Hallo Michael,
auf die Farben spiele ich gar nicht an - man könnte monieren, dass bei den Sternen praktisch nur gelb vorkommt, aber, das war nicht der Punkt.
Schau dir dein Bild mal auf Astrbin in der vollen Auflösung an. Auf den ersten Blick dachte ich "ups, da sind aber viele Galaxien in Kantenlage". Bis der zweite Blick offenbart, dass das (teils) zusammengebackene Sterne sind. Da ich den kleinen Bruder des Teleskops habe, weiß ich, dass die Auflösung nicht das Problem ist.
Dann drehe die Sättigung auf und du wirst unschwer erkennen, dass links der Galaxie ein großer blauer Fleck ist, danach kommt ein halbwegs neutraler Ring und danach setzt sich in die Ecken wieder überwiegend blau durch. Zumindest auf meinem Monitor fällt das ohne weitere Maßnahmen am Bild auf.
Dann erst komme ich zu Feinheiten, und mir ist klar, dass M 33 nicht einfach zu bearbeiten ist (auch wenn sie jeder Einsteiger knipst). Galaxien von oben wirkken gerne flach, wenn die Staubbänder in den Spiralarmen noch dazu so breit sind wie bei M 33, ist es schwer, die entsprechend zu schärfen und Kontrast einzuhauchen.
Gerade in Guide nachgeschaut, M 33 steht so ab 01:15 Uhr 45° hoch, früher würde ich nicht aufnehmen, wenn es irgendwie geht. Die 03:10h Aufnahmedauer gehen sich da bis zur Dämmerung nicht ganz aus, vermutlich hast du früher begonnen. Das kann dazu beitragen, dass die Bildbearbeitung nicht leichter wird.
Dann sind 03:10h eben nicht lange belichtet, es ist unmöglich mit dem Bild zu zeigen, was andere nach 10, 15 oder 20h darstellen können. Ich habe aber den Eindruck, das Ziel bei der Bearbeitung war, das Maximum herauszupressen und für mein Empfinden sieht man das (siehe oben).
Ich persönlich hätte die Daten gespeichert und bei nächster Gelegenheit zumindest verdoppelt. Den Forenteilnehmern ist es nämlich denke ich völlig egal, ob du in dieser Schönwetterphase 1, 2 oder 17 Bilder belichtet hast und auch, wann du sie ausarbeitest und zeigst. Zumindest ginge es mir so - wer meint, die lange Ausarbeitungszeit kritisieren zu müssen, darf sich gerne fest auf den Daumen hauen.
Das liegt natürlich ganz bei dir, nur werden gezeigte Bilder (Gott sei dank) auch kritisch beäugt. 27x "puh, super supi!" freut mich sehr, keine Frage. Genauso freue ich mich aber auch über gute, konstruktive Kritik. Ob ich mit gefundenen Problemen leben kann oder nachbessere, ist wieder was anderes.
Die "Unterstellung" von Arno spielt darauf an, und auch das schreibe ich dir ganz offen und ehrlich - man hat nicht selten den Eindruck, du habest alle erteilten Ratschläge eh schon gemacht, probiert, aber irgendwie ist trotzdem immer was. Ich glaube dir gerne, dass du alles mögliche probierst. Aber nimm deinen Cocoon als Beispiel: Für dich war das Bild fertig, du bekommst Rückmeldungen und auf Basis derer kommt dann plötzlich ein Bild zustande, das um Klassen besser ist als das ursprüngliche. Du kannst das ja alles! Schlaf einfach noch mal über das Bild, und wenn du das eh schon machst

, dann schlafe noch drei Mal drüber. Dann überkommts dich vielleicht ganz von selbst und die wirklich guten Versionen kommen auf Anhieb.
Die kostruktiven Kritiker setzen sich nämlich mit den Bildern auseinander, analysieren, was sein könnte, packen das in schöne Sätze und rennen da ungern gegen Mauern. Irgendwann lassen sie dann die Rückmeldungen bleiben und man landet auf cloudynights-Level: "stunning image, Michael, really good job!"
Btw: nächste Version viel besser, blauer Ring noch da...
LG, Markus