Hallo Tommy, hallo Roman!
Vielen herzlichen Dank auch an euch, ich fereu mich immer wenn die Bilder Gefallen finden!
Tommy, rauschmäßig ist es bei mir hart an der Grenze, vielleicht schau ich noch mal ob ich den HG glatter bekomme ohne die 22.9 mag zu killen! Recht hast du auf jeden Fall, mehr darf nicht mehr sein! 10 Minuten und mehr pro Einzelbild wären sicher besser gewsen, jedoch hardwaremäßig nicht möglich.
Roman, nun zu dir!
Die Ringerl im Rohbild sind Staubkörner, in diesem Fall liegen sie am Deckglas des Chips. Da sind sie VOR dem Fokus, daher werden sie unscharf, als Ringe, abgebildet. Auch Staub auf den Filtern bildet sich ab, als noch größere Ringe, weil weiter weg vom Fokus (wenn du einen Stern defokussierst, wird er auch größer).
Das schaut jetzt schlimm aus, ist es aber nicht. Denn der Helligkeitsunterschied zwischen den schwarzen Ringen und dem Rest ist nicht sehr groß, er wird hier übertrieben dargestellt. Der Himmelhintergrund im Bild hat etwa 2000 ADU (ADU= Helligkeitswerte: 0= schwarz, 65000 und a paar Zerquetschte = weiß), der schwarze Ring rechts oben hat 1972 ADU, also nur 28 ADU weniger.
Korrigieren kann man das mit Flats. Die sehen dann genau aus wie das Rohbild, nur eben ohne Objekte, nur mit dem Staub. Die Programme diviedieren dann das Rohbild durch das Flat, über bleibt ein Rohbild ohne Ringerl. Hast du noch Vignettierung im Spiel, wird auch die korrigiert.
Man könnte die Bilder sogar mit diesen Ringen verwenden, weil die Helligkeitsunterschiede so gering sind, dass man sie nicht merken würde. Sobald man aber beginnt, die gestackten Bilder zu strecken, also die Tonwerte aufzuspreizen (Gradationskurve!), werden sie sichtbar. Man könnte also ohne Flat keine tiefen Bilder machen, weil man die Daten nie so stark strecken könnte.
Bei einer DSLR schaut das ein bissal anders aus, vor allem wenn kein Clipfilter verwendet wird. Die meisten haben ja eine Sensorreinigung, da werden die Staubkörndln einfach abgeschüttelt - man hat also eher keine solchen Ringe im Bild. Da braucht man die Flats eher wegen der Vignettierung, die oft auftritt.
Zu den Sternströmen:
Die sieht man hier nordöstlich von M63, ein großer Bogen, größer als sie eigentliche Galaxie. Er erstreckt sich unterhalb der Linie "heller Stern links außen" und "heller roter Stern oberhalb der Mitte". Auch rechts neben M63 sieht man zwei so "Auswüchse", im invertierten Bild mit Pfeilen markiert, da sieht man auch den nördlichen Bogen recht gut.
Auch das "Flauschige" um die strukturierte Galaxie sind solche Gezeitenphänomene.
Solche Sternströme entstehen idR durch enge Begegnungen von Galaxien. Andere Beispiele sind Ngc 5907, Ngc 3521. Dabei wird eine riesige Anzahl an Sternen aus der Galaxie herausgerissen, jedoch reichen die Kräfte oft nicht aus, sie ganz aus dem Gravitationseinfluss der "Muttergalaxie" zu entreißen. Sie bilden dann solche Strukturen, meist Bögen oder Fortsätze (Ngc 3628 im Leo-Triplett).
Bei M63 ist man sich nicht ganz sicher, wer denn der Verursacher, also der Gegner im Duell war, da dummerweise keine andere Galaxie in der "Nähe" ist. Diese sollte dann eigentlich auch gestört sein. Ich habe gelesen, dass man auf M51 tippt, aber sicher ist es nicht.
Es kann auch sein, dass M63 den Gegner zerissen hat und dessen Sterne nun die Streamer bilden - so wie es auch unsere Milchstraße vermutlich mit Zwerggalaxien macht.
Oft regen solche Begegnungen die Sternentstehung in den Galaxien an, es ist also zumindest für die Überlebende nicht unbedingt schlecht, bis auf das zerrupfte Aussehen.
LG, Markus