vergreift.

@Gerald

Vielen Dank für Deine große Hilfe und das Lob. Das macht mir wirklich Mut.

Nun weiß ich, daß DSS ein Problem ist, was ich noch lösen muß, solange ich noch ein 32bit System habe und nicht mit PI stacken kann.

Zu Deinem Workflow habe ich Fragen.

Du machst DBE nachdem Du BN und CC gemacht hast. Was ist der Vorteil nicht DBE zu erst zu machen, wie in dem Tutorial? Mache ich eventuell Farben kaputt, wenn ich DBE zu erst durchlaufen lasse?
Was ist Debayer?

@Reinhard

Danke für Deine Kritiken und Ratschläge. Die sind mir immer willkommen, weil Du auch dazu schreibst in welcher Richtung ich verbessern kann.
Ich bleibe jetzt bei PI. Inwischen fange ich an das Programm ein wenig zu verstehen.

Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen mit geringer ISO Zahl möchte ich gerne auf ISO800-1600 gehen. Kürzere Belichtungszeiten in den Einzelbildern vermindern das Risiko eierige Sterne bei nicht exakter Einnordung zu bekommen, wie es mir am 18. passiert ist. Ich fand es sehr ärgerlich wenn 11 Minuten Belichtungszeit für die Katz sind. Und viel Belichtungszeit dann noch für die Darks drauf geht.

Ob ich dann die EBV in den Griff bekomme muß ich mal sehen. Ein harter Brocken ist die EBV ohnehin.

Mich wirklich an Beginn so festlegen kann ich mich da noch nicht ganz endgültig.



So, nun das Ergebnis meiner redlichen Bemühungen von Gestern.

17.08.2012
ISO 800
16x 210 Sek
8x 240 Sek
16x 270 Sek

18.08.2012
ISO 800 + IDAS Filter
24x 540 Sek

Bild

In Groß:
http://www.abload.de/image.php?img=ngc7 ... bwmsyz.jpg

Gruß
Heiko
Benutzeravatar
Roman1977
Austronom
Beiträge: 1815
Registriert: 29.02.2012, 22:06
Kontaktdaten:

Re: NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

Beitrag von Roman1977 »

Hallo Heiko

Also so schlecht finde ich deine Aufnahme jetzt nicht.

Was die Belichtungszeiten angeht.
Ich war auch so wie Du.
Ständig Belichtungszeiten ändern, ISO ändern und und.
Das mach ich heut auch nimmer.
Da haben die anderen schon recht.
Ich mach nur meine Zentrierbilder mit ein paar Sekunden.
Verwende ich aber nicht beim stacken..
Wenn das Objekt zentriert, sprich in der Mitte ist.
Mache ich meine Aufnahmen
Hab meinen MGEN mittlerweile auf 25 Frames eingestellt und die Belichtungszeit auf 10 Minuten.
Die ISO bewegt sich bei mir immer zwischen 400 und 800.

Was die Programme angeht, finde ich ist es egal mit welchen Du arbeitest.
Anfangs ist jedes Programm ein Horror.
Egal wann ich da Anfang damit.
Hätte ich PixInsight gehabt hätte ich auch damit angefangen..
So hab ich mit PS angefangen.
Man arbeitet sich da eh hinein.
Es braucht halt etwas Zeit
Das selbe wird mit PI sein.

Ich bekomme PI zum Burtzltag, da werde ich dann
mit Sicherheit auch nicht gleich ne Meisterleistung hinlegen.

Lass auf keinen Fall den Kopf hängen, Heiko !!! :wink:
Du machst das schon.
Wie gesagt deine Aufnahmen sind schon einmalig.
Bleib drann auch wenns manchmal noch so nervt.


LG

Roman

PS: Ich habe im DSS auch immer "Einstellungen einbetten aber nicht anwenden" gewählt.
Seitdem Du aber das geschrieben hast, hab ich mal das andere versucht "Einstellungen für das gespeicherte Bild übernehmen".
Jetzt kann ich nur sagen Wooooow.
Wahnsinn was da dann in dem Bild drin steckt.
Ich musste jetzt nicht mehr soviel bearbeiten.

Den Unterschied siehst Du jetzt hier :
http://www.astronomieforum.at/viewtopic.php?f=4&t=5326

Edit:

Das hat sich jetzt geschnitten.
Die Aufnahme sieht ja jetzt einmalig aus.
Sieht Du, du kannst es doch :wink:

LG

Roman
LG & CS
Roman

********************************
https://www.sternfanatiker.com

Bild
klausbaerbel
Austronom
Beiträge: 2414
Registriert: 25.02.2012, 13:46

Re: NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

Beitrag von klausbaerbel »

Hallo Roman,

Danke, daß auch Du mir Mut zusprichst.
Nach dem Ergebnis von Gestern und Euren Worten fällt mir das auch wieder leichter.

Eigentlich hatte ich ja vor eine fixe Belichtungszeit zu nehmen. Bei den ersten Aufnahmen war es noch recht hell und im Laufe der Nacht konnte ich länger belichten.
Wie ich durch Geralds Tip festgestellt habe lügt mich die EOS an, wenn ich das Histogramm in der Kamera aufrufe.
Die EOS zeigt das Histogramm schon weit über der Mitte an. Die CR2 sind in DSS und PI aber noch total dunkel.
Das heißt, ich kann locker doppelt so lange pro Bild belichten oder mit der ISO Zahl rauf gehen, wenn ich nicht bei 20min Belichtungszeit landen will.

Schwierig wird dann die Orientierung, wie lange ich belichten kann, wenn ich das EOS Histogramm nicht nutzen kann. Da werde ich mich an die Daten der erfahrenen DSLR Fotografen halten und die versuchen umzurechnen. Beim nächsten Mal warte ich dann das Ergebnis ab und passe ggf an.

Dann hatte ich in der ersten Nacht ohne Filter und in der Zweiten mit IDAS Filter aufgenommen.

Ohne Filter sind die Farbkanäle weit auseinander. Mit Filter sind sie dicht beisammen. Deswegen möchte ich gerne den Filter verwenden und entsprechend länger belichten.

Lustigerweise hatte ich das Bild von Gestern mit Deinen Einstellungen (Änderungen einbetten und nicht übernehmen) von DSS verarbeitet. In DSS kann man schon das Bild sättigen und die Kurve anpassen. Ob das dann Daten zunichte macht weiß ich nicht, kann es mir aber vorstellen.
Wenn ich die Daten nur einbette aber nicht anwende habe ich sehr wenig Farbe im Bild. Die dann mit PI wieder hervor zu holen, ohne dabei den Hintergrund fleckig zu machen ist mir noch nicht gelungen.

Da bin ich ja mal gespannt, wie Du mit PI zurecht kommst. Dann sind wir Leidensgenossen.

Wann machst Du denn Deine Darks, wenn Du gleich 25 Bilder machst?

Ich mache 2-6 Bilder und dann 1-2 Darks. Je nach Belichtungszeit, bis ich 10 Darks zusammen habe.

Und ich fokussiere alle halbe Stunde nach. Der Fokus verschiebt sich bei mir im Laufe der Nacht.

Gruß
Heiko
Benutzeravatar
Roman1977
Austronom
Beiträge: 1815
Registriert: 29.02.2012, 22:06
Kontaktdaten:

Re: NGC7380 vom 17.08.2012 mit Pixinsight

Beitrag von Roman1977 »

Jeeep Heiko.

Am 23. Oktober sind wir Leidensgenossen :lol:
Dann darf ich mich mit PI abquählen :wink:

Hab zwar schon Darks gemacht.
Bisher hab ich die aber glaub ich nur einmal in einer Aufnahme verwendet.
Irgendwie bin ich da einfach zu faul dazu :?

LG

Roman

PS: ich fokusiere einmal, und wenn sich's nicht verstellt dann bleibt das so.
Is das Teleskop erst einmal aufgestellt, will ich es so wenig wie nur möglich angreifen, damit
ja nichts verstellt wird.
LG & CS
Roman

********************************
https://www.sternfanatiker.com

Bild
Antworten